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Warum Unternehmens­kultur 2015 das brennendste Thema ist

Für 95 % der Bewerber ist die Kultur eines Unternehmens wichtiger als das Gehalt*. Weil die Kultur auch von außen immer leichter nachzuvollziehen ist, kann sie zu einem echten Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt werden – oder auch zur Achillesferse wenn es darum geht, die besten Talente für das Unternehmen zu gewinnen und zu halten.

Was früher hinter verschlossenen Türen passierte, ist heute durch soziale Medien und eigens geschaffene Plattformen wie Kununu leicht einsehbar. Wenn ein Unternehmen kein „Great Place to Work“ ist, finden es aktuelle Mitarbeiter genauso wie Talente am Arbeitsmarkt schnell heraus – denn es gibt keine Möglichkeit mehr, sich zu verstecken.

Kultur als Treiber für Mitarbeiter-Engagement

Kultur, also „die Art und Weise wie Dinge in einem Unternehmen passieren“, ist aus mehreren Gründen ein Thema, das 2015 ganz oben auf der Agenda stehen sollte. Neben der bereits angesprochenen Relevanz für zukünftige Talente ist die Kultur auch ein wesentlicher Treiber für das Engagement der Mitarbeiter und somit für die Produktivität eines Unternehmens: So kann eine effektive Kultur bei Unternehmen der gleichen Branche einen Performance-Unterschied von bis zu 50 % ausmachen**. Da nur etwas weniger als ein Drittel der Mitarbeiter in der Arbeit wirklich engaged sind (Gallup’s Studien), ist es nicht verwunderlich, dass weltweit und auch in Österreich Kultur und Engagement die Top Trends 2015 sind (Deloitte Human Capital Trends 2015).

Doch was ist eigentlich Kultur?

Kultur charakterisiert sich durch die Werte, Überzeugungen und Rituale eines Unternehmens, die beeinflussen, wie Arbeit in einer Organisation erledigt wird. Sie trägt maßgeblich dazu bei, wie sich Menschen verhalten – wie sie Entscheidungen treffen oder wie sie miteinander kommunizieren – und wird wesentlich durch Steuerungssysteme und Führungskräfte geformt. Man kann die Kultur „fühlen“, wenn man ein Unternehmen besucht, weil sie sich durch das Verhalten der Mitarbeiter, die Arbeitsumgebungen – zB offene oder geschlossene Büros, Ordnung oder Chaos – und sichtbare Symbole wie Logos oder Schriftbanner zeigt.

Wie Sie an einer effektiven Kultur arbeiten können:
  • Finden Sie heraus, welche Kultur zum Erreichen Ihrer Unternehmensziele beiträgt. Ist  Innovation der wesentliche Treiber für Ihren Unternehmenserfolg? Oder ist Risikominimierung zentral für Ihr Kerngeschäft? Welche Werte sind für Mitarbeiter unerlässlich? Abhängig davon sind unterschiedliche Maßnahmen zur Arbeit an einer effektiven Kultur sinnvoll.
  • Die Kultur lässt sich nicht von heute auf morgen verändern, da eine kontinuierliche Auseinandersetzung notwendig ist - Evaluieren Sie Unternehmenskultur in Echtzeit . Nutzen Sie neue technische Möglichkeiten um zu verstehen, in welchen Bereichen Ihre Kultur stark ist und wo Sie rasch ansetzen müssen, um das Mitarbeiter-Engagement in Ihrem Unternehmen zu fördern.
  • Die Kultur wird wesentlich dadurch geformt, wie sich Führungskräfte verhalten, was sie sagen und was sie honorieren. Beurteilen Sie daher Führungskräfte nicht nur über das Erreichen von Unternehmenszielen, sondern auch über ihren Beitrag zur Stärkung einer effektiven Kultur.
  • Hören Sie auf die Millenials: Ihre Wünsche, Bedürfnisse und Werte werden die nächsten zehn Jahre des Unternehmens wesentlich formen.

Das alte Zitat „Culture eats strategy for breakfast“ trifft auf jedes Unternehmen zu. Unterstützt Ihre Kultur bereits effektiv die Erreichung Ihrer Unternehmensziele?

Motivation & Engagement

„Es ist für uns zentral, dass unsere Mitarbeiter im Research Lab mit Motivation und Engagement ihre Aufgaben erfüllen und sich stets weiterentwickeln können. Wir haben daher gemeinsam mit den Mitarbeitern und Führungskräften in einem intensiven Prozess ein modernes Karriere- und Entwicklungsmodell zusammen mit Deloitte erarbeitet. Dieses soll den richtigen Rahmen bieten, um individuelle Leistungen richtig anzuerkennen, Entwicklungen zu ermöglichen und gleichzeitig eine Kultur der Zusammenarbeit zu stärken, in welcher Mitarbeiter Teil des Innovationsprozesses sein können. Das ist ein Anreiz für jeden Forscher/in und wird unserem hohen Qualitäts- und Innovationsanspruch gerecht.“ Annemaria Mally, Head of HR Strategic Personnel & Organisational Dev., Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG

Lese-Tipps: Talent in Banking, Overcoming the Talent-Crisis in Manufacturing

*Culture Drives Employment Brand: Source: Liz Pellet, Fellow, Johns Hopkins University

**calculated through the Four Rs: Referrals, Retention, Returns to Labour, and Relationships with Customers; Source: 1. Heskett, J. (2011). The Culture Cycle: How to Shape the Unseen Force that Transforms Performance

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