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Executive Summary

Deloitte Radar 2019

Den Österreicherinnen und Österreichern geht es gut. Wir behaupten uns als wohlhabende Volkswirtschaft, erfolgreiche Exportnation mit hoher Produktivität und Weltmeister hinsichtlich Lebensqualität. Erfolg ist aber auch eine Frage der Zukunftsperspektive und wird in Relation zu anderen gemessen. Wie schlägt sich Österreich im weltweiten Vergleich? Das analysieren wir in unserem Deloitte Radar und stellen dabei fest: Es gibt deutlich Luft nach oben.

Deloitte Radar 2019

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Unternehmen erwarten sich von einem Wirtschaftsstandort attraktive Rahmenbedingungen, höchstmögliche Planungs-sicherheit und eine positive Dynamik. Dann investieren sie, schaffen Arbeitsplätze und sichern damit künftigen Wohlstand. Attraktive Standorte stehen in einem ständigen Wettbewerb zueinander. Seit 2014 analysieren wir mit dem Deloitte Radar die Attraktivität des österreichischen Standorts im internationalen und euro-päischen Vergleich – auf Basis anerkannter globaler Rankings und Studien, gepaart mit der Deloitte Expertise.

Die Analyse über viele Jahre führt im Wesentlichen zu folgendem Bild:

Der Standort war schon einmal deutlich besser bewertet. Noch vor zehn Jahren zählte Österreich in allen Standortrankings zu den Top 15 Nationen. Dann verlor der Standort während der Finanzkrise an Boden und stagniert seit mehreren Jahren global gesehen auf Plätzen rund um die Top 20 sowie in Europa knapp hinter den Top 10. Das ist der Beleg für den Stillstand der letzten Jahre. Die Frage lautet: Werden wir jetzt wieder dynamischer?

Österreich punktet mit Lebensqualität, hoher Forschungsquote, qualifizierten Arbeitskräften, Exporterfolgen, einem florierenden Tourismus und einer hervorragenden Basis-Infrastruktur. 

Die Mankos liegen wiederum seit mehreren Jahren im Bereich der Steuern und Abgaben, der überbordenden Administration und im Bildungsbereich. Zudem fehlt es in großen Teilen des Landes an Dynamik bei der Innovations-, Investitions- und Technologieaffinität.

Der Standort schlägt sich solide, doch für eine immer dynamischere Zukunft braucht es mehr. Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ist eine mehrjährige, konsequente Anstrengung und diese sollte im Fall von Österreich vor allem auf drei Grundpfeilern aufgebaut sein:

Handlungsspielräume schaffen
Das kann durch die lange geforderte Kostenentlastung für Unternehmen und arbeitende Menschen sowie durch eine Entbürokratisierung, Vereinfachung und Strukturreformen gelingen.

Talente begeistern
Die notwendigen und hoch qualifizierten Fachkräfte können nur in einem Umfeld aus exzellenter Bildung, Diversität, Chancengleichheit, lebenslanger Qualifizierung und gezielter Einwanderungspolitik entwickelt werden.

Innovationen hervorbringen
Die Wertschöpfung des 21. Jahrhunderts muss aktiv im Land entwickelt werden. Dazu braucht es Innovationen in den Unternehmen, eine breite Digitalisierung in Gesellschaft und Bildung, die Schaffung der nötigen Infrastruktur sowie die Bereitschaft zu einer Fehlerkultur.

Die erfolgreichsten Länder der Welt sind wirtschaftlich attraktiv durch ihre Größe und/oder durch eine besondere Einzigartigkeit.

Schweden, Dänemark oder die Niederlande bestechen durch ihr hohes Innovationsniveau, Estland im Bereich der digitalisierten Behördenwege, Finnland durch eine exzellente Bildung, kleinere Stadtstaaten durch minimale Bürokratie. Sie alle setzen damit ganz gezielt auf eigene Stärken.

Wenn sich Österreich auf die Grundpfeiler – Handlungsspielräume schaffen, Talente begeistern, Innovationen hervorbringen – fokussiert, kann sich in der Folge auch im wirtschaftlichen Kontext eine Einzigartigkeit und neue Agilität entwickeln.

Das ist die Voraussetzung, um Österreich langfristig wieder unter die Top 5 in Europa und die Top 15 der Welt zu führen.

Cockpit

Deloitte Index über alle Standortfaktoren Nach mehrjährigem Abwärtstrend und letztjähriger Stagnation entwickelt sich Österreich nun mit leicht positivem Ausblick. Über die sieben von Deloitte analysierten Standortfaktoren liegt der Indexwert bei 3,1 von maximal 5 möglichen Punkten. Die einzelnen Faktoren entwickeln sich dabei durchaus unterschiedlich.

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