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Verfügbarkeit von Arbeitskräften

6. Standortfaktor | Deloitte Radar 2019

Fachkräftemangel, Arbeitslosigkeit, Bildung und Flexibilisierung – das sind die zentralen Themen. Während die Arbeitslosigkeit tendenziell sinkt, klagen die Unternehmen europaweit über große Schwierigkeiten bei der Suche nach ausreichend qualifiziertem Personal. Das Bildungssystem schafft es nach wie vor nicht, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Auch bei der Chancengleichheit ist Österreich kein Vorreiter.

Erfreulich ist die Trendwende am Arbeitsmarkt. Seit rund einem Jahr sinkt die Arbeitslosenrate leicht, dennoch waren Ende 2018 über 370.000 Menschen ohne Job. Dem gegenüber steht ein bereits chronischer Fachkräftemangel. Qualifikation ist ein wesentlicher Schlüssel, aber auch mehr Chancengleichheit sowie eine aktive, seriöse Migrationspolitik sind dringend notwendig, um diesem Trend entgegen zu wirken. 

Mit dem neuen Gesetz zur Arbeitszeitflexibilisierung, das seit September 2018 tägliche und wöchentliche Höchstarbeitszeiten von 12 bzw. 60 Stunden ermöglicht, wurde eine langjährige Forderung der Wirtschaft umgesetzt. Das ist aus Unternehmenssicht positiv zu bewerten. Dadurch wird es vor allem für die exportorientierte Industrie möglich, flexibler auf Auftragsspitzen zu reagieren und wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Gesetz wurde gegen großen Widerstand der Organisationen seitens der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durchgesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie sehr das die Konfliktbereitschaft der Sozialpartnerschaft beeinflusst hat.

Das duale Ausbildungssystem wird in den internationalen Rankings als vorbildlich hervorgehoben, das Qualifikationsniveau gilt als hoch. Auch der universitäre Sektor entwickelt sich positiv. Die zusätzlichen finanziellen Mittel und ein studienplatzorientiertes Finanzierungsmodell waren dringend notwendig und können den Universitäten einen neuen Schub bringen. Aktuelle Hochschul-Rankings zeigen bei diesem Thema einen leichten Trend nach oben.

Die größte Herausforderung hat das Land weiterhin im schulischen Bereich und ganz besonders in der Elementarbildung zu stemmen. Leider wurde in diesem wichtigen Feld oft zu ideologisch diskutiert und Bildung zu häufig „vererbt“. Damit verknüpft sind wichtige Themen wie Teilzeitfalle und Chancengleichheit, digitale Kompetenzen oder Fachkräftemangel. In diesen Punkten hat Österreich weiterhin Handlungsbedarf.

Der Deloitte Radar sieht hier einen deutlichen Schwachpunkt und vergibt bei diesem Standortfaktor 2 von 5 möglichen Punkten (2018: 2 Punkte) bei gleichbleibendem Ausblick.

    Deloitte Human Capital Trends 2019

    Für die Deloitte Human Capital Trends 2019 wurden weltweit rund 9.500 Führungskräfte zu den wichtigsten Zukunftsthemen im Personalbereich befragt. Das Ergebnis: Jobs müssen zukünftig neu definiert werden und Unternehmen müssen ihren MitarbeiterInnen kontinuierliches Lernen ermöglichen.

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    Deloitte Global Human Capital Trends 2019

    Predictions 2019

    Nachdem in den vergangenen Jahren der digitale Wandel im Fokus der Personalabteilungen stand, wendet sich ihre Aufmerksamkeit 2019 der Produktivitätssteigerung zu. Das besagt die aktuelle Trendanalyse von Bersin by Deloitte. Wirtschaftlicher Profit ist dabei untrennbar mit einer engen, produktiven Beziehung zu Mitarbeitern, Kunden und Communities verknüpft.

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    Millennial Survey 2019

    Der aktuelle Deloitte Millennial Survey, der 2019 bereits in seiner achten Ausgabe erscheint, zeigt eine Generation, die immer sorgenvoller in die Zukunft blickt. Trotz globalen Wirtschaftswachstums und Expansion macht sich sowohl auf persönlicher als auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene eine Desillusionierung breit. Unter den 16.452 Befragten sind heuer erstmal auch 300 österreichische Millennials. Sie zeigen sich im internationalen Vergleich besonders pessimistisch.

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    Deloitte Millennial Survey 2019

    Zu unserer Serviceseite: Human Capital

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