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M&A: Investoren suchen und finden, Beratung zu Due Diligence, Unternehmensbewertung, Interim Management & Controlling

Mit Deloitte Steiermark Unternehmenspotenziale durch Mergers & Acquisitions sowie extern unterstütztes Controlling heben

Christian Buchsteiner ist Director im Bereich Financial Advisory bei Deloitte Styria. Gemeinsam mit seinem Team berät er Unternehmen aus der Steiermark und Kärnten zu sämtlichen Fragestellungen rund um den Unternehmensankauf und -verkauf bzw. der Investorensuche sowie zu Financial and Commercial Due Diligence Prüfungen.

Zudem bietet Deloitte am Standort Graz Unterstützung im Bereich Controlling und stellt auch interimsmäßig erfahrene ManagerInnen im Finanzbereich zur Verfügung. Im Interview spricht der Experte über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Unternehmenskauf, Unternehmensbewertung und Betriebsübernahmen sowie Herausforderungen bei M&A-Transaktionen und Trends am österreichischen Markt für Interim Management.

Wann ist eine Unternehmensbewertung/Valuation empfehlenswert?

Eine Unternehmensbewertung ist eine sehr spezialisierte Dienstleistung, die fast immer zu einem bestimmten Zweck erstellt wird. Mögliche Bewertungszwecke sind die Erstellung einer Dokumentation für Steuerbehörden, die Ermittlung von Schiedswerten im Rahmen von gesellschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen, die Durchführung von Werthaltigkeitsprüfungen im Rahmen der Bilanzierung oder wenn es gilt eine Unternehmenstransaktion vorzubereiten.

Besonders im Rahmen von M&A-Prozessen erarbeiten wir gemeinsam mit unseren Klientinnen und Klienten eine vertretbare Kaufpreisbandbreite, die dann als Grundlage für die Kaufpreisverhandlungen dient. Wir bieten dabei wissenschaftlich fundierte Bewertungsverfahren unter Berücksichtigung langjähriger praktischer Erfahrungen rund um die Erarbeitung von realistischen Unternehmensplanungen an; gerade im Zuge von M&A-Prozessen immer vor dem Hintergrund, einen optimalen Unternehmenskauf für unsere Klientin bzw. unseren Klienten zu erreichen.

Ab welcher Unternehmensgröße macht eine Due Diligence Prüfung Sinn?

Eine Due Diligence Prüfung ist bei jeglicher Unternehmenstransaktion, unabhängig von der Unternehmensgröße, empfehlenswert. Auch oder insbesondere bei kleineren Unternehmenskäufen, wo keine geprüften Jahresabschlüsse existieren, kann es für den Unternehmenskäufer im Nachhinein oft zu unerwarteten Problemen kommen.

Eine Due Diligence Prüfung hilft auf etwaige Risiken vorbereitet zu sein und gute Argumente für die Kaufpreisverhandlung zu haben. Wir bieten unseren Klientinnen und Klienten Due Diligence Prüfungen in den Bereichen Tax, Finance und Commerce an.

Worauf sollte bei einer Due Diligence Analyse besonders geachtet werden?

Das vorrangige Ziel einer Financial Due Diligence Prüfung ist die Identifizierung von möglichen Deal Breakern, also Sachverhalten, die einen Unternehmenskauf unattraktiv werden lassen oder diesem unter Umständen sogar gänzlich entgegenstehen. Liegen keine Deal Breaker vor, soll die Financial Due Diligence ein um Einmaleffekte bereinigtes Jahresergebnis herleiten. Dieses kann dann in weiterer Folge für die Argumentation des Kaufpreises verwendet werden.

Daneben werden Fragestellungen hinsichtlich eines möglichen