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Österreich im globalen Standort­wettbewerb

Im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zählen volkwirtschaftliche Performance und das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit eines Landes. Österreich wurde in den letzten zehn Jahren von mehreren Volkswirtschaften überholt – dieser Abwärtstrend konnte gestoppt werden.

Der Standortwettbewerb ist eine Realität und die einzelnen Länder müssen sich diesem aktiv stellen, wenn sie den Wohlstand und die Weiterentwicklung für ihre Gesellschaft sicherstellen möchten. Seit Beginn der Finanzkrise 2008 wurden die Karten teilweise neu gemischt. Regierungen mussten ihrer Wirtschaft in unterschiedlichem Ausmaß unter die Arme greifen, Strukturen wurden aufgebrochen und die Digitalisierung forciert einen stärkeren globalen Wettbewerb. Reformwillige und innovative Nationen können diese Veränderungen für sich nutzen, während eher trägere Volkswirtschaften mittelfristig an Stellenwert verlieren werden.

Globale Benchmarks
Seit vier Jahren vergleicht Deloitte die Wirtschaftsstandorte anhand anerkannter Indizes, volkswirtschaftlicher Kennzahlen und eigener Studien. In dieser mehrjährigen Betrachtung zeigt sich, dass die Wettbewerbsfähigkeit einiger Standorte von einer sehr breiten positiven Wahrnehmung getragen wird. Die Schweiz, Schweden und die Vereinigten Staaten (USA) nehmen in allen fünf untersuchten Indizes eine Top 10-Platzierung ein. Viele weitere nord- und mitteleuropäische Staaten, die Stadtstaaten Singapur und Hong Kong sowie Kanada und Neuseeland sind in allen untersuchten Rankings zumindest unter den Top 20 gereiht.

Zukunftsweisend
Die hochentwickelten Wirtschaftsstandorte stehen insbesondere in einem Wettstreit hinsichtlich Innovation und Digitalisierung. Informations- und Kommunikationstechnologien bilden das Rückgrat einer innovativen Wissensgesellschaft und daher wird im Deloitte Radar 2017 erstmals auch der Networked Readiness Index in die Analysen mit aufgenommen. Dieser wird jährlich im Zuge des Global Information Technology Reports des Weltwirtschaftsforums veröffentlicht und untersucht den Reifegrad eines Landes in Bezug auf das Vorhandensein und die Anwendung von IKT. In diesem Index nimmt Singapur die Spitzenposition ein. Europäische Spitzenreiter sind Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande. Österreich kommt insgesamt auf den 20. Rang und ist damit unter den EU-Staaten nur an achter Stelle zu finden.

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