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Investitionen werden 2017 steuerlich attraktiver

Heuer wird es steuerlich günstiger zu investieren, vor allem für Klein- und Mittelbetriebe lohnt es sich bei Investitionen noch zuzulegen.

2017 bringt für Unternehmen steuerliche Investitionsanreize
Für Klein- und Mittelbetriebe wird eine Investitionszuwachsprämie eingeführt. Nach EU-Definition sind Kleinunternehmen Unternehmen mit maximal 50 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu EUR zehn Millionen. Um als Mittelbetrieb zu gelten, darf man höchstens 250 Mitarbeiter beschäftigen und gleichzeitig eine Umsatzschwelle von EUR 50 Millionen bzw Bilanzsumme von EUR 43 Millionen nicht überschreiten. Außerdem sind verbundene Unternehmensstrukturen für den KMU-Status zu berücksichtigen.

Welche Investitionen sind förderbar?
Grundsätzlich sind aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in materielles, abnutzbares Anlagevermögen förderungsfähig. Beispielhaft können die Errichtung oder Erweiterung einer Betriebsstätte oder die Änderung des Produktionsprozesses, etwa durch die Neuanschaffung oder den Austausch von Maschinen genannt werden. Ausgenommen sind insbesondere Fahrzeuge, Gebäude und Grundstücke, sowie Teile der Vergnügungsindustrie. Auch Großinvestitionen mit Volumina über mehr als fünf Millionen Euro oder Unternehmenskäufe sind nicht förderungsfähig.

Das Investitionsvolumen bei Kleinunternehmen muss mindestens EUR 50.000 Euro über dem Basiswert liegen, bei Mittelunternehmen beträgt die Untergrenze EUR 100.000. Errechnet wird der Basiswert aus dem durchschnittlichen Wert aller in den vergangenen drei Wirtschaftsjahren getätigten Investitionen. Folglich sind nur Unternehmen förderbar, die mindestens im vierten, vollen Wirtschaftsjahr sind.
Die Antragstellung zur Gewährung der Investitionsprämie muss vor Durchführungsbeginn des Projekts – Planung ausgenommen – je nach Wirtschaftszweig bei Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft oder der Österreichischen Hotel und Tourismusbank erfolgen. Zusätzlich muss eine gesicherte Investitionsfinanzierung nachgewiesen werden. Fremdmittel sind dabei erlaubt, Leasinggeschäfte hingegen nicht.

Wie hoch ist die Investitionszuwachsprämie?
Die Höhe der Investitionszuwachsprämie richtet sich nach Unternehmensgröße und Investitionsvolumen. Ein Kleinunternehmen kann sich Investitionen die zwischen EUR 50.000 und EUR 450.000 über dem Basiswert liegen mit 15% Prämie fördern lassen, Mittelunternehmen bekommen zehn Prozent für Investitionsvolumina zwischen EUR 100.000 und EUR 750.000. Der Höchstbetrag ist dabei als Deckelung der Förderungshöhe zu verstehen und nicht als Deckelung des Investitionsvolumens (außer bei Großinvestitionen wie oben beschrieben).

Es ist nicht erforderlich, dass die entsprechende Überschreitung des Schwellenwertes durch eine Einzelinvestition erreicht wird. Mehrere zusammenhängende Investitionen können wertmäßig addiert und als Gesamtpaket gefördert werden.

Investitionsförderung bei Großbetrieben

Anders als im Arbeitsprogramm der Bundesregierung für 2017/2018 angedacht, wird die Investitionsförderung für Großbetriebe nicht als erhöhte vorzeitige Abschreibung, sondern als Investitionszuwachsprämie - analog zur Regelung für KMUs - umgesetzt. Zwischen 1.3. – 31. 12. 2017 sollen bis zu 10% des zwischen EUR 500.000 und EUR 10.000.000 über dem Basiswert liegenden Investitionszuwachses gefördert werden. Zu beachten ist, dass die Investitionszuwachsprämie für Großbetriebe als de¬minimis Förderung grundsätzlich - unter Einrechnung anderer de-minimis Beihilfen - auf EUR 200.000 begrenzt ist. Nur in strukturschwachen Regionen, die unter die Regionalbeihilfenregelung der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung fallen, erhöht sich die Prämienhöhe auf bis zu EUR 1.000.000.

Start-up – für junge und innovative Unternehmen
Innovative Unternehmen, die seit fünf oder weniger Jahren bestehen, können Lohnnebenkosten sparen. Wer innerhalb der letzten zwei Jahre Mitarbeiter eingestellt hat oder dies demnächst tun möchte, kann sich die für die ersten drei Mitarbeiter anfallenden Lohnnebenkosten bezuschussen lassen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Teil- oder Vollzeitarbeitsplätze handelt; geringfügige Beschäftigungsverhältnisse oder Praktikumsplätze können jedoch nicht gefördert werden.

Innovativ ist ein Unternehmen dann, wenn es ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung am Markt anbietet oder diese weiterentwickelt, branchenübliche Prozessstandards neu definiert oder gewerbliche Schutzrechte im Sinne des Patentgesetzes hält. Zusätzlich sind gewisse Wachstumskriterien zu erfüllen. Der Nachweis kann durch den Erhalt von Risikokapital oder einen besonders starken Wachstums-Forecast erbracht werden.

Die Laufzeit des Förderprogramms beginnt mit Einstellung des ersten Mitarbeiters. Im ersten Jahr der Laufzeit werden dabei 100% der Dienstgeberbeiträge gefördert, in den Folgejahren sinkt die Bezuschussung auf 67% bzw 33%. Die maximale Zuschusshöhe beläuft sich auf rund EUR 125.000.

Allgemeiner Beschäftigungsbonus
Für alle Unternehmen soll ab Juli 2017 ein allgemeiner Beschäftigungsbonus eingeführt werden. Wir möchten hier auf unsere Breaking Tax News Nr. 4/2017 verweisen.

Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen zur optimalen Lohnnebenkosten- bzw Investitionsförderung in Ihrem Betrieb zur Verfügung.

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