Karriere im Rechnungswesen

Karriereblog

Die Ausbildung zur Steuerberaterin

Denise Artner

Früh genug die gewünschten Kurse buchen. Lern- und Zeitplan erstellen, um den Überblick nicht zu verlieren. Lernpausen einplanen und einhalten! Einen kühlen Kopf vor der Prüfung bewahren – dass man alles zu 100% kann ist nicht möglich.

Welche Voraussetzungen braucht man, um bei dem Steuerberater- Prüfungsverfahren antreten zu können?

Zunächst müssen die Voraussetzungen der Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer erfüllt sein, um als Berufsanwärterin oder Berufsanwärter zugelassen zu werden: Ein mit Erfolg abgeschlossenes facheinschlägiges Hochschul- oder Fachhochschulstudium und der Nachweis einer facheinschlägigen Tätigkeit in einer Steuerberatung im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden werden dafür benötigt. Eine Zulassung zum Prüfungsverfahren ist dann nach 18 Monaten Berufsanwärterpraxis möglich. Somit kann man anders als bisher bereits nach eineinhalb Jahren Berufsanwärterzeit zu den Fachprüfungen antreten. Nach erfolgreicher Ablegung der Prüfungen ist die Angelobung zur Steuerberaterin oder zum Steuerberater nach einer Berufsanwärterzeit von drei Jahren möglich.

Wie schaut das Prüfungsverfahren aus?

Das Prüfungsverfahren besteht aus einem schriftlichen und einem abschließenden mündlichen Teil. Der schriftliche Teil umfasst die Klausuren Betriebswirtschaftslehre, Rechnungslegung und externe Finanzberichterstattung, Rechtslehre sowie Abgabenrecht, welches aus zwei Teilklausuren besteht. Die mündliche Prüfung kann nach positiver Absolvierung der schriftlichen Klausuren abgelegt werden und umfasst neben den bereits in den schriftlichen Klausuren abgehandelten Themen ebenfalls die Themenbereiche Qualitätssicherung und  Risikomanagement, Berufsrecht, Grundzüge des Europarechts, Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht sowie Grundzüge des Verfassungs- und Verwaltungsrechts.

Was muss man lernen um die Prüfungen erfolgreich zu absolvieren?

Die Kammer für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer hat auf ihrer Homepage die Themenfelder der einzelnen Klausuren genau beschrieben und bietet somit einen guten Überblick hinsichtlich der einzelnen Lernfelder.

Zur Prüfungsvorbereitung bietet die Akademie der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sowohl Theorie- als auch Beispielkurse an, in denen Expertinnen und Experten die entsprechenden Lehrstoffe vermitteln. Neben diesen Kursen werden ebenfalls Prüfungstrainings angeboten, die in der „heißen Phase“ vor dem Klausurtermin intensiv in allen Lernfeldern vorbereiten.

Für mich persönlich waren vor allem die Beispielkurse und die Prüfungstrainings eine große Hilfe, da in diesen Kursen gelernt wurde, wie das theoretische Wissen auf praktische Fälle anzuwenden ist.

Worauf sollte man besonders achten? Ab wann sollte man sich vorbereiten?

Zeitmanagement ist alles. Man sollte sich jedenfalls zeitgerecht über das Ausbildungsangebot der Akademie informieren. Die Kurse sind bei den Prüfungskandidatinnen und Prüfungskandidaten sehr gefragt und daher schnell ausgebucht. Es empfiehlt sich daher zu Beginn des Prüfungsverfahrens einen Fahrplan aufzustellen, um alle Termine und Anmeldefristen im Blick zu behalten.

Die Vorbereitungszeit ist individuell auf den jeweiligen Lerntyp anzupassen. Die Kurse bieten einen Einblick in den Umfang der Lernfelder, wodurch sich der Zeitaufwand vorab einschätzen lässt. Die benötigte Vorbereitungszeit ist auch von seinem Arbeitsalltag abhängig. Ich persönlich hatte die Möglichkeit mich abhängig je nach Klausur zwei bis vier Wochen direkt vor dem Prüfungstermin intensiv vorzubereiten.

Kann man neben der Arbeit für die Prüfungen lernen?

Die Vorbereitungs- und Prüfungszeit ist herausfordernd und sollte nicht unterschätzt werden. Durch entsprechende Kommunikation mit dem Vorgesetzten und Zeiteinteilung steht einer guten Prüfungsvorbereitung jedoch nichts entgegen. Je nach Lerntyp ist der Fokus jedenfalls für einen gewissen Zeitraum direkt vor dem Prüfungstermin rein auf die Vorbereitung zu legen.

Wie unterstützt Deloitte die Ausbildung?

Deloitte unterstützt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Ausbildung auf mehreren Ebenen. So bietet Deloitte durch interne Schulungen bereits eine erste Vorbereitung auf die facheinschlägigen Themen des Abgabenrechts. Unterstützung findet man ebenfalls bei Kolleginnen und Kollegen hinsichtlich fachlicher Fragestellungen und Hilfestellung bei der Prüfungsvorbereitung.

Weiters werden die Prüfungskandidateninnen und Prüfungskandidaten finanziell durch ein vereinbartes Ausbildungsbudget entlastet, mit welchem der Großteil der im Prüfungsverfahren anfallenden Kosten gedeckt wird. Da die Prüfungsvorbereitungen einige Zeit in Anspruch nehmen, kommt Deloitte seinen künftigen Steuerberaterinnen und Steuerberatern auch mit flexiblen Arbeitszeitmodellen entgegen.

Ein Tipp an Anwärterinnen und Anwärter, die gerne die Ausbildung absolvieren möchten?

Ein Lern- und Zeitplan erleichtert die Vorbereitungszeit enorm. Mir persönlich hat vor allem eine Aufstellung der zu lernenden Literatur und Skripten geholfen, um den Überblick nicht zu verlieren. Es ist außerdem wichtig, Lernpausen festzulegen und vor allem auch einzuhalten – die Produktivität und Effizienz leiden sonst darunter. Und zu guter Letzt gilt: Durchhalten. Die Prüfungsvorbereitung ist anstrengend, aber die Mühe wert. Einfach Ruhe bewahren und nicht aufgeben – dann kann nichts schief gehen.

Wie geht es nach den erfolgreich absolvierten Prüfungen weiter?

Das hängt davon ab, was man anstrebt. Ich persönlich konnte durch die positive Absolvierung der Steuerberaterprüfung einerseits einen weiteren Schritt auf der Karriereleiter gehen, andererseits durfte ich mehr Verantwortung übernehmen. Meine Aufgabengebiete verlagern sich dadurch zum Teil auf das Reviewen von Tätigkeiten der jüngeren Kolleginnen und Kollegen.

 

Denise Artner ist seit 2014 bei Deloitte beschäftigt. Bereits während ihres Jus-Studiums hat sie sich für ein berufsbegleitendes Praktikum (Tax Academy) bei Deloitte entschieden und ist mittlerweile als Senior in der Steuerberatung tätig.

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