Analysen

Österreich: hier lässt es sich gut leben

Platz 14 beim Ranking des Social Progress Index 2017

Rein ökonomische Kennzahlen, wie beispielsweise das Bruttoinlandsprodukt, können in Bezug auf die Lebensqualität kein vollständiges Bild vermitteln. Mit Hilfe des Social Progress Index (SPI) wird der soziale Fortschritt unabhängig von wirtschaftlichen Kennzahlen gemessen. Zum vierten Mal hat nun die NGO Social Progress Imperative, unter anderem gemeinsam mit Deloitte, die weltweite Entwicklung anhand des sozialen Fortschritts analysiert.

Österreich

Österreich liegt heuer auf Platz 14 des insgesamt 128 Länder umfassenden Rankings und befindet sich damit im Kreis jener Länder, die sich durch einen „sehr hohen“ sozialen Fortschritt auszeichnen. Menschliche Grundbedürfnisse werden in Österreich sogar am fünftbesten erfüllt, dazu zählen auch die Verfügbarkeit leistbaren Wohnraums, persönliche Sicherheit sowie Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. In Sachen Chancengleichheit und Bildung besteht jedoch Optimierungspotenzial.

„Österreich schlägt sich im globalen Vergleich sehr gut. Wir können uns über eine hohes Niveau an Lebensqualität und Wohlstand freuen“, betont Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich. „Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial: Diversität und Toleranz sollten nicht nur aus sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten mehr in den Fokus rücken.

Europa

Die Top 20 des Rankings werden klar von europäischen Ländern dominiert. Die Liste wird vom Dänemark angeführt, gefolgt vom Erstplatzierten des Vorjahres Finnland sowie Island, Norwegen und der Schweiz. Die Vorreiterrolle des europäischen Nordens wird hier besonders deutlich.

„Die Länder Nordeuropas können für Österreich in vielen Bereichen als Vorbilder dienen. Gerade in gesellschaftlichen Belangen sowie in Bezug auf Toleranz und Bildung sind uns diese Regionen eine Nasenlänge voraus“, analysiert Bernhard Gröhs.

Global

Auf globaler Ebene zeichnet sich eine leichte Steigerung der Lebensqualität im Vergleich zum Vorjahr ab. Sozialer Fortschritt findet statt, allerdings in verschiedenem Tempo und unterschiedlicher Ausprägung. Positiv hervorzuheben sind der verbesserte Zugang zu Information, Kommunikation und Bildung. Im Gegensatz dazu gibt es bei den Themen Toleranz und Inklusion wenig Fortschritt, in Bezug auf Persönlichkeitsrechte lässt sich sogar eine negative Tendenz beobachten.

Weitere Erkenntnisse aus dem Social Progress Index 2017:

Wäre die Welt…

….ein einziges Land, so würde es auf Basis sozialer und ökologischer Aspekte zwischen Indonesien (Rang 79) und Botswana (Rang 80) gereiht.

…von lediglich 100 Menschen bewohnt, wären:

  • 65 Nutzer eines Mobiltelefon
  • 51 der Meinung, ihr Land sei ein guter Ort für Immigranten
  • 26 der Meinung, ihr Land sei ein guter Ort für Homosexuelle
  • 7 im Besitz eines Hochschulabschlusses
  • 76 überzeugt, Verwandte und Freunde zu haben, auf die sie zählen können, wenn sie Hilfe brauchen
  • 14 Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren verheiratet
  • 74 Frauen in der Lage moderne Verhütungsmittel zu beziehen, sofern sie das möchten
     

Über den Social Progress Index
Der Social Progress Index (SPI) wird seit 2013 jährlich von der NGO Social Progress Imperative, unter anderem in Zusammenarbeit mit Deloitte, herausgegeben. Der SPI ist eine Ergänzung des BIP und anderer ökonomischer Indikatoren und bietet weltweit den umfassendsten Rahmen zur Messung von sozialem Fortschritt. Die Leistung der Länder wird dabei nicht nur ökonomisch, sondern ganzheitlich beurteilt.

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