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Deloitte Millennial Survey 2016

Winning over the next generation of leaders

Im Rahmen des weltweiten Deloitte Millennial Survey 2016 wurden rund 7.700 in Beschäftigung stehende 24- bis 34-Jährige aus 29 Ländern zu den Einstellungen in Bezug auf ihren Job und die Arbeitswelt befragt. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Jobwechselbereitschaft sowie Wertorientierung der Millennials und stellen die Arbeitgeber vor große Herausforderungen.

Wertorientierung der Millennials führt zu hoher Jobwechselbereitschaft

  • Zwei Drittel der Millennials wollen bis 2020 ihren Job wechseln
  • Die Loyalität der Millennials ist gekoppelt an den Wunsch nach Führungsverantwortung, Flexibilität am Arbeitsplatz und profitunabhängigem Sinn
  • Persönliche Werte der Millennials bestimmen ihre Karrierewege

 

Einer von vier Millennials wäre bereit, im nächsten Jahr einen neuen Job anzutreten und etwas völlig anderes zu machen. Diese Zahl erhöht sich auf 44 %, wenn der Zeitraum für einen potenziellen Berufswechsel auf zwei Jahre erweitert wird. Sogar zwei Drittel der Befragten würden bis zum Jahr 2020 ihren Job wechseln. Zu diesen Ergebnissen kommt der zum fünften Mal von Deloitte international durchgeführte Millennial Survey.

„Die hohe Jobwechselbereitschaft unter den Millennials ist ein weltweiter Trend, den wir auch in Österreich beobachten“, betont Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich. „Die Millennials etablieren sich immer mehr im Arbeitsleben und damit steigt auch der Druck auf die Unternehmen, für die geänderten Bedürfnisse und hohen Erwartungen der jungen Arbeitnehmer die passenden Angebote zu liefern. Die Loyalität der Millennials muss hart erarbeitet werden.“

Millennials streben nach Leadership

Die jungen Arbeitnehmer machen ihre Loyalität zum Arbeitgeber von einer Reihe von Faktoren abhängig: Sie suchen Entwicklungsmöglichkeiten und wollen Führungsverantwortung übernehmen, verlangen nach Flexibilität und sinnvollen Tätigkeiten.

Gerade das Thema Leadership wird für die Millennials immer wichtiger. Auch wenn viele von ihnen bereits höhere Positionen in Unternehmen bekleiden, bleibt für die Unternehmen dennoch einiges zu tun. Mehr als sechs von zehn Befragten sind der Meinung, dass ihre Leadership-Fähigkeiten nicht ausreichend gefördert werden. „Die Millennials fühlen sich beim Thema Leadership häufig übergangen“, erklärt Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Sie haben das Gefühl, dass ihre Vorgesetzten junge Talente zu wenig fördern und es damit verabsäumen, die Führungspersönlichkeiten von morgen heranzubilden.“ Die daraus resultierende Enttäuschung ist für die Unternehmen besonders riskant.

Mehr als drei Viertel der Studienteilnehmer geben an, selbst die Kontrolle über ihren Karriereweg zu haben. „Das hohe Selbstbewusstsein macht die Millennials unabhängig – auch in geografischer Hinsicht. Denn sie sehen nicht nur Österreich als ihren Arbeitsmarkt, sondern zumindest ganz Europa“, betont Gundi Wentner.

Hohe Wertorientierung der Millennials

Die aktuelle Studie bestätigt erneut die generell hohe Wertorientierung der Millennials: 56 % schließen eine Beschäftigung bei einem bestimmten Unternehmen einzig aufgrund dessen Philosophie bereits im Vorfeld aus. 55 % messen ihren persönlichen Werten einen hohen Stellenwert bei der Jobwahl bei. 49 % haben sich auch schon einmal geweigert eine bestimmte Aufgabe zu übernehmen, da sie sich mit dieser nicht identifizieren konnten. Von 44 % wurde bereits ein konkretes Jobangebot aufgrund divergierender Wertvorstellungen abgelehnt.

„Millennials stellen ihre eigenen Werte nicht selten über die des Unternehmens. Sie trauen sich Nein zu sagen, wenn eine konkrete Aufgabe mit ihren Überzeugungen im Widerspruch steht“, so Gundi Wentner. „Die Studienergebnisse legen außerdem den Schluss nahe, dass sich die Werte der jungen Talente auch bei beruflichem Aufstieg und Erfolg nicht ändern oder verwässern. Die Unternehmen müssen mehr denn je eine wertebasierte Kultur aufbauen.“

Millennials wollen Unternehmen mit übergeordnetem Sinn

Die Millennials wollen zum überwiegenden Teil für Unternehmen tätig sein, die neben

Profitorientierung ihrer Tätigkeit auch einen übergeordneten Sinn geben. 56 % der Millennials geben an, dass der tiefere Unternehmenszweck einer der Hauptgründe für die Jobwahl war. 88 % der Befragten, die länger als fünf Jahre in ihrem Unternehmen bleiben wollen, sind mit dem Sinnverständnis ihrer Organisation einverstanden. Unter denjenigen, die innerhalb von zwei Jahren einen Wechsel planen, sind es immerhin 63 %.

„Die Millennials verstehen, dass Profitabilität und Wirtschaftlichkeit wichtige Pfeiler unserer Wirtschaft sind. Sie verlangen aber auch, dass Unternehmen ihr Handeln nicht an der reinen Gewinnmaximierung ausrichten. Das müssen die Unternehmen dringend ernst nehmen, wenn sie Millennials überzeugen und längerfristig binden wollen“, erklärt Bernhard Gröhs abschließend. 

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