Artikel

Zehn Jahre Deloitte Professional Women Network

Ernüchternde Bilanz
nach zehn Jahren Engagement für Gleichberechtigung

Bereits zum zehnten Mal lud Deloitte anlässlich des internationalen Frauentages zu einem exklusiven Event. Das Deloitte Professional Women Network beleuchtet seit zehn Jahren die Herausforderungen, denen sich Frauen rund um das Thema Gleichberechtigung im täglichen Arbeitsleben stellen müssen. Nun wurde es Zeit ein Zwischenresümee zu ziehen. Die ernüchternde Bilanz: Viel hat sich im letzten Jahrzehnt beim Thema Diversity nicht getan. Die zentrale Frage lautete daher: Was muss geschehen, damit sich endlich etwas verändert?

Frauen holen in der Arbeitswelt beim Abstand zu ihren männlichen Kollegen nur im Schneckentempo auf – das zeigt ein Blick auf die Statistiken der letzten Jahre. Die Erwerbstätigkeit der Frauen und der Gender Pay Gap entwickeln sich zwar positiv, aber nur sehr langsam, so Elisa Aichinger, Managerin bei Deloitte Österreich, in ihrem Eingangsstatement.

Bildbeschreibung (vlnr): Elfriede Hammerl (Journalistin und Schriftstellerin), Gundi Wentner (Partnerin Deloitte Österreich), Heike Mensi-Klarbach (Institut für Gender und Diversität in Organisationen an der WU Wien, Gastprofessorin an der Leibniz Universität Hannover)

Am Podium diskutierte Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich, gemeinsam mit Elfriede Hammerl, Journalistin und Schriftstellerin, und Heike Mensi-Klarbach, Institut für Gender und Diversität in Organisationen an der WU Wien sowie Gastprofessorin an der Leibniz Universität Hannover.
Der Tenor war eindeutig
: Die Situation für Frauen ist in Österreich noch immer stark verbesserungswürdig. Zudem nehmen die drei Expertinnen derzeit eine rückwärtsgewandte Entwicklung wahr. Feminismus wird heute oft negativ konnotiert. Gerade junge Frauen erkennen keinen Sinn mehr darin, für ihre Rechte zu kämpfen und stehen feministischen Themen ablehnend gegenüber.

Die wichtigsten Entwicklungen der letzten zehn Jahre zusammengefasst

  • Die Erwerbstätigkeit der Frauen ist um 6% gestiegen und liegt bei 67,1% - im selben Zeitraum ist die der Männer um nur 1,5% gestiegen, die liegt aber mit 75% noch immer deutlich vor der der Männer.
  • Auch die Anzahl der Frauen in Teilzeit ist stark gestiegen – heute sind 20% mehr Frauen in Teilzeit als noch vor 10 Jahren, der Frauenanteil der Teilzeitkräfte liegt noch immer bei 80%.
  • Die Karrieresituation der Frauen ist besonders ernüchternd – dort hat sich nahezu nichts geändert:
    • 47% der Erwerbstätigen sind Frauen
    • Bereits im mittleren Management ist nur mehr jede sechste Position weiblich besetzt
    • Im Top Management sind es nur noch 7 von 100 Funktionen
    • Ganz an der Unternehmensspitze ist der Frauenanteil überhaupt nur mehr bei 3,6%
  • Der Gender Pay Gap lt. Eurostat hat sich in den letzten Jahren um 15% verbessert – er liegt derzeit bei 21,7%. Zwar hat Österreich in den letzten Jahren einen konstant positiven Trend zu verzeichnen, dennoch sind wir aber noch immer auf viertletzter Position in Europa.
  • Zwei besondere Erfolge lassen sich dennoch verzeichnen:
    • Mit der Einführung der Frauenquote in Aufsichtsräten österreichischer Staatsbetriebe liegt die Frauenquote dort bereits bei 38%.
    • Bei den österreichischen Beamtinnen hat sich der Gender Pay Gap erstmals umgekehrt, sie verdienen 2,6% mehr als ihre männlichen Kollegen.

Der Zukunftsausblick der drei Expertinnen fällt dementsprechend nicht sehr positiv aus: Quoten bringen zwar kurzfristig eine Besserung, aber es braucht mehr. Das System muss sich wandeln, die Wahrnehmung muss sich ändern und inklusiveres Denken muss sich in Wirtschaft und Gesellschaft durchsetzen.

War der Artikel hilfreich?