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Deloitte Studie

Österreichische Unternehmen schöpfen Innovationspotenzial im Rechnungswesen noch nicht aus

Die großen Zukunftsthemen stehen laut einer Deloitte Studie in österreichischen Unternehmen eher selten auf der Agenda. Das zeigt sich vor allem bei einem genauen Blick auf die Rechnungswesen-Abteilungen. Nur die wenigsten beschäftigen sich dort etwa mit Cloud-Lösungen. Der Fokus liegt hierzulande noch vorrangig auf der weiteren Automatisierung der Verarbeitung der Eingangsrechnungen. Das Fazit der Experten lautet: Es gibt noch einiges zu tun, doch die Handlungsfelder wurden erkannt.

  • Fast jedes zweite österreichische Unternehmen hat bereits eine Digitalisierungsstrategie
  • Zukunftstrends wie die Cloud stecken aber noch in den Kinderschuhen
  • Die Hälfte der Rechnungen kommt noch immer im Papierformat bei Unternehmen an
  • IT-Kenntnisse bei Mitarbeitern im Rechnungswesen sind in Zukunft erfolgskritisch

Wien, 15. November 2018 – Die Digitalisierung schreitet in allen Bereichen voran. Gerade im Rechnungswesen ist der digitale Wandel spürbar. Doch wo steht die österreichische Wirtschaft aktuell? Deloitte hat dazu zwischen Juni und September 2018 insgesamt 369 heimische Unternehmen befragt. Das Ergebnis: Die Umsetzung der Digitalisierung im Rechnungswesen schreitet nur langsam voran.

„Bereits 43 % der Unternehmen in Österreich haben eine Digitalisierungsstrategie entwickelt. Weitere 49 % planen in den nächsten drei Jahren eine solche zu etablieren. Das ist in Anbetracht der rasant wachsenden technologischen Herausforderungen sehr erfreulich“, erläutert Gerald Vlk, Partner bei Deloitte Österreich.

Zukunftstrends in den Kinderschuhen

Bei den großen Technologietrends gibt es laut Studie in Österreich noch Aufholbedarf. Auf das Zukunftsthema Cloud setzen aktuell nur die wenigsten. 15 % geben an, bereits Cloud-Lösungen für das Rechnungswesen zu nutzen. Sicherheitsbedenken und der erwartete hohe Kostenaufwand beim Umstieg halten die meisten Befragten bisher noch davon ab. „Sicherheitsbedenken sind meist unbegründet. Gerade die größeren Cloud-Anbieter halten sich an hohe Standards. Die Vorteile der Cloud überwiegen hier meist“, betont Gerald Vlk.

Robotergesteuerte Prozessautomatisierung ist lediglich bei 14 % der Befragten im Einsatz. Über die Hälfte will diese Technologie aus heutiger Sicht gar nicht anwenden. „Robotic Process Automation ist vor allem ein Thema für die größeren Unternehmen. Bei diesen kann eine Anwendung der Technologie Optimierungen bringen“, erklärt Vlk.

Papierrechnungen versus Digitalisierung

Statt auf neue Technologien fokussieren sich die heimischen Unternehmen noch auf Basisarbeiten wie die Automatisierung des Eingangsrechnungsprozesses. Die verschiedenen Rechnungsformate erschweren die automatische Verarbeitung. Mit 49 % erhält der Großteil der Befragten seine Eingangsrechnungen zudem nach wie vor in Papierform. In 44 % der Fälle kommen die eingehenden Rechnungen zwar bereits im PDF-Format an, strukturierte Formate wie XML-Dateien sind aber noch selten. Über die Hälfte der elektronischen Rechnungen wird nach Erhalt außerdem wieder ausgedruckt.

„Die Unternehmen drehen sich oft noch im Kreis. Dabei liegt es auf der Hand: Strukturierte Ausgangsrechnungen steigern die Chance auf automatisierbare Eingangsrechnungen. Auch die kundenseitige Nachfrage nach elektronischem Rechnungsversand nimmt zu“, ergänzt Katrin Demelius, Senior Managerin bei Deloitte Österreich. „Immerhin geben 73 % der Befragten an, sich in den kommenden Jahren verstärkt mit strukturierten Rechnungsformaten auseinandersetzen zu wollen.“

Berufsbild im Wandel

Durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung im Rechnungswesen entwickelt sich auch das Berufsbild in diesem Bereich weiter. 81 % der Befragten nehmen bereits veränderte Anforderungen an die Mitarbeiter im Rechnungswesen wahr. Fast die Hälfte der Unternehmen will zukünftig verstärkt nach Personen mit fundierten IT-Kenntnissen suchen. Auch Prozessdenken wird laut einem Viertel eine immer wichtigere Fähigkeit.

„60 % der Unternehmen haben zwar bereits ein klares Budget für die Automatisierung von Buchhaltungsprozessen vorgesehen. Aber Investitionsbereitschaft allein reicht nicht. Die neuen Arbeitsanforderungen müssen bei großen Umstellungen immer mitgedacht werden. Nur wenn Mitarbeiter und Technologie einander ergänzen und gut zusammenspielen, kann man erfolgreich ins digitale Zeitalter starten“, so Katrin Demelius abschließend.

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