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„Oftmals werden Ausgaben getätigt, ohne zu wissen, dass diese steuerlich berücksichtigt werden können.“

Für Ärztinnen und Ärzte – angestellte wie niedergelassene – gilt es in der Praxis einige steuerliche Eigenheiten zu beachten.

Karin Eckhart ist Partnerin bei Deloitte Styria und berät täglich Medizinerinnen und Mediziner zu Themen wie Praxisgründung, Veranlagung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und vielem mehr.

Direkt gefragt: Wie groß ist das Interesse der Ärztinnen und Ärzte, wenn es um Steuern geht?

Wir sehen in der täglichen Beratungsarbeit, dass großes Interesse besteht, sich mit der eigenen Steuererklärung zu befassen. Erst kürzlich durften wir auf Einladung von Dr. Doris Kriegl, Finanzreferentin der Ärztekammer Steiermark, eine Infoveranstaltung zum Thema Steuererklärung abhalten und waren bis zum letzten Platz ausgebucht. Das Interesse ist also vorhanden und direkt greifbar. Anhand von praktischen Beispielen wurden verschiedenste Steuersituationen näher erläutert und Tipps für die eigene Steuererklärung gegeben.

Beraten Sie eher angestellte oder niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner?

Zu uns kommen beide Gruppen gleichermaßen. Denn naturgemäß wird im Medizinstudium der Fokus nicht unbedingt auf steuerliche Fragen gelegt. Die Besteuerung von Einkünften aus einer ärztlichen Tätigkeit – mit besonderem Fokus auf die Einkünfte aus der angestellten Tätigkeit, dem Bezug von Sonderklassegebühren oder dem Betrieb einer eigenständigen Ordination – sind in der Beratung ebenso Thema wie die Besteuerung von Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung sowie von Vergütungen von Funktionärinnen und Funktionären.

Klingt nach einem breiten Themenspektrum.

In der Tat. Wir sehen in der täglichen Beratung von angestellten oder gerade in Ausbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten, dass im hektischen Spitalsalltag oftmals auf Werbungskosten vergessen wird oder Sonderausgaben als solche nicht erkannt werden. Auch das Thema Familienbonus Plus wird eigentlich in jeder Beratung angesprochen. Oft werden Ausgaben getätigt, ohne zu wissen, dass diese steuerlich berücksichtigt werden können. Viele Ärztinnen und Ärzte verlassen unsere Beratung dann erstaunt über das Potenzial an Absetzmöglichkeiten. Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten stehen außerdem oft Fragen des laufenden Controllings, der Steuerplanung und der Optimierung von Investitionsentscheidungen im Mittelpunkt.

Das Gesundheitswesen ist im Umbruch. In den Medien ist oftmals vom Mangel an Ärztinnen und Ärzten in ländlichen Gebieten zu lesen – bemerken Sie das auch in der täglichen Beratung?

Was wir bemerken, ist der Trend zur Übernahme von bestehenden Ordinationen, gerade im ländlichen Bereich. Aber auch der Wunsch, eine eigene Ordination zu gründen, ist aktuell vielerorts spürbar. Medizinerinnen und Mediziner kommen außerdem immer öfter zu zweit oder dritt zu uns und lassen sich zu Gruppenpraxen beraten. Wir unterstützen dann natürlich auch bei der Erstellung von Businessplänen und Cash-Flow-Rechnungen zur Erlangung von Finanzierungen sowie beim Vergleich von Kreditkonditionen.

Mag. Karin Eckhart
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