Standardentwurf ED/2013/6 Leases

Insights

Exposure Draft ED/2013/6 Leases

Neuregelungen zur Bilanzierung von Leasing

Im Mai 2013 hat der IASB nach intensiven Diskussionen den Standardentwurf ED/2013/6 ‚Leases‘ veröffentlicht. Nach einem ersten Entwurf aus dem Jahre 2010 ist dies ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer neuen Leasingbilanzierung. Der US-amerikanische Standardsetzer FASB hat zeitgleich einen nahezu gleich lautenden Standard veröffentlicht.

Die Vorschläge des Entwurfs im Überblick

Grundlage

Standardentwurf ED/2013/6 Leases

Grundlage der vorgeschlagenen Neuregelungen ist der sog. Nutzungsrechtansatz (right of use approach).

Dieser Ansatz führt beim Leasingnehmer zur Erfassung eines Nutzungsrechts als Vermögenswert sowie einer Leasingverbindlichkeit für nahezu sämtliche Leasingverhältnisse. Ausgenommen sind allein kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten.

Folgebewertung

Die Folgebewertung des Nutzungsrechts erfolgt in Abhängigkeit von der Klassifizierung des Leasingverhältnisses. Die Klassifizierung in Typ A- und Typ B-Leasingverhältnisse stützt sich zum einen auf die Art des Leasinggegenstands und richtet sich zum anderen nach dem Umfang des Nutzenverbrauchs durch den Leasingnehmer. Typ A-Leasingverhältnisse sind durch eine im Zeitablauf degressive Aufwandserfassung bei i.d.R. linearem Abschreibungsaufwand und sinkendem Zinsaufwand gekennzeichnet. Bei Typ B-Leasingverhältnissen kommt es zu einer linearen Aufwandserfassung. Die Leasingverbindlichkeit wird nachfolgend stets effektivzinskonform bewertet.

 

Auch beim Leasinggeber erfolgt eine Klassifizierung in Typ A- und Typ B-Leasingverhältnisse. Dabei sind die gleichen Kriterien wie beim Leasingnehmer anzuwenden. Typ A-Leasingverhältnisse werden faktisch nach einem gegenüber IAS 17 modifizierten „Finanzierungsleasing“-Ansatz bilanziert. Neben der Leasingforderung setzt der Leasinggeber einen Restvermögenswert an. Typ B-Leasingverhältnisse werden im Ergebnis wie nach dem derzeit gültigen „Operating Leasing“-Ansatz aus IAS 17 abgebildet.

 

Die geplanten Neuregelungen sollen auf alle zum Zeitpunkt des Übergangs auf die neuen Regelungen bestehenden Verträge – mit gewissen Erleichterungen – retrospektiv anzuwenden sein. Der Erstanwendungszeitpunkt selbst ist vom IASB noch nicht konkretisiert worden. 

Weitere Entwicklungen

Nachdem die Kommentierungsfrist im September 2013 endete, befassen sich die Boards derzeit damit, Änderungsvorschläge zu diskutieren. In einer Vielzahl von Kommentaren, die zu dem Standardentwurf eingegangen sind, wurde bspw. in Frage gestellt, ob der notwendige Aufwand zur Umsetzung der Regelungen durch den entstehenden Nutzen gerechtfertigt wird.

 

In den bisherigen Beratungen wurde der Nutzungsrechtsansatz von den Boards bislang (noch) nicht in Frage gestellt. Allerdings werden verschiedene Vereinfachungsmöglichkeiten diskutiert, die den Umfang der auf der Bilanz zu erfassenden Verträge einschränkt. Die Überlegungen sind jedoch noch in einer frühen Phase. Gleiches gilt auch für die Überlegungen, für den Leasinggeber möglicherweise die Regelungen aus dem bisherigen IAS 17 weiter gelten zu lassen.

 

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