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Einkommensbericht

Die nächste Generation

Deloitte Österreich beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren erfolgreich mit der Bearbeitung von Gehaltssystemen und -analysen in Unternehmen. Auch mit dem Thema „Equal Pay und geschlechtergerechte Entlohnung“ haben wir uns auseinandergesetzt und bereits im letzten Newsletter-Artikel Auszüge der Erhebungsmöglichkeiten mittels unserer Tools vorgestellt.

Bei unseren bisherigen Projekten rund um die Erstellung von Einkommensberichten wurde deutlich, dass es unzählige Gründe für Gehaltsunterschiede geben kann. Der Einkommensbericht zeigt diese Unterschiede auf, gibt jedoch in seiner aggregierten, anonymisierten Form keinen Aufschluss über deren Hintergründe sowie darauf ob diese erklärbar sind oder nicht.

Unsere Erfahrungen aus unseren bisherigen Projekten zu geschlechterspezifischen Vergütungskriterien zeigen, dass der Einkommensbericht insbesondere in Kombination mit einer vertieften quantitativen Analyse – die detaillierte Abweichungsanalysen, Belegschaftsstrukturanalysen und spezielle Entgeltauswertungen beinhaltet – Rückschlüsse ermöglicht und vertiefende Interpretationen erlaubt. Das aktuelle Gehaltssystem kann so umfassend durchleuchtet und den Gehaltsunterschieden auf den Grund gegangen werden.

Wird der Einkommensbericht nach dem kollektivvertraglichen Schema erstellt, so ergeben sich häufig Gehaltsunterschiede, die aus der Einstufung der MitarbeiterInnen resultieren. Nicht immer wird hier Gleiches mit Gleichem verglichen. Verfügt das Unternehmen über eine innerbetriebliche Funktionsstruktur, zB im Sinne von Jobfamilien, in denen vergleichbare Funktionen zusammengefasst werden, so zeigen sich in der Regel weit geringere Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern als bei der Auswertung nach Kollektivvertrag.

Herausforderung Einkommensbericht:

Die richtigen Ergebnisse richtig interpretieren

Der Jahresentgeltbegriff des Einkommensberichts ist sehr umfassend zu verstehen. So können etwa sozialbedingte Entgelte oder Sonderzahlungen, wie zB Jubiläumsgelder, zu Unterschieden führen, deren Ursachen durch den Einkommensbericht an sich nicht ersichtlich sind. Zeigen sich beim Einkommensbericht Unterschiede in den einzelnen Gruppen, ist es ratsam, das aufsummierte Jahresentgelt in unterschiedliche Entgeltkategorien aufzuteilen und eine Abweichungsanalyse durchzuführen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen daher einen Ausschnitt an Gründen für Gehaltsunterschiede:

  • Hochrechnung des Jahresentgelts: Eine mögliche Ursache von Unterschieden liegt im Beschäftigungsausmaß der MitarbeiterInnen. Die Errechnung des auf Vollzeit hochgerechneten Jahresentgelts von Teilzeitbeschäftigten, unterjährig Beschäftigten oder unterjährigen Absenzen stellt Unternehmen häufig vor eine Herausforderung. Auf die Qualität der Daten sollte daher bereits bei der Erhebung besonderes Augenmerk gelegt werden.
  • Zusammenfassung unterschiedlicher Teilgruppen: Deutliche Unterschiede im Grundgehalt können insbesondere dann entstehen, wenn eine geringe Anzahl an Personen in einer Gruppe beschäftigt sind und folglich eine gemeinsame Auswertung unterschiedlicher Gruppen notwendig wird.
  • Unterschiedliches Ausmaß und Vergütung von Überstunden: Im Einkommensbericht wird die Vergütung von Überstunden (wie zB einzelverrechnete Überstunden oder Überstundenpauschalen) nicht gesondert herausgerechnet. Fallen in einer Gruppe deutliche Unterschiede im Ausmaß bzw der Entlohnung von Überstunden an, wäre es folglich sinnvoll in einer vertiefenden Auswertung diese gesondert zu analysieren. 

Von der Pike bis zum Pay-Gap

Wir haben uns den oben beschriebenen Herausforderungen angenommen und eine Methodik entwickelt, um Unternehmen bei der Erstellung und Interpretation des Einkommensberichtes optimal unterstützen zu können. Das beginnt schon bei der Pike, nämlich bei der Erhebung der Daten. Das Ziel dabei ist, eine hohe Datenqualität als solide Basis für die weiteren Erhebungen zu erlangen. Ihr Nutzen ist weiters:

  • die Erstellung eines umfassenden Einkommensberichts, der über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht,
  • die Identifikation von Ursachen und Hintergründen eines eventuellen Gender-Pay-Gaps,
  • das Aufzeigen von Möglichkeiten zur Schaffung eines chancengleichen Gehaltssystems.

Wenn Sie jetzt die Erstellung oder die Analyse Ihres Einkommensberichts in die Hand nehmen möchten, dann kontaktieren Sie uns!

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