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Registrierkassenpflicht - Neuerungen ab 2017

Betriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als EUR 15.000 und Barumsätzen von mehr als EUR 7.500 müssen ihre Bareinnahmen zum Zwecke der Losungsermittlung mit einem elektronischen Aufzeichnungssystem einzeln erfassen („Registrierkassenpflicht“). Als Barumsätze gelten auch Zahlungen mit Bankomat- oder Kreditkarten oder vergleichbaren elektronischen Zahlungsformen, die Hingabe von Barschecks, sowie Gutscheine, Bons und Geschenkmünzen. Die allgemeine Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht ist bereits 2016 in Kraft getreten.

Als zweite Etappe der Registrierkassenpflicht tritt ab 1. April 2017 die Verpflichtung zur Einrichtung einer technischen Sicherheitseinrichtung in Kraft. Für den Unternehmer sind zur Inbetriebnahme der Sicherheitseinrichtung in seiner Registrierkasse grundsätzlich folgende Schritte notwendig:

  • Beschaffung der Signaturkarte bei einem Vertrauensdienstanbieter
    (zB A-Trust)
  • Initialisierung der Signaturkarte
  • Erstellung des Startbelegs
  • Registrierung der beschafften Signaturkarte und manipulationssicheren Registrierkasse über FinanzOnline
  • Prüfung des Startbelegs mittels der Prüf-App „BMF-Belegcheck”
    Die App muss vor der ersten Verwendung durch Eingabe des Authentifizierungscodes aus der FinanzOnline-Registrierung (der Registrierkasse) freigeschaltet werden.

Die Initialisierung der Registrierkasse erfolgt zumeist über ein Softwareupdate, im Zuge dessen auch die Verbindung zwischen Registrierkasse und Signaturkarte hergestellt wird. Da bei der Initialisierung der manipulationssicheren Registrierkasse alle in der Registrierkasse gespeicherten Aufzeichnungen gelöscht werden, müssen zuvor aufgezeichnete Geschäftsfälle gesondert abgespeichert werden.

Mithilfe der BMF-Belegcheck-App kann der Startbeleg überprüft werden und sichergestellt werden, dass die Registrierung erfolgreich war. Diese Prüfung hat bis spätestens 31. März 2017 zu erfolgen – bei Inbetriebnahme einer Registrierkasse ab dem 1. April 2017 darf zwischen Registrierung über FinanzOnline und der Prüfung des Startbelegs nur noch eine Woche liegen.

Während des laufenden Betriebs der Registrierkasse sind jeweils Monats- und Jahresbelege zu erstellen und elektronisch zu signieren – dabei handelt es sich um zu signierende Kontrollbelege mit dem Betrag Null. Der Monatsbeleg für Dezember ist gleichzeitig der Jahresbeleg (es gilt übrigens auch bei abweichendem Wirtschaftsjahr das Kalenderjahr). Dieser Beleg muss zusätzlich ausgedruckt, aufbewahrt und mit der BMF-Belegcheck-App geprüft werden. Das Datenerfassungsprotokoll Ihrer Registrierkasse ist darüber hinaus zumindest quartalsweise auf einem externen Datenträger unveränderbar zu sichern.

Ebenfalls hinweisen möchten wir Sie auf die Förderungen der Anschaffung: Wer im Zeitraum zwischen 1. Jänner 2015 und 31. März 2017 eine elektronische Registrierkasse anschafft oder ein bestehendes System umrüstet, kann nicht nur die Kosten dafür sofort als Betriebsausgabe absetzen, sondern hat auch Anspruch auf eine steuerfreie Registrierkassenprämie in Höhe von EUR 200 pro Erfassungseinheit.

Abschließend möchten wir Sie darüber informieren, dass das Finanzamt aktuell vermehrt Nachschauen und Überprüfungen der Befolgung der Einzelaufzeichnungs- und Belegerteilungspflicht sowie der Meldepflicht der Registrierkassen und Signaturkarten durchführt. Diese Kassennachschauen werden von Mitarbeitern der Finanzpolizei und der örtlichen Finanzämter durchgeführt.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur Registrierung bzw bei der Registrierung selbst sowie bei allgemeinen Fragen zur Registrierkassenpflicht zur Verfügung.

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