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Analysen

EU-DSGVO Umfrage: Wo stehen Österreichs Unternehmen ein halbes Jahr nach Einführung?

Umfrageergebnisse im Interview mit Deloitte Datenschutzexperte Andreas Niederbacher

Ein Jahr nach der ersten Umfrage zur EU-Datenschutz-Grundverordnung und ein gutes halbes Jahr nach Inkrafttreten der EU-DSGVO im Mai 2018, ist die Zeit reif für eine Bestandsaufnahme. Wie geht es Österreichs Unternehmen mit der Verordnung? Wie weit sind sie bei der Umsetzung? Wo liegen die Aufgaben für 2019? Deloitte hat erneut den Status quo in Sachen EU-DSGVO erhoben. Andreas Niederbacher, Senior Manager und Datenschutzexperte bei Deloitte Österreich, spricht im Interview über die Ergebnisse:

Vor etwas mehr als einem halben Jahr ist die EU-DSGVO in Kraft getreten. Wo stehen österreichische Unternehmen derzeit und wie geht es ihnen mit der Umsetzung?

Die österreichischen Unternehmen haben sich der Herausforderung gestellt und sehen, nach anfänglicher Aufregung, das Thema EU-DSGVO vorwiegend pragmatisch. Zwar hat erst ein Viertel der befragten Unternehmen die Verordnung bereits vollständig umgesetzt, aber weitere 62 % befinden sich bereits auf der Zielgeraden und haben nach eigener Einschätzung die Anforderungen der EU-DSGVO größtenteils umgesetzt. Nur bei 12 % der Umfrageteilnehmer besteht noch akuter Aufholbedarf. Speziell kleineren Unternehmen fällt die Umstellung schwer.

EU DSGVO Grafik

Besondere Herausforderungen stellten gemäß Umfrage die rechtliche Auslegung und die Umsetzung der Löschfristen dar. Im Gegensatz verursachten die Einhaltung des Budgets und die Einführung einer Datenschutzorganisation kaum Probleme. Die heimischen Unternehmen zeigen sich bei der Anpassung an neue rechtliche Anforderungen, dem Einführen neuer Rollen und Prozesse und den dazugehörigen Kalkulationen flexibel.

Wie stark ist der Andrang in Bezug auf Auskunft und Löschung personenbezogener Daten?

Die Menge der tatsächlichen Anfragen ist aktuell sehr überschaubar. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat noch gar keine Anfrage erhalten, bei 42 % der Befragten gehen bis zu 10 Anfragen pro Jahr ein. Zukünftig ist allerdings nicht nur mit zusätzlichen Anfragen zu rechnen, auch Kontrollen seitens der zuständigen Behörden sind zu erwarten. Ebenso wird eine intensivere Kommunikation mit den Behörden nötig sein. Die Unternehmen sind darauf vorbereitet: bei fast drei Viertel der Studienteilnehmer gibt es einen Datenschutzbeauftragten, der zum Großteil aus den eigenen Reihen stammt. Aufgrund der Komplexität der Verordnung haben die meisten befragten Unternehmen aber auch schon auf externe Beratung, vorwiegend juristischer Natur, zurückgegriffen.

Wie geht es 2019 mit dem Thema Datenschutz weiter?

Für die meisten der befragten Unternehmen geht es 2019 mit Prozessoptimierungen und Präventionsmaßnahmen weiter. Auf Platz 1 der konkreten Ziele für das aktuelle Jahr ist die Verbesserung des Löschkonzepts (51 %). Außerdem wollen jeweils 38 % der Umfrageteilnehmer das Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten evaluieren und dafür sorgen, dass verstärkt Awareness-Maßnahmen zum Datenschutz zum Einsatz kommen. Die Durchführung von entsprechenden Schulungen bei den Mitarbeitern steht mit 29 % ebenfalls ganz oben auf der Liste. Insgesamt befinden sich die österreichischen Unternehmen beim Thema Datenschutz auf einem guten Weg.

Die Ergebnisse der Umfrage zur EU-DSGVO, für die insgesamt 212 österreichische Unternehmensvertreter in leitender Position befragt wurden, finden Sie in unserer „Bestandsaufnahme nach einem halben Jahr EU-DSGVO“. Wenn Sie mehr über die Anforderungen der EU-DSGVO oder zum Thema Datenschutz erfahren möchten, stehen Ihnen unsere Experten jederzeit zur Verfügung. Sollten Sie unsicher sein, wo Ihr Unternehmen momentan in Sachen Umsetzung der relevanten Verpflichtungen stehen oder Hilfe bei der Umsetzung benötigen, bieten wir bei Deloitte Beratungen zur EU-DSGVO an. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

EU DSGVO Survey 2018

Die Studie von 2018 zum Download finden sie hier.

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