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Deloitte Studie: Unternehmen klagen über zunehmende Risiken im Einkauf durch trübe Konjunkturaussichten

Digitalisierung bringt aber auch neue Profitchancen

Die aktuelle wirtschaftliche Lage und die geopolitischen Instabilitäten trüben über alle Branchen und Unternehmenssparten hinweg spürbar die Stimmung. Auch im Einkauf nehmen Komplexität und Unsicherheit zu. Das zeigt eine aktuelle Deloitte Studie. Der Einsatz digitaler Technologien sowie eine bessere Vernetzung innerhalb der Unternehmen können effektive Gegenmaßnahmen darstellen.

  • Verhaltene Stimmung: 61 % der Einkaufsleiter erkennen Risikosteigerung
  • Externe Risikofaktoren: Wirtschaftlicher Abschwung als größte Gefahr
  • Chance Digitalisierung: 68 % automatisieren ihre Beschaffungsprozesse
  • Strategische Herausforderung: Nur ein Viertel der Einkäufer sehen sich im eigenen Unternehmen gut vernetzt

 

Wien, 9. Dezember 2019 – Im Rahmen einer weltweiten Umfrage hat das Beratungsunternehmen Deloitte rund 500 Chief Procurement Officers (CPOs) zum Status quo im Beschaffungswesen befragt. Die Einschätzung der Einkaufsmanager fällt ernüchternd aus und ist symptomatisch für die vorherrschende Stimmung in der Wirtschaft.

„Die globalen Entwicklungen und neue Abgaben rütteln selbst an den verlässlichsten Handelsbeziehungen. Ganze 61 % der Studienteilnehmer sind der Meinung, dass die Risiken im Einkauf in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen sind“, erklärt Alexander Kainer, Partner bei Deloitte Österreich. „Weniger als die Hälfte ist jedoch für diesen Risikoanstieg gewappnet und plant derzeit entsprechende Restrukturierungen im Lieferantenportfolio.“

Externe Risiken im Fokus

Im Einkauf waren bisher vor allem innerbetriebliche Themen eine Herausforderung. Hürden wie die interne Komplexität, die Steuerung von Großlieferanten und die digitale Fragmentierung des eigenen Unternehmens tragen auch nach wie vor zum Unsicherheitsgefühl der CPOs bei. Jetzt rücken aber zunehmend externe Risikofaktoren in den Mittelpunkt. So stellen der drohende wirtschaftliche Abschwung und die Deflation für die Mehrheit der Befragten die größte Gefahr dar. Daneben sind die anhaltenden Handelskonflikte und der bevorstehende Brexit die bekannten Sorgenkinder.

„Das Umfeld im Einkauf wird immer komplexer und das Handling der eigenen Lieferkette somit immer herausfordernder. In Kombination mit wirtschaftspolitischen Unsicherheiten führt das in der Beschaffung vieler Unternehmen zu Überforderung. Das nehmen wir auch hierzulande wahr. Allerdings können intern Schritte gesetzt werden, um den steigenden Risiken entgegenzuwirken“, so Kainer.

Digitalisierung als Chance

Die Digitalisierung kann in dem anspruchsvollen Marktumfeld für viele Unternehmen eine Chance sein, den Herausforderungen im Einkauf zu begegnen. So ist etwa die Vereinfachung der Prozessschritte ein wesentlicher Hebel. Laut Umfrage arbeiten bereits 68 % an der Optimierung und Automatisierung ihrer Beschaffungsprozesse durch entsprechende IT-Lösungen. Mehr als die Hälfte der Befragten setzt außerdem auf die digitale Vernetzung mit internen Stakeholdern und externen Lieferanten.

„In digitaler Hinsicht sind die Betriebe heute bereits gut aufgestellt. Die mangelnde Qualität der generierten Daten stellt aber für viele noch eine Hürde bei der effektiven Anwendung der neuen Technologien dar. Hier muss in Zukunft verstärkt angesetzt werden. Auch die Schulung der Mitarbeiter wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger“, gibt Alexander Kainer zu bedenken.

Mangel an interner Vernetzung

Eine Kostensenkung stellt mit 70 % die Top-Priorität der befragten CPOs dar. Doch auch die Digitalisierung des Einkaufs (52 %) und das Risikomanagement (55 %) werden als Ziele immer wichtiger. Diese Ziele wird man aber nur erreichen, wenn der Einkauf auch in eine ganzheitliche Unternehmensstrategie eingebunden und mit anderen Bereichen gut verknüpft ist. Laut Studie ist das aber nur in einem Viertel der Unternehmen der Fall. Mit wichtigen Abteilungen wie IT oder Finanzen ist der Einkauf nur unzureichend vernetzt.

„Es braucht eine enge Verzahnung des Einkaufs mit den anderen Fachabteilungen, um bereichsübergreifend Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. Da gibt es bei vielen Unternehmen noch einiges zu tun“, betont Deloitte Experte Kainer abschließend.

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