Moderne Fürhrungsstile

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10 Schauplätze erfolgreicher Führung

Contemporary Leadership

Deloitte hat im vergangenen Jahr mit 243 Top-Managern über die Umsetzung strategischer Zielsetzung gesprochen und 551 Führungskräfte persönlich zu ihrem Führungsverständnis interviewt. Unsere tägliche Beratungspraxis hat uns gezeigt, was erfolgreiche Führung auf der Höhe der Zeit ausmacht.

1. Veränderung statt Changemania

Effektive Führung basiert auf dem ernsthaften Willen, gemeinsam mit anderen die Zukunft zu gestalten. Sie steht damit vor der schwierigen Herausforderung, zwischen sinnvoller, notwendiger und tatsächlicher Veränderung und einer aktionistischen, modischen und oft auch unwirksamen „Changemania“ zu unterscheiden. Gelingt das nicht, führt das bei vielen – auch  den Führungskräften selber – häufig zu Zynismus, Apathie oder Burn-Out. Veränderung wird dann als Trugbild, als Naturgewalt oder als akute Bedrohung erlebt.

Veränderung statt Changemania

2. Handlungsfähigkeit trotz knapper Ressourcen

Führungskräften stehen immer nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung: Geld und Personal, Zeit und Aufmerksamkeit, die eigene Motivation und die persönliche Belastbarkeit. Auch wenn diese Ressourcen eher noch knapper werden: Wirksame Führung bleibt bei ihrem konstruktiven Gestaltungsanspruch. Sie kombiniert einen realistischen Blick auf die Rahmenbedingungen und die vorhandenen Mittel mit einem sehr gezielten und entschlossenen Ressourceneinsatz und kann dadurch dennoch für Veränderung sorgen.

Handlungsfähigkeit trotz knapper Resourcen

3. Fokus auf Sinn und Potential

Führung muss sich in einer Umgebung kompetitiver Märkte, fordernder Stakeholder und wachsender  Komplexität beweisen. Die klassische Management-Logik von Zielsetzung, Planung, Umsetzung und Kontrolle wird dadurch nicht obsolet, sie verliert aber rasant an Wirksamkeit. Erfolgsversprechender ist es, intensiv und kontinuierlich daran zu arbeiten, die Frage nach dem „Warum“ zu beantworten und damit für Sinn und Orientierung zu sorgen. Wirksame Führung schafft es auf dieser Basis, vorhandene Veränderungsenergie rasch zu erkennen und mit voller Kraft gezielt zu nutzen. 

Sinn und Potential

4. Achtsamkeit für Body & Soul

Führung braucht viel Energie – effektive Führung bedeutet daher, sehr genau und bewusst auf die eigenen physischen und psychischen Ressourcen zu achten.  Das heißt, reflektiert mit widersprüchlichen Anforderungen umzugehen, sehr selektiv und mit dem Mut zur großen Lücke zu priorisieren und sehr systematisch die eigene Arbeit und die Zusammenarbeit mit anderen zu organisieren. Das heißt auch, gut darüber Bescheid zu wissen, woraus man Energie gewinnt, was einen Energie kostet und woran man den aktuellen Stand des eigenen Energiehaushaltes erkennt. Wenn das gelingt, können Führungskräfte nachhaltig wirksam sein und damit auch einen Beitrag zu einer gesunden Organisation und gesunden Mitarbeitern leisten.

Achtsamkeit für Body & Soul

5. Selbst-Bewusstsein als Erfolgsfaktor

Die erfolgreiche Führung anderer macht es notwendig, sich selber erfolgreich zu führen. Die wirksame Veränderung einer Organisation macht es notwendig, sich selber und sein Führungsverhalten zu verändern. Bei sich selbst zu beginnen, bedeutet vor allem, aus Erfahrungen zu lernen und trotzdem neugierig zu bleiben, die eigene Persönlichkeit zu entwickeln und die eigenen Führungsmöglichkeiten zu erweitern. All das setzt voraus, ein gutes Bild von sich selbst zu haben und die eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. 

