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4. Standortfaktor | Deloitte Radar 2019

Österreich ist teuer. Mit einer der höchsten Abgabenquoten im europäischen und globalen Vergleich hat das Land in diesem Bereich seit Jahren einen klaren Standortnachteil. Die positive Konjunktur bietet jetzt ein Zeitfenster für eine umfassende Reform des Steuer- und Abgabensystems. Aber die Zeit drängt.

Der heimische Wirtschaftsstandort hat weiterhin eine der weltweit höchsten Steuer- und Abgabenquoten. Nach einer Erhebung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist zwar die Quote von 42,2 % auf 41,8 % leicht zurückgegangen, allerdings rangiert Österreich damit in allen Rankings auf den letzten Plätzen – schlechter als viele vergleichbare Hochsteuerländer. Vor allem Arbeit wird nach einhelliger Einschätzung der Expertinnen und Experten zu hoch besteuert. Spitzenwerte erreicht Österreich auch bei den Sozialbeiträgen mit rund 35 % (OECD-Schnitt: 26 %).

Die Bundesregierung will nun im Zuge der geplanten Steuerreform die Abgabenquote sukzessive und in mehreren Etappen bis 2021 auf 40 % senken. Das ist begrüßenswert und vor allem dringlich. Für eine Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit braucht es deutliche Signale.

Die Körperschaftsteuer ist in fast allen Nachbarländern – mit Ausnahme Deutschlands und Italiens – deutlich geringer. Eine Senkung der KÖSt auf 19 % mit begleitenden Maßnahmen, die das Vertrauen der Unternehmen in eine standortfreundliche Politik erhöhen. Das würde Wertschöpfung und Steuerbasis nach Österreich bringen und die
Tarifsenkung in einem hohen Ausmaß selbst finanzieren. 

Insgesamt sollte auch die Fiskalpolitik in den kommenden Jahren noch viel stärker die zukunftsfähige Wertschöpfung im Land in den Fokus rücken, also Arbeitsplätze, Betriebsansiedelungen und Innovationen stimulieren.

Im Bereich der Einkommensteuer ist bereits eine Tarifreform sowie die Abschaffung der kalten Progression angekündigt, deren Automatik jedoch eine vorherige Erhöhung der gesamtstaatlichen Budgetdisziplin voraussetzt. Auf den Staatshaushalt kommen in nächsten Jahren große Herausforderungen zu, etwa beim Thema Pflege. Hier werden
sich die Kosten laut IHS in den nächsten 20 Jahren verdoppeln. Für Pensionen wird ein Viertel des Budgets aufgewendet.
Durch die demografische Entwicklung entsteht akuter Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund und der abflachenden  Konjunktur läuft Österreich Gefahr, dass sich das Zeitfenster für eine Steuerentlastung bald wieder schließt.

Der Deloitte Radar bewertet diesen Standortfaktor aufgrund der Ausgangslage und dem eingeschlagenen Weg mit 2 von 5 möglichen Punkten (2018: 1,5 Punkt), Ausblick positiv.

Mehr Planungssicherheit für österreichische Unternehmen

Für Unternehmen mit Sitz in Österreich startet das Jahr 2019 positiv: Mit Jahresbeginn treten einige steuerliche Neuerungen in Kraft, die für eine erhöhte Rechtssicherheit und mehr Transparenz sorgen. Der Grund dafür liegt vor allem bei zwei konkreten Maßnahmen, die im Jahressteuergesetz verankert sind: Die Ausweitung des Auskunftsbescheids sowie die Einführung von Horizontal Monitoring.

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