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Fachkräftemangel sorgt für Unsicherheit bei heimischen Unternehmen

Deloitte Studie

Der anhaltende Fachkräftemangel entwickelt sich gerade in Österreich zur größten Hürde für das Wirtschaftswachstum. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Deloitte Umfrage unter europäischen Finanzchefs, für die auch hierzulande befragt wurde. Laut den österreichischen CFOs fehlt es vor allem an technologischem Fachwissen und der entsprechenden Ausbildung.

  • Fachkräftemangel ist laut fast zwei Drittel der Finanzchefs ein großes Risiko
  • Regularien und hohe Kosten bleiben weiterhin Standortnachteile
  • 72 % wollen aktuell kein größeres Risiko eingehen
 
 

Wien, 27. November 2018 – Laut Deloitte CFO Survey ist die Stimmung in den österreichischen Unternehmen in den letzten Monaten stark abgeflacht. Das lässt sich auf ein erhöhtes Unsicherheitsgefühl zurückführen. Vor allem der anhaltende Fachkräftemangel beschäftigt die heimischen Finanzchefs: Laut Studie empfinden 61 % fehlende qualifizierte Arbeitskräfte als hohes Risiko. Daneben bereiten auch geopolitische Risiken und Cyber-Security-Themen den Befragten Kopfzerbrechen.

„Der Fachkräftemangel ist das Thema Nummer Eins in der Wirtschaft. Vor allem fehlendes technisches Know-how und das unzureichende Ausbildungsniveau der potenziellen Mitarbeiter sind Knackpunkte. Oft wird seitens der Unternehmer auch über mangelnde Erfahrung seitens der Arbeitnehmer geklagt“, bestätigt Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich.

Da sich das Ausbildungsniveau auf kurze Sicht nicht ändern wird, setzen die Unternehmen zunehmend bei sich selbst sowie bei der Talentsuche an. Als zielführende Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderung nennen die meisten CFOs dementsprechend die attraktivere Gestaltung des Arbeitsumfelds sowie die Ausweitung der Zielgruppen bei der Mitarbeitersuche. Doch auch die erhöhte Automatisierung stellt für viele eine mögliche Lösung dar.

Hürden für Standortattraktivität

Wenig überraschend äußern sich die Finanzchefs auch kritisch zur Standortattraktivität Österreichs. So wirken sich die mangelnde Verfügbarkeit von Arbeitskräften, das herausfordernde regulatorische Umfeld sowie die hohen Kosten laut Einschätzung der CFOs weiterhin negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus. Bei diesen Themen wird auch im nächsten Jahr mit keiner grundlegenden Verbesserung gerechnet.

„Die Kritikpunkte sind nicht neu. Seit Jahren wünschen sich die österreichischen CFOs vereinfachende und deregulierende Maßnahmen, die das Wirtschaften am Standort erleichtern. Bis dato konnten sie hier noch keine wesentlichen Verbesserungen feststellen. Es bleibt abzuwarten, welche Schritte seitens der Politik im neuen Jahr gesetzt werden“, so Gerhard Marterbauer. Die Lebensqualität ist weiterhin der große Bonuspunkt.

Bereit zum Kauf

Die abgeflaute Stimmung unter den CFOs bremst auch deren Risikofreude. 72 % wollen aktuell keine großen Risiken eingehen. Bewegungen in der Unternehmenslandschaft werden dennoch erwartet: So hält es knapp die Hälfte der befragten heimischen Finanzvorstände für wahrscheinlich, demnächst käuferseitig in eine M&A-Transaktion involviert zu werden. Direkte in- oder ausländische Mitbewerber werden dabei als wahrscheinlichste Übernahmekandidaten genannt.

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