EU-DSGVO Umfrage Banner

Analysen

EU-DSGVO Umfrage: Bestandsaufnahme nach 18 Monaten

Zwei Drittel der Unternehmen noch mit Umsetzung der Datenschutz-Anforderungen beschäftigt

Eigentlich müssen Unternehmen seit mehr als eineinhalb Jahren den Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung entsprechen. Deloitte hat bereits zum dritten Mal den Status quo zum Thema Datenschutz in österreichischen Unternehmen erhoben. Das Ergebnis zeigt, dass nach wie vor zwei Drittel der Befragten mit der Umsetzung der Anforderungen beschäftigt sind.

Die Key Findings auf einen Blick:

  • 66 % der österreichischen Unternehmen sind nach wie vor mit der Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung beschäftigt.
  • Fast ein Drittel der Befragten beobachtet bei ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch Untersicherheiten im täglichen Umgang mit persönlichen Daten.
  • Prozessoptimierungen stehen für Unternehmen im diesem Jahr im Fokus. Speziell die Verbesserung von Löschkonzepten ist ihnen dabei besonders wichtig.
  • Die Wichtigkeit des Themas wurde von den Unternehmen erkannt. Das Thema Datenschutz wird mittlerweile bei fast allen Unternehmensentscheidungen berücksichtigt.

Deloitte hat im Dezember 2019 191 Unternehmensvertreter in leitender Position im Rahmen eines Online-Surveys zum Thema Datenschutz befragt. Das Ergebnis: 54 % der Unternehmen befinden sich auf der Zielgeraden ihres Implementierungsprozesses, 12 % sogar noch mitten in der Umsetzung. Demgegenüber steht ein knappes Drittel (32 %) an Unternehmen, die die Anforderungen bereits vollständig implementiert haben.

„Die Schonfrist ist abgelaufen. Jüngste Rechtsprechungen zeigen, dass die Datenschutzbehörden bereits teils empfindliche Strafen für Verstöße aussprechen. Mittlerweile darf es eigentlich keine Ausreden mehr geben, die Richtlinie noch nicht umgesetzt zu haben. Die betroffenen Unternehmen müssen sich dringend aktiv diesem Thema widmen und gegebenenfalls externe Hilfe zu Rate ziehen, um die Umsetzung zu beschleunigen“, erklärt Andreas Niederbacher, Senior Manager.

Die Wichtigkeit des Datenschutzes wurde erkannt

Auch wenn der Umsetzungsfortschritt bei vielen Unternehmen noch nicht optimal ist, wurde die Bedeutung von Datenschutz inzwischen erkannt. So ist das Thema bei 80 % der Befragten auf der Agenda des Top-Managements. Bei neun von zehn Unternehmen wird Datenschutz bei Projekten und Entscheidungen des Unternehmens mitberücksichtigt.

Unsicherheiten im täglichen Umgang mit persönlichen Daten

Die Schwierigkeit im täglichen Umgang mit Daten zeigt sich bei den Mitabeiterinnen und Mitarbeitern. Während ein Drittel angibt, dass der richtige Umgang mit Daten durch die Beschäftigten sichergestellt ist, melden rund 30% an Unsicherheiten. „Wenn man die steigende Bedeutung von Daten bedenkt, ist dieses Ergebnis alles andere als zufriedenstellend. Oft lässt sich die Unsicherheit im Umgang mit Daten auf Unerfahrenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückführen. Hier braucht es ein breiteres Schulungsangebot“, resümiert Andreas Niederbacher.

Technische Unterstützung bei der täglichen Umsetzung hilft

Neben dem fehlenden Know-how stellt auch der personelle Aufwand Unternehmen vor Herausforderungen. Bei 28 % mangelt es an personellen Mitteln zur Einhaltung der EU-DSGVO. Der Einsatz von geeigneten Tools kann hier helfen. Dies hat auch der Großteil der Unternehmen erkannt: Lediglich 30 % nutzen derzeit noch kein Tool zur Unterstützung bei der Erfüllung der Datenschutz-Anforderungen. Weiters wird dadurch die unternehmensweite Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besser strukturiert und dokumentiert.

Prozessoptimierung im Fokus

Das Top-Thema bei österreichischen Unternehmen im Jahr 2020 lautet Prozessoptimierung. Speziell der Verbesserung des Löschkonzeptes (46 %) und der technisch organisatorischen Maßnahmen (36 %) soll verstärkt Beachtung geschenkt werden. Auch die Löschung von Altdaten hat für 40 % der Unternehmen eine hohe Priorität. Immerhin 28 % setzen auch auf Schulungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Mittlerweile haben die Unternehmen ein viel klareres Bild von der EU-DSGVO und kennen die Handlungsfelder. Allerdings sollten sie beachten, dass viele Vorhaben Monate oder sogar Jahre in Anspruch nehmen können“, betont Andreas Niederbacher.

 

Sie haben Fragen zur DSGVO oder unseren Serviceleistungen in diesem Bereich? Unsere Expertinnen und Experten beraten Sie gerne. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Service-Seite „Datenschutz-Compliance“ oder Sie kontaktieren uns unter folgender E-Mail-Adresse: ATDSGVO@deloitte.com

EU DSGVO Survey 2019

Die Studie von 2019 zum Download finden Sie hier.

EU DSGVO Survey 2018

Die Studie von 2018 zum Download finden Sie hier.

War der Artikel hilfreich?