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Unternehmens­infrastruktur und Umfeld

2. Standortfaktor | Deloitte Radar 2019

Viel Licht und einiges an Schatten – Österreich wird in allen internationalen Rankings in Sachen Infrastruktur positiv bewertet. Die Straßen-, Schienen- und Energieinfrastruktur gilt sogar als vorbildlich. Beim Ausbau der für die digitale Transformation so wichtigen Breitbandnetze hinkt Österreich allerdings hinterher. Gerade in diesem Bereich wird aber die Zukunft stattfinden.

Eine gute öffentliche Infrastruktur ist eine wichtige Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Standort. Straßen- und Schienennetz, die Wasser- und Energieversorgung sowie die Serviceleistungen der öffentlichen Hand sind wichtige Assets für Österreich. Die Milliardeninvestitionen in Schienenprojekte am Brenner oder am Semmering werden diese auch für die nächsten Jahrzehnte sichern. Mit einem Standortsicherungsgesetz will die Bundesregierung Großprojekte in Zukunft stärker fördern.

Im Energiebereich, vor allem bei der Erzeugung und Verteilung von Strom, hat Österreich ebenso beste Voraussetzungen. Mit der österreichischen Klima- und Energiestrategie #mission2030 sollen Milliardeninvestitionen ausgelöst werden und die Stromerzeugung in Österreich bis 2030 zu 100 % aus erneuerbaren Energieformen kommen. Die Versorgungssicherheit mit Energie ist generell sehr hoch, allerdings entwickeln sich die Energiepreise nach oben. Neue Technologien – wie etwa das Projekt H2FUTURE von Siemens, Verbund und voestalpine – sowie die Dynamiken der Mobilitätswende – etwa E-Mobility und autonomes Fahren – bieten für den Standort hingegen neue Chancen auf Wettbewerbsvorteile.

In der Telekommunikationsinfrastruktur hat Österreich dringenden Handlungsbedarf beim Ausbau der Breitbandnetze. Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G, der nach erfolgter Ausschreibung der ersten Stufe heuer in die Umsetzung gehen wird, sind höchste Erwartungen für die digitale Transformation des Landes verknüpft. Gleichzeitig ist noch unklar, wie die zu erwartenden Investitionskosten von mehreren Milliarden finanziert werden können, ohne die Unternehmen und Haushalte zusätzlich zu belasten. Die Rahmenbedingungen und Infrastrukturinvestitionen für die Digitalisierung müssen die Top-Priorität der kommenden Jahre sein.

Der Deloitte Radar vergibt in diesem Standortfaktor 3,5 von 5 möglichen Punkten (2018: 3,5 Punkte)
mit neutral vorsichtigem Ausblick.

Deloitte Property Index 2018

Zum siebten Mal hat das Beratungsunternehmen Deloitte in einer Studie die Situation am europäischen Immobilienmarkt analysiert. Dabei zeigt sich: Mieten ist in Österreich besonders beliebt. Mit 77 % hat Wien den höchsten Mietwohnungsanteil von Europas Hauptstädten. Im vergangenen Jahr stieg der Mietbestand österreichweit zudem um weitere 40.000 Wohneinheiten an.

Deloitte Global Powers of Construction Report

Die europäische Baubranche boomt. Laut aktuellem Deloitte Report konnten die 20 umsatzstärksten Bauunternehmen Europas ihren Gesamtumsatz 2017 um 5 % steigern. Mit Strabag und Porr finden sich gleich zwei österreichische Vertreter im Ranking.

Deloitte European CFO Survey

Der scheinbar allgegenwärtige Fachkräftemangel ist Top Thema in Österreichs Wirtschaft. Das bestätigt auch der aktuelle CFO Survey, der halbjährlich die Stimmungslage unter den europäischen CFOs erhebt. Gemäß Umfrage mangelt es vor allem an technischem Know-how und einer ausreichenden Ausbildung. Die Standortattraktivität Österreichs wird grundsätzlich kritisch begutachtet: Neben der mangelnden Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften üben das regulatorische Umfeld und die hohen Kosten einen negativen Einfluss aus.

Erneuerbare Energien 2019

Mit der repräsentativen Studie „Erneuerbare Energien in Österreich“ untersuchen die Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wirtschaftsuniversität Wien, Deloitte Österreich und Wien Energie seit 2015 jährlich die Einstellungen der Österreicherinnen und Österreicher zum Thema. Laut den diesjährigen Ergebnissen stößt die Photovoltaik mit 88 % auf die meiste Akzeptanz in der Bevölkerung. Kleinwasserkraft folgt mit 74 % an zweiter Stelle, die Windkraft knapp danach mit 72 %

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