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HR Predictions 2020

Deloitte analysiert die wichtigsten HR-Trends für Unternehmen

Die sich ständig ändernde Arbeitswelt birgt zahlreiche Herausforderungen für Unternehmen. Auf der einen Seite gilt es die eigene Attraktivität zu erhöhen, um besonders in Zeiten des Fachkräftemangels Talente gewinnen zu können. Demgegenüber stehen jedoch die steigende wirtschaftliche Unsicherheit und schrumpfende Budgets.

Die Top 4-Trends im Überblick:

  1. Soziales Engagement messbar und sichtbar machen
  2. Alternative Arbeitsverhältnisse pflegen
  3. Internes Potenzial verstärkt nutzen
  4. Überfachliche Kompetenzen in Fokus nehmen

Deloitte hat die wichtigsten strategischen Maßnahmen identifiziert, mit denen Unternehmen den zunehmenden Herausforderungen im Personalbereich erfolgreich entgegenwirken können. „Dabei sind besonders Klarheit, Fokus und Mut zum Handeln gefragt, um die neuen Aufgaben zu meistern“, erklärt Anna Nowshad, Director bei Deloitte Österreich.

Soziales Engagement nach außen tragen

Das soziale Engagement von Unternehmen spielt nicht nur für die Öffentlichkeit eine Rolle, auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es zunehmend von Bedeutung, dass ihre Arbeitgeber Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt übernehmen.

„Auch aus diesem Grund sind Unternehmen gefordert, ihre Geschäftsziele mit sozialen Belangen und Umweltaspekten in Einklang zu bringen“, bestätigt Anna Nowshad. Daher ist es umso wichtiger, sämtliche Aktivitäten in diesem Bereich zu dokumentieren und messbar zu machen. Dabei können auch neue Zertifizierungs- und Bewertungsrahmen helfen.

Alternative Arbeitsformen als Chance

Alternative Arbeitsformen wie Freelancing, Gig- oder Crowd-Working etablieren sich zunehmend in Österreich und beginnen eine Konkurrenz zu traditionellen Beschäftigungsmodellen darzustellen. Die meisten Unternehmen verfügen jedoch noch nicht über die passenden Prozesse und Strategien, um ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alternative Arbeitsverhältnisse entsprechend anzubieten.

Ein passendes Mindset wird benötigt, um positive Erlebnisse für die gesamte Belegschaft schaffen zu können. „Um die Vorteile von alternativ beschäftigten Mitarbeitern auch langfristig und gewinnbringend nutzen zu können, muss man als Arbeitgeber attraktive Angebote schnüren und bestehende Strukturen neu denken“, betont Nowshad.

Auf internes Potenzial setzen

In Zeiten des Fachkräftemangels setzt eine immer größere Zahl an Unternehmen auf die interne Personalentwicklung und Mobilität der bestehenden Belegschaft. Neue Technologien ermöglichen beispielsweise den Aufbau interner Talent-Marktplätze, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich bessere Möglichkeiten zur Umorientierung und neue interne Jobchancen aufzeigen können. Ebenfalls durch technologische Innovationen ermöglicht wird die virtuelle Zusammenarbeit, mit welcher Talente-Knappheit auf bestimmten Arbeitsmärkten oder auch knapperen Budgets entgegengewirkt werden kann.

„Österreichische Unternehmen haben das Potenzial von internem Recruiting bereits erkannt. Eine kürzlich durchgeführte repräsentative Deloitte Umfrage in Kooperation mit dem SORA Institut belegt: Der Großteil der Unternehmen will benötigte Kompetenzen durch interne Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen aufbauen“, so die Deloitte Expertin.

Überfachliche Kompetenzen fokussieren

Am Arbeitsmarkt unterliegen die Jobanforderungen und Skills, unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße, einem ständigen Wandel. Das Resultat davon ist, dass vor allem überfachliche Kompetenzen einen immer höheren Stellenwert bekommen. Aus diesem Grund, beginnen Unternehmen klassische Auswahlprozesse, Qualifizierungssysteme oder Trainings zu überdenken und setzen zunehmend auf neue agile Arbeits- und Kommunikationsstrukturen, die sich mehr an der gelebten Praxis als an formalen Strukturen orientieren.

„Auch hierzulande suchen immer weniger Unternehmen nach konkreten Fachkompetenzen. Mehr als die Hälfte richtet sich laut Deloitte Umfrage bei der Mitarbeitersuche ausschließlich an überfachlichen Kompetenzen aus. Damit können auf lange Sicht neue Jobprofile und agilere Teammodelle entstehen“, ergänzt Anna Nowshad.

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