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Das neue Lernen in Unternehmen

Das neue Lernen in Organisationen – 90-10: Nicht nur eine leere Formel?

Die Kernaussage ist, dass Lernen nicht nur formell, sondern vor allem informell passiert. Mitarbeiter lernen 70 % von dem, was sie zur erfolgreichen Ausübung ihres Jobs benötigen, durch Erfahrung und Übung am eigenen Arbeitsplatz. 20 % lernen sie von anderen, wenn sie sich z.B. mit ArbeitskollegInnen in der Kaffeeküche über ihre Projekte austauschen. Nur 10 % des Lernens findet formell über Seminare oder Schulungen statt. Die Formel ist dabei keine akribische Beschreibung der „richtigen“ Kombination unterschiedlicher Lernformen – sie dient als Orientierung und betont die Wichtigkeit des informellen, praxisorientierten Lernens.

Wie kann man 90-10 in der Praxis umsetzen? Was heißt das für die Gestaltung von Lernprogrammen?

Unternehmen können 90-10 nicht per se umsetzen, sie können es aber ermöglichen. Lernen erfolgt individuell – Motivation und persönliche Ziele spielen eine zentrale Rolle. Lernen kann nicht top-down vorgegeben werden. Eine Lernumgebung, die im Sinne von 90-10 gestaltet ist, bringt MitarbeiterInnen in eine aktive Rolle und unterstützt das Lösen von realen Problemstellungen. Neben dem Lernangebot kommt vor allem den Führungskräften eine zentrale Rolle zu. Sie ermöglichen Lernen durch die Zuweisung herausfordernder Aufgaben und die gleichzeitige Unterstützung (Feedback) in der Umsetzung.

Wie können die 90 % konkret gestaltet werden?

Selbstverständlich ist es herausfordernder, sich unternehmensspezifisch sinnvolle Lernangebote im Sinne der „90“ zu überlegen, anstatt auf den altbekannten Seminarkatalog zurückzugreifen. Beispiele sind Troubleshooting, die Übernahme von Rollen in internen oder externen Fachcommunities, Buddysysteme, die Leitung eines komplexen Projektes oder die verstärkte Zusammenarbeit mit dem Senior Management. Voraussetzung für soziales Lernen ist, den Austausch zwischen den MitarbeiterInnen zu fördern. Dies reduziert die Hemmschwelle, bei konkreten Problemstellungen die richtigen Personen anzusprechen. Auch informelle Veranstaltungen, die den Austausch zu Arbeitsthemen ermöglichen, sind aus unserer Erfahrung sehr wertvoll. 10 % wird über Schulungen und Weiterbildungen gelernt. Diese formalen Elemente haben– als Teil des großen Ganzen – auch nach wie vor ihre Wichtigkeit. Essentiell ist dabei, den Transfer des Gelernten in die Praxis gezielt zu ermöglichen.

It’s a Journey

Lernen findet nicht punktuell statt und wirkt nicht von heute auf morgen. Der einmalige Besuch eines Seminars bewirkt wenig Lernerfolg, da er von realen Herausforderungen am Arbeitsplatz abgegrenzt wird. Die intelligente Verknüpfung der unterschiedlichen Lernelemente entlang 90-10 ist von zentraler Bedeutung. Wenn Sie daran interessiert sind, wie eine Lernreise aussehen kann und wie Lernen im Sinne eines Prozesses am besten angelegt wird, freuen wir uns, von Ihnen zu hören!

Ihr Ansprechpartner

Mag. Anna Nowshad

Mag. Anna Nowshad

Senior Manager Human Capital

Anna Nowshad ist Senior Manager bei Deloitte Human Capital und unterstützt Kunden bei der Gestaltung und Einführung von Performance Management- und Talent-Management Systemen, mit Schwerpunkten in Kar... Mehr