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Deloitte Tipps: Mitarbeiterführung in Krisenzeiten

5 Tipps für Führungskräfte

In Krisensituationen sind Führungskräfte besonders gefordert. Engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheiden darüber, wie gut das Unternehmen in und nach der Krise aufgestellt sein wird. Führungskräfte müssen sich deshalb überlegen, wie sie jetzt bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer Belegschaft reagieren. Deloitte hat dazu die 5 wichtigsten Tipps zusammengefasst.

1. Vorbildwirkung ernst nehmen

Auf der Suche nach Orientierung und Zuversicht erwarten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt genaue, zeitgerechte und zuverlässige Informationen von ihren Führungskräften.

Wie sich Führungskräfte in Krisenzeiten verhalten, prägt die gesamte Unternehmenskultur nachhaltig. Panik und Überreaktionen sind in keinem Fall hilfreich. Die Anliegen und Sorgen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen allerdings ernst genommen werden. Proaktivität und Kohärenz in den Botschaften sowie das Vorleben von erwünschten Verhaltensweisen sind in unsicheren Situationen von größter Bedeutung.

 

2. Die gesamte Belegschaft berücksichtigen

Unternehmen sollten jetzt nicht vergessen, dass ihre Stakeholder nicht nur aus ihren direkten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestehen. Die zentrale Bedeutung von Lieferanten und Vertragspartnern wird in instabilen Zeiten oft übersehen. Dabei erbringen diese Partner erfolgskritische Leistungen für die Aufrechterhaltung des Betriebes.

Führungskräfte müssen deshalb sicherstellen, dass auch externe Akteure in die kurz- und mittelfristigen Personalplanungen einbezogen werden.

 

3. Strukturen zur Unterstützung etablieren

Transparente Kommunikation ist in der aktuellen Situation das A und O. Für Unternehmen empfiehlt es sich, spezielle Kanäle für Anfragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzurichten, um einen reibungslosen Austausch zu gewährleisten. Das Hinzuziehen von Expertinnen und Experten kann außerdem helfen, Fragen adäquat zu beantworten und Fakten verständlich zu transportieren.

„Es herrscht eine allgemeine Unsicherheit über den weiteren Verlauf sowie die Folgen von COVID-19. Umso wichtiger ist es jetzt für Unternehmen, ihre Informationen ausschließlich aus glaubwürdigen Quellen zu beziehen und sich im Zweifelsfall fachlichen Rat zu holen“, betont Anna Nowshad, Director bei Deloitte Österreich.

 

4. Personalbedarfspläne und Szenario-Analysen entwickeln

Noch ist unklar, wie sich die Situation rund um COVID-19 weiter entwickelt. Führungskräfte sollten dennoch frühzeitig überlegen, wie sie den unterbrochenen oder verminderten Geschäftsbetrieb auch inmitten laufender Maßnahmen langsam wieder aufnehmen können. Die Erstellung entsprechender Personalbedarfspläne und Szenario-Analysen ist dabei essenziell.

„Die Zeit bis zur Wiederaufnahme der vollen Kapazität kann sich lange und kompliziert gestalten. Eine systematische Arbeits- und Personaleinsatzplanung für den optimierten Einsatz der Belegschaft sowie zusätzliche Hygienevorschriften, Besucherrichtlinien oder Schutzausrüstungen sollte deshalb möglichst früh miteinkalkuliert werden“, bestätigt Anna Nowshad.

 

5. Flexibilisierungsmöglichkeiten nutzen

Der Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann derzeit vorübergehend rückläufig sein. Viele Führungspersonen müssen nun entscheiden, wie sie damit umgehen. Dabei ist zu bedenken, dass ein vorzeitiger Personalabbau langfristig negative Auswirkungen haben kann – insbesondere in jenen Bereichen, die ohnehin von einem anhaltenden Fachkräftemangel betroffen sind.

„Wir wissen derzeit noch nicht, wie lange die aktuellen Unterbrechungen dauern werden. Deshalb gilt es jetzt, das vorhandene und gerade entstehende Spektrum an Flexibilisierungsmöglichkeiten auszuschöpfen und keine voreiligen Entscheidungen zu treffen. Denn nach Ende der Krise wird ein umso stärkerer Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern herrschen“, rät Anna Nowshad abschließend.

 

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