Artikel

Regulatorisches Umfeld

3. Standortfaktor | Deloitte Radar 2018

Die Regulierung ist in Österreich seit Jahren auf einem enorm hohen Niveau. Die Unternehmen kämpfen mit einer Unmenge an regulatorischen Auflagen. Das bringt einen großen Bürokratieaufwand, der Innovation und unternehmerisches Risiko hemmt.

Seit Jahren wird über Deregulierung gesprochen, echte Reformen finden allerdings kaum statt. Die Frustration in den Unternehmen darüber ist hoch, kommen doch sowohl national als auch auf europäischer Ebene laufend neue Regularien dazu.

Auch über eine notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeiten gibt es seit langem Diskussionen. Zuletzt scheiterten im Sommer 2017 die Sozialpartnergespräche, zu denen die damalige Bundesregierung aufgerufen hatte. Nun gibt es weiterhin keine Erleichterungen, aber die neue Bundesregierung hat das Thema wieder im Regierungsprogramm. Die bisherigen Wortmeldungen dazu lassen ein „österreichisches“ Schicksal befürchten – also ein Schieben auf die lange Bank. Dabei sehen viele Unternehmen, vor allem aus der exportorientierten Industrie sowie dem Dienstleistungssektor, hier einen wichtigen Hebel zur Erhöhung der Arbeitsproduktivität.

Der Deloitte Radar sieht Handlungsbedarf in mehreren Bereichen. Der in den letzten Jahren massiv regulierte Finanzsektor befindet sich aktuell in einer Konsolidierungsphase. Bei der Reform zur Gewerbeordnung kam es 2017 zwar zu einigen Erleichterungen, etwa bei der Betriebsgründung und Streichung von Teilgewerben, der erhoffte große Wurf gelang jedoch nicht. Auch beim E-Government, in der Finanzverwaltung und im Gesundheitsbereich sind Vereinfachungen ausständig.

Die neue Bundesregierung hat in diesem Bereich ein sehr umfangreiches Programm vorgelegt, das grundsätzlich als positiv zu beurteilen ist. Sie sollte die Gelegenheit zu raschen Reformen gleich zu Beginn der Legislaturperiode nützen.

Der Deloitte Radar vergibt für diesen Standortfaktor 2,5 von 5 möglichen Punkten (2017: 2 Punkte)
mit positivem Ausblick.

Deloitte Umfrage zur EU-Datenschutzgrundverordnung: Handlungsbedarf in Österreichs Unternehme

Deloitte hat den Europäischen Datenschutztag am 28. Jänner 2018 zum Anlass genommen, um zu erheben, wie „EU-DSGVO-fit“ österreichische Unternehmen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass die Unternehmen über die kommende EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) zwar informiert sind, es jedoch an der Umsetzung mangelt. Nur jedes zweite österreichische Unternehmen ist ausreichend vorbereitet. Die Umfrage identifiziert zudem Ressourcenaufwand und Bürokratie als große Herausforderungen. Zum Artikel

Financial Services Industry

Die Finanzdienstleistungsindustrie ist markanten Veränderungen unterworfen. Zunehmende Globalisierung, beschleunigte Fusions- und Restrukturierungsaktivitäten, die Forderung nach erhöhter Risikotransparenz sowie stetig verdichtende Regelwerke erfordern eine fundierte Beratung. Zur Branchenseite

War der Artikel hilfreich?