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Deloitte Millennial Survey 2020

Hohes Stresslevel und Zukunftssorgen beschäftigen junge Österreicherinnen und Österreicher

Für den jährlich erscheinenden Millennial Survey von Deloitte wurden zum Jahreswechsel rund 18.400 Personen aus 43 Ländern zu ihrer aktuellen Stimmungslage befragt, darunter auch 300 Österreicherinnen und Österreicher. In einer Zusatzumfrage im Frühling 2020 wurde außerdem das internationale Stimmungsbild der Millennials und der Generation Z nach der Ausbreitung von COVID-19 eingefangen. Das Ergebnis: Weltweit blicken die Jungen sorgenvoll in die Zukunft, in der Corona-Krise sehen viele aber auch eine Chance zum Neustart.

Viel Stress und das Bedürfnis nach Sicherheit: So fasst der aktuelle Millennial Survey von Deloitte die Einstellung einer ganzen Generation gegenüber der Zukunft zusammen. Demnach sorgen sich die österreichischen Millennials vor allem um die Umwelt, das Wohlergehen ihrer Familie und die eigene finanzielle Sicherheit. Durch die Coronavirus-Pandemie werden diese Sorgen laut Expertinnen und Experten noch verstärkt. Sicherheit suchen viele in einem beständigen Job – wobei sich nur wenige Befragte gut gewappnet für die Digitalisierung fühlen.

Key Findings

  • Viel Stress: Knapp die Hälfte der österreichischen Millennials leidet unter Dauerstress
  • Hohes Sicherheitsbedürfnis: 41 % der Befragten wollen die nächsten fünf Jahre beim derzeitigen Arbeitgeber bleiben
  • Unzureichende Qualifizierung: Nur 22 % der StudienteilnehmerInnen glauben, für die digitalisierte Arbeitswelt gewappnet zu sein
  • Verbreitete Zukunftsangst: Klimawandel bereitet 44 % der Befragten große Sorgen

Steigendes Stresslevel drückt die Stimmung

Heimische Millennials neigen im internationalen Vergleich besonders zu Pessimismus. Laut Umfrage sind 49 % der jungen Österreicherinnen und Österreicher der Ansicht, dass sie im Vergleich zur vorherigen Generation tendenziell unglücklicher sind. Ein Grund dafür ist der zunehmend hektische Alltag: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, sehr oft unter Stress zu leiden. Das Wohlergehen der Familie sowie die zukünftige finanzielle Sicherheit sind die häufigsten Auslöser für Stress. Dennoch hat sich mit 16 % nur ein kleiner Teil der österreichischen Millennials in den letzten zwölf Monaten Urlaub genommen. Zum Vergleich: Im globalen Schnitt haben sich immerhin 29 % eine bewusste Auszeit gegönnt.

Mentale Gesundheit ist auch im beruflichen Kontext ein wichtiges Thema. Das hat sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise einmal mehr gezeigt: Home Office, Social Distancing und die Angst vor Ansteckung ist auch an den jungen Menschen nicht spurlos vorbeigegangen. Die Unternehmen müssen darauf verstärkt reagieren und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dieser herausfordernden Situation bestmöglich mit entsprechenden Maßnahmen unterstützen – auch nach dem Lockdown.

Sie können auch dazu beitragen, Stress im beruflichen Kontext zu reduzieren, indem Sie bei der Zusammensetzung von Teams die jeweils unterschiedlichen Arbeitsstile einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Deloitte Business Chemistry Modell

 

Starkes Bedürfnis nach Sicherheit

Mit dem steigenden Stresslevel wächst das Bedürfnis nach Sicherheit in allen Lebensbereichen – auch am Arbeitsplatz. Laut Studie fühlten sich drei Viertel der jungen Österreicher Anfang des Jahres noch relativ bis sehr sicher im Job. Mit 41 % wollte außerdem der Großteil der Millennials die nächsten fünf Jahre beim aktuellen Arbeitgeber bleiben. Die Corona-Pandemie hat diese Jobsicherheit nun stark erschüttert.

Das Sicherheitsbedürfnis hat sich durch COVID-19 definitiv verstärkt. Schließlich hatte die Pandemie drastische Auswirkungen auf die Karrieren vieler junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Laut Umfrage hat über die Hälfte der erwerbstätigen Befragten weltweit durch die Pandemie den Arbeitsplatz verloren oder vorübergehend unbezahlten Urlaub genommen. Auch hierzulande müssen viele bis heute um ihren Job bangen.

 

Unzureichende Qualifizierung für fortschreitende Digitalisierung

Durch die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt kommen neue Fähigkeiten und Arbeitsweisen auf die Millennials und die Generation Z zu – COVID-19 verstärkt diesen Digitalisierungsschub noch. In Österreich sind aber 46 % der berufstätigen Befragten der Ansicht, dass sie nur teilweise über die benötigten Kompetenzen für die Digitalisierung verfügen. Lediglich 22 % sind davon überzeugt, alle passenden Qualifikationen für die digitalisierte Arbeitswelt mitzubringen.

Die österreichischen Millennials scheinen die Auswirkungen der Digitalisierung trotz allem noch zu unterschätzen: Ganze 43 % gehen nicht davon aus, dass die fortschreitende Digitalisierung sich auf ihre Jobs auswirken wird. Dabei hat gerade die aktuelle Ausnahmesituation gezeigt: Digitale Skills werden für die Zukunft immer wichtiger. Im globalen Durchschnitt glauben hingegen nur 28 %, dass die Industry 4.0 spurlos an ihnen vorübergehen wird.

Finden Sie hier weitere Informationen, wie Sie sich für die digitale Arbeitswelt wappnen können.

Millennials und die Sorge um die Umwelt

Soziale und ökologische Themen liegen den Jahrgängen 1983 bis 1994 besonders am Herzen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die voranschreitende globale Erderwärmung viele beschäftigt: In Österreich etwa bereitet der Klimawandel 44 % der Befragten große Sorgen. Fast zwei Drittel befürchten sogar, dass die bestehenden Umweltschäden bereits irreparabel sind. Generell sind die Österreicherinnen und Österreicher besonders pessimistisch: Nur 15 % glauben, dass die Anstrengungen im Bereich Umweltschutz zielführend sein werden. Zum Vergleich: Im globalen Schnitt sind immerhin 40 % zuversichtlich.

Die Skepsis der österreichischen Millennials zeigt sich auch gegenüber dem positiven sozialen Einfluss der Wirtschaft. Nur 30 % glauben an deren gesellschaftlichen Mehrwert. Junge Menschen wünschen sich Arbeitgeber, die sich mit einer zielgerichteten Strategie für Vielfalt, Nachhaltigkeit und Inklusion einsetzen. Die Umfrageergebnisse zeigen hier seitens der Unternehmen noch großen Aufholbedarf. Dabei lohnt sich mehr Engagement auf mehreren Ebenen: Wenn Unternehmen verstärkt auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingehen, steigert das ihre Mitarbeiterbindung und macht sie krisenresistenter.

Infografik: Deloitte Millennial Survey 2020

Die Ergebnisse Deloitte Millennial Survey 2019 finden Sie hier zum Download.

Deloitte Millennial Survey 2019 

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