6. Teamsport statt Heldentum

Erfolgreiche Führung ist ein Teamsport. Sie lässt das überholte und überfordernde Modell der heldenhaften Führungskraft hinter sich. Menschen dazu zu bringen, eine Lösung für neuartige, komplexe und widersprüchliche Probleme zu finden, ist eine Leistung, die nicht von Einzelnen erbracht werden kann. Sie ist die Arbeit von vielen, vom CEO über die erste Führungsebene bis zum gesamten Führungsteam und weit darüber hinaus. Effektive Führung erfordert vielfältige Kompetenzen, die nur durch vielfältige (Führungs)Teams  zur Verfügung stehen.

Teamsport statt Heldentum

7. Führung auf den Kopf gestellt

Mit streng hierarchisch organisierten Strukturen und einem linearen Verständnis von Führung lassen sich Unternehmen heute immer weniger effektiv führen. Erfolgreiche Führung auf der Höhe der Zeit heißt immer öfter, Führung zu verteilen: Im Führungsteam, auf Projektleiter, Top-Experten oder Interims Manager. Effektive Führung erfordert, sich auch von anderen führen zu lassen: Von den eigenen MitarbeiterInnen, anderen Führungskräften, Kunden, Lieferanten sowie externen Kooperationspartnern und Stakeholdern. Schließlich wird Führung heute in vielen Fällen nur dann wirklich wirksam, wenn so geführt wird, als hätte man keine formelle Führungsmacht: durch informelle Kommunikation, durch Überzeugung und durch großen Handlungs- und Entscheidungsspielraum.

Führung auf den Kopf gestellt

8. Kooperation mit Verantwortung

Angesichts von komplexen Aufgabenstellungen, neuen Organisationsstrukturen,  verschwimmenden Grenzen zwischen Innen und Außen und zunehmend differenzierten Interessen ist weder ein traditionell-autoritäres noch ein modern-konsensorientiertes Führungsverhalten erfolgversprechend. Zielführender ist ein Führungsverhalten, das eindeutig auf Kooperation setzt und gleichzeitig für klare Verantwortlichkeiten und effiziente Entscheidungsprozesse sorgt. Erst die Kombination von gemeinsamem Handeln und individueller Verantwortung  macht wirksames Führen heute möglich.

Kooperation und Verantwortung

9. Konfrontation im Dialog

Führung wirkt vor allem durch die Steuerung von Aufmerksamkeit. Was hat die Organisation im Blick, was nicht? Worauf richten Führungskräfte ihre Energie? Sollen sich Verhaltensweisen und Ergebnisse nachhaltig verändern, ist es notwendig, die Perspektive und den Fokus der Beteiligten durch intensive und regelmäßige Kommunikation zu ändern. Je mächtiger bisherige Gewohnheiten sind, je größer die angestrebte Veränderung ist, desto wichtiger ist es, dabei Klartext zu reden. Wirksamen Führungskräften gelingt es, ihr Gegenüber ernsthaft mit kritischen Meinungen und Themen zu konfrontieren, ohne dadurch einen offenen und konstruktiven Dialog über deren Bearbeitung zu verhindern.

10. Beziehungsarbeit als Kernaufgabe

Effektive Führung hat das Ziel, in der Organisation für Engagement, Zugehörigkeit und Zusammenarbeit zu sorgen – und damit die Voraussetzungen für kollektiven Erfolg zu schaffen. Sie hat die anspruchsvolle Aufgabe, die oft widersprüchlichen Interessen verschiedenster Stakeholder – Eigentümer, Mitarbeiter, Kunden, Öffentlichkeit, etc. – auszubalancieren und trotzdem entscheidungsfähig zu bleiben. Sie kann immer nur durch andere und daher durch Kommunikation wirksam werden. All das gelingt nur dann, wenn Führungskräfte intensiv an und in Beziehungen arbeiten.

Beziehungsarbeit als Kernaufgabe
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