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Deloitte Global Automotive Consumer Study

Vertrauen der Konsumenten in autonomes Fahren steigt

Die Akzeptanz der Konsumenten für autonom fahrende PKW nimmt weltweit stark zu. Die Sicherheitsbedenken sinken und gleichzeitig zeigt sich bei der Mehrheit eine zusätzliche Zahlungsbereitschaft. Das ergibt eine aktuelle Deloitte Studie unter mehr als 22.000 Konsumenten in 17 Ländern. Hohe Investitionskosten seitens der Hersteller und fehlende Rechtssicherheit stellen aber noch Hemmnisse bei der Etablierung der neuen Technologie dar.

Key Findings:

  • Sinkende Sicherheitsbedenken: 59 % vertrauen autonom fahrenden PKW
  • Zusätzliche Zahlungsbereitschaft: 64 % sind bereit für Innovation mehr zu zahlen
  • Unzureichende Rechtssicherheit: Klare Gesetze fehlen noch
  • Geforderte Autohersteller: 30 % setzen auf neue Anbieter
     

Wien, 4. März 2018 – Käufer weltweit sind zunehmend von der Sicherheit autonom fahrender Autos überzeugt. Im Vorjahr hielt laut einer Deloitte Studie nur ein Drittel der Befragten selbstfahrende Fahrzeuge für sicher. 2018 ist diese Zahl auf beachtliche 59 % gestiegen. Dieser Trend lässt sich in allen befragten Ländern beobachten.

Sinkende Sicherheitsbedenken

Autonomes Fahren wurde von den Konsumenten bisher eher skeptisch betrachtet. 2017 äußerten knapp 67 % Sicherheitsbedenken gegenüber der neuen Technologie, aktuell sind es nur noch 41 %. „Die Akzeptanz für autonomes Fahren ist in kurzer Zeit stark gestiegen. Breite Information und Aufklärung durch Hersteller und Medien tragen maßgeblich dazu bei“, zeigt sich Matthias Kunsch, Director bei Deloitte Österreich, überzeugt. „Dieser positive Stimmungswandel sollte Ansporn für noch mehr offene Kommunikation sein.“

Zusätzliche Zahlungsbereitschaft

Die Stimmung unter den Autokäufern hat sich verbessert. Dennoch sind sie nur teilweise bereit, spürbare Mehrkosten für neue Technologien zu akzeptieren. Im globalen Durchschnitt können sich 64 % vorstellen, mehr für selbstfahrende PKW zu zahlen. Je nach Land variiert die Bereitschaft aber stark. In Deutschland will die Hälfte der Befragten definitiv nicht mehr zahlen, in den USA und Japan mangelt es bei 40 % bis 30 % an zusätzlicher Zahlungsbereitschaft.

„In Österreich nehmen wir eine ähnliche Stimmung wie bei unseren deutschen Nachbarn wahr. Die niedrige zusätzliche Zahlungsbereitschaft stellt die Automobilindustrie – angefangen von Zulieferern bis hin zu Produzenten – vor Herausforderungen. Bei der Einführung dieser Innovation sind die Kosten sehr hoch. Die Industrie befindet sich mitten in einem langen, kostenintensiven Investitionszyklus“, erklärt Matthias Kunsch.

Unzureichende Rechtssicherheit

Für den Durchbruch des autonomen Fahrens fehlt es insbesondere auch noch an entsprechender Rechtssicherheit. In vielen Ländern werden aktuell die gesetzlichen Rahmenbedingungen diskutiert. Mit einem echten Schub ist aber erst zu rechnen, wenn Gesetze verabschiedet und in Kraft getreten sind. „Rechtliche Klarheit ist sowohl für Konsumenten als auch Unternehmen enorm wichtig. Wenn die gesetzlichen Vorgaben eindeutig sind, können Anbieter auch Mehrkosten für die Käufer plausibel machen. Hersteller sollten die politischen Entwicklungen genau im Auge behalten“, rät Deloitte Automotive Experte Kunsch.

Geforderte Autohersteller

Aktuell geben weltweit 45 % an, herkömmliche Hersteller beim Thema autonomes Fahren zu bevorzugen. Damit bleibt der Großteil der befragten Konsumenten noch etablierten Automobilfirmen treu. Vor allem in Ländern wie Deutschland, Japan oder den USA sind die Konsumenten traditionsbewusster. Am aufstrebenden Markt China hingegen setzen nur mehr 28 % auf klassische Autohersteller, in Südostasien sogar nur 13 %.

„Die geringe Markenbindung am riesigen asiatischen Automarkt mit seinen enormen Wachstumsraten stellt ein großes Risiko für etablierte Hersteller dar. Bereits 30 % der Konsumenten weltweit interessieren sich für neue Anbieter“, warnt Matthias Kunsch. „Die Automobilbranche muss in den nächsten Jahren große Anstrengungen unternehmen, um gegenüber Technologieunternehmen und Markteinsteigern nicht ins Hintertreffen zu geraten.“
 

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