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Liquiditätsrisikomanagement

Liquidität im Vordergrund einer effizienten Bankensteuerung

Als Österreichs führender Bankenberater bieten wir Ihnen umfassende Lösungen bei der Integration der neuen Liquiditätsvorschriften in Ihre tägliche Banken- und Risikosteuerung.

Im Zuge der Finanzmarktturbulenzen wurde die Bedeutung einer effizienten und zeitnahen Steuerung des Liquiditätsrisikos für die Stabilität der Banken und des gesamten Finanzsystems deutlich. Seither steht das Thema Liquiditätsrisikomanagement auf der Top-Agenda von Industrie und Aufsicht. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat bereits 2010 ein umfassendes Reformpaket unter dem Titel „Internationales Rahmenwerk für die Messung, Einführung von Standards und Überwachung von Liquiditätsrisiken“ veröffentlicht. Analog zum Basel III Eigenmittel-Rahmenwerk definiert es globale quantitative Mindeststandards für das Liquiditätsrisiko.

Die europäische Bankenregulierung verarbeitete wesentliche Teile des Reformpakets im Rahmen der unmittelbar anwendbaren Capital Requirements Regulation (CRR). Im Kern sieht das Liquidity-Framework der CRR zwei neue Kennzahlen vor:

Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) definiert einen Liquiditätspuffer zur Abdeckung von Finanzierungslücken über einen 30-Tage-Horizont und trägt somit zur Stärkung des kurzfristigen Liquiditätsprofils bei. Sie ist ab 2013 an die Aufsichtsbehörden zu melden und ab 2015 als verpflichtende Kennzahl einzuhalten.

Die Net Stable Funding Ratio (NFSR) ergänzt die LCR um eine langfristige Sichtweise, indem sie das Ausmaß an erforderlicher Refinanzierung über einen Horizont von einem Jahr definiert. Die NFSR ist ebenfalls ab 2013 zu melden, die konkrete aufsichtsrechtliche Behandlung steht hingegen noch nicht fest.

Obwohl der derzeitige Stand der regulatorischen Umsetzung viele Fragen unbeantwortet lässt, rechnet die Bankenwelt mit weitreichenden Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell. Die geplanten Maßnahmen lassen eine nachhaltige Reduktion der Ertragskraft von Banken erwarten. Zugleich erfordert die systemtechnische Umsetzung der neuen Anforderungen in vielen Häusern zusätzlichen Implementierungsaufwand, da die Kennzahlen nur teilweise mit bisherigen internen und externen Liquiditätskennzahlen vergleichbar sind. Der enge Zeitplan zur Umsetzung verschärft die Situation für Banken zusätzlich. Eine zeitnahe Auseinandersetzung mit den neuen Vorgaben ist daher unerlässlich.

Bereits jetzt müssen heimische Banken die „Sound Principles“ für das institutsspezifische, interne Liquiditätsrisikomanagement des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht befolgen. Diese Standards wurden in die Capital Requirements Directive II  CRD II) übernommen und sind in Österreich aufgrund von § 25 Bankwesengesetz und der Liquiditätsrisikomanagementverordnung (LRMV) seit 2011 von allen Instituten verbindlich einzuhalten. 

Wesentliche Bausteine der LRMV sind:

  • Regelmäßige Durchführung verschiedener Stresstests
  • Vorhalten eines Liquiditätspuffers auf Basis der Ergebnisse der Stresstests
  • Erstellung eines Liquiditätskrisen-Notfallplans
  • Verschärfte Vorschriften für das Intraday Liquidity Management
  • Aufbau eines effektiven Collateral Managements

Seit seinem Inkrafttreten steht das Regelwerk im Fokus der Aufsicht bei Vor-Ort-Bankenprüfungen. So kann eine unzureichende und nicht durchgängige Implementierung der LRMV für die verantwortlichen Geschäftsleiter ein ernstzunehmendes Compliance-Thema darstellen.

Die Integration aller beschriebenen Elemente ist wesentlicher Erfolgsfaktor für eine effektive Liquiditätssteuerung und genießt auf der Agenda von Banken höchste Priorität. Zugleich erfordern im Rahmen von Basel III zahlreiche weitere regulatorische Baustellen die Aufmerksamkeit der Finanzindustrie. Die Deloitte Financial Services Industry (FSI) Advisory unterstützt Sie bei der proaktiven Bewältigung dieser anstehenden Herausforderungen. Durch eine rechtzeitige Anpassung Ihres Geschäftsmodells, einen konsistenten Planungsprozess sowie ein frühzeitiges Erkennen von regulatorischen Trends sichern Sie sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern. Nutzen Sie unsere Kompetenz in Form maßgeschneiderter Dienstleistungen. 

Wir unterstützen Sie u.a. bei:

  • Gesamthafte Analyse aller Auswirkungen des Liquidity- sowie des Basel III Frameworks auf Ihr Geschäftsmodell, Berechnung aller Kennzahlen (LCR, Capital Ratios, Leverage Ratio, RoE) und Durchführung von flexiblen Szenarioberechnungen unter Verwendung des Deloitte Basel III Simulationstools.
  • Konzeption und Umsetzung – Erstellung und Überarbeitung relevanter Dokumentationen (Handbücher, Richtlinien, Workflows, Dienstanweisungen, etc.).
  • Unterstützung bei der datenmäßigen und IT-technischen Implementierung der neuen Liquiditätskennzahlen.
  • Aufbau des täglichen Liquiditätsrisikomanagements inkl. Berichtswesen.
  • Implementierung der neuen Meldetemplates und Einschulung der Mitarbeiter.
  • Unterstützung beim Aufbau sowie bei der Steuerung des Liquiditätspuffers.
  • Durchführung von umfassenden Wirtschaftlichkeitsrechnungen unter Berücksichtigung von Liquiditätskosten und Ableitung von strategischen Handlungsempfehlungen für die Bank.

Die FSI Advisory verfügt über ein österreichweit einzigartiges Expertenteam in den Bereichen Regulatory Advisory und quantitatives Risikomanagement. Die umfangreichen Erfahrungen unseres Teams beruhen auf einer Vielzahl erfolgreich durchgeführter Basel III/CRD II/CRD IV/CRR Implementierungsprojekte. Durch den laufenden Austausch mit der Industrie und den zuständigen Regulatoren und Aufsichtsbehörden auf österreichischer und europäischer Ebene stellen wir sicher, dass unser Know-how stets auf dem aktuellsten Stand der aufsichtsrechtlichen und risikotechnischen Entwicklungen bleibt.

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