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Stiftung, Privatpersonen & Familienunternehmen

Karriere im Bereich Private Clients bei Deloitte

Ein Erfahrungsbericht von Christian Wilplinger

Herr Wilplinger, was darf man sich unter Private Clients im Tax Bereich vorstellen?

Ich würde es mit einer Negativabgrenzung erklären. Private Clients ist alles, das nicht Börse und öffentliche Hand ist, somit vor allem Stiftungen, Privatpersonen und deren Unternehmen (Familienunternehmen). Wir bieten Steuerberatung im Zusammenhang mit allen Veranlagungsformen (Unternehmensanteile, Kapitalvermögen, Immobilienvermögen, Kunstvermögen, etc.) und sind spezialisiert auf Fragestellungen bei österreichischen und ausländischen Stiftungen. Gerade das ist ein Punkt, wo es aktuell, vor allem bedingt durch die Steuerabkommen mit der Schweiz und Lichtenstein, sehr viel zu tun gibt. Internationale Stiftungen stehen aktuell im Fokus der Finanzbehörde und dadurch entsteht natürlich Beratungsbedarf.

Was wären typische Fragen, mit denen ich als Klient zu Ihnen kommen?

Eine ganz klassische Frage ist sicherlich die nach einer steuerlichen Vertretung: Wir gehen gemeinsam durch, welche Vermögenswerte und Einkünfte es gibt und erarbeiten danach steuerliche Maßnahmen. Dabei bin ich der Vertreter vor der Finanzbehörde in guten wie in schlechten Zeiten, d.h. auch bei Betriebsprüfungen und anderen unangenehmen Verfahren. Ich sehe mich als Navigator der Private Clients in allen Zeiten. Die Beratung ist demnach nicht ausschließlich transaktionsbezogen, sondern für mich steht die langfristige Beziehung mit dem Klienten im Vordergrund.

Eine zweite typische Situation ist es, mich bei steuerlichen Sonderfragen hinzuzuziehen. Es muss also keine steuerliche Vertretung sein. Fragen hierzu wären bspw. die steuerlichen Aspekte eines Immobilienverkaufs, Vermögensübertragungen an die nächste Generation und damit verbundene Themen rund um Stiftungen, Unternehmensanteile usw. Das sind Beispiele von Fragen, mit denen ich täglich konfrontiert werde.

Das klingt nicht nach Standardprodukten?

Man kann Steuerberatung grundsätzlich in Themen und Produkte unterteilen. Darüber hinaus gibt es die Kategorisierung nach Klientengruppen. Private Clients ist damit eine Querschnittsmaterie. Man hat Themen rund um Umsatzsteuer, Lohnsteuer, manchmal auch einfach nur Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuererklärungen. Wichtig ist, zu verstehen, dass unsere Leistungen sehr personenbezogen sind. Es geht daher um die Vernetzung mit Klienten und Multiplikatoren. Bei Private Clients gibt es keine Ausschreibungen, bei denen das günstigste Angebot gewinnt, es läuft sehr viel über Ruf, Vertrauen und persönliche Netzwerke.

Produktseitig beobachte ich die Trends in der Gesetzgebung und die Haltung der Finanzbehörde und reagiert auf diese frühzeitig. Information an die Klienten ist dabei sehr wichtig. In diesen Bereich investieren wir sehr viel. Ein Beispiel wäre das Steuerabkommen mit Lichtenstein, da waren wir sehr früh am Markt und sind einer der Themenführer.

Immobilienertragsteuer ist ein Sonderthema, das man klassisch als Produkt bezeichnen könnte. Das habe ich gemeinsam mit Herbert Kovar entwickelt: Anwälte und Notare müssen Steuern bei Immobilienverkäufen berechnen, was aber nicht deren Kerngeschäft ist. Daher haben wir ein Produkt: „Berechnung der Immobilienertragssteuer für Rechtsanwälte und Notare“.

Christian Wilplinger ist seit 2004 bei Deloitte. Zeitgleich zu seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Graz und dem Doktorat an der WU Wien hat er sich bei Deloitte beworben und ist nun Partner in der Steuerberatung. 

Christian Wilplinger, Deloitte

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