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Deloitte Studie zur Risiko­erkennung

Unter­nehmen unter­schätzen Risiken im strategischen Bereich

Eine weltweite Deloitte-Umfrage zum Thema Risikoerkennung zeigt: Die Geschwindigkeit von Innovationen und das steigende Ausmaß an Regulierung (beide 30 %) sind die größten strategischen Risiken für Unternehmen in den nächsten drei Jahren. Die Qualifikation der Mitarbeiter (25 %) und die Reputation (24 %) sind weitere strategische Risikofaktoren. Die technischen Möglichkeiten für die Risikoerkennung werden noch viel zu wenig genutzt.

Wien, 21. Oktober 2015 –  Im Rahmen der Studie „Risk Sensing: The (evolving) State of the Art“ von Deloitte Touche Tohmatsu Limited (Deloitte international) wurden weltweit 155 Vorstände von Unternehmen mit Jahresumsätzen ab 1 Milliarde USD aus den wichtigsten Branchen über die Fähigkeiten ihrer Unternehmen zur Erkennung und Bewältigung strategischer Risiken befragt.

Ein Hauptrisikofaktor für Unternehmen ist laut der Studie neben der zunehmenden Innovationsgeschwindigkeit vor allem die wachsende Regulierung: „Überregulierung stellt weltweit ein großes Risiko für Unternehmen dar. Hier decken sich die internationalen Erkenntnisse mit unseren Erfahrungen in Österreich“, erklärt Bernhard Gröhs, Managing Partner von Deloitte Österreich. „Gerade im regulatorischen Umfeld besteht dringender Handlungsbedarf. Es braucht eine Vereinfachung und Entlastung im regulativen Bereich, um die Standortattraktivität zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.“

Strukturierte Risikoerkennung und -analyse noch unterrepräsentiert

Um als Unternehmen mit Risiken umgehen zu können, sind eine strukturierte Erkennung und Analyse notwendig. Der Großteil der Unternehmen besitzt zwar Instrumente für die Erkennung finanzieller Risiken (71 %), für Compliance-Faktoren (66 %) sowie für den laufenden Betrieb (65 %). Aber vergleichsweise geringe 57 % geben an, solche Tools auch für die Erkennung und Bewertung strategischer Risiken zu verwenden.

Viele Manager sind grundsätzlich der Meinung, dass sowohl herkömmliche als auch neue Methoden für die Risikoerkennung eingesetzt werden sollen. Wenn es aber etwa um die Bewertung der Innovationsfähigkeit geht, so geben nur knapp die Hälfte (49 %) an, bereits Datenerfassung und -analyse als Hauptinstrumente zur Risikoerkennung zu nutzen, um hier nicht den Anschluss zu verlieren.

„Es zeigt sich, dass die Relevanz von Risikoerkennung in den Bereichen Strategie und Innovationsfähigkeit von vielen Unternehmen noch immer unterschätzt wird“, so Gröhs. „Dabei sind gerade diese Bereiche essentiell für einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.“

Verbesserungspotenzial bei Mitarbeitern im Risk Bereich

Auch bei den mit Risikoerkennung befassten Mitarbeitern gibt es Verbesserungspotenzial. Zwar geben zwei Drittel der Befragten an, Experten für Monitoring und Analyse von Risikodaten zu beschäftigen – dennoch sind sich 36 % nicht sicher, ob es im Unternehmen die richtigen Fachkräfte für diese Aufgaben gibt.

„Die Dynamik des Geschäftslebens ist heute größer denn je. Gerade bei Risiken, die das eigene Geschäftsmodell betreffen, sind eine strukturierte Herangehensweise sowie entsprechende Instrumente zur Beobachtung und Analyse essentiell“, so Bernhard Gröhs. „Weiters braucht es qualifizierte Mitarbeiter, um diese Tools auch entsprechend anzuwenden – ohne die richtigen Experten sind auch die besten Instrumente wertlos.“

Deloitte Risk Sensing Report

Die Studie „Risk Sensing: The (evolving) State of the Art“ wurde von Deloitte Touche Tohmatsu Limited mit Forbes Insights durchgeführt. Weltweit wurden 155 Vorstände befragt. Die berücksichtigten Unternehmen mit Jahresumsätzen ab 1 Milliarde USD repräsentieren dabei die relevantesten Branchen aus allen geographischen Regionen. 

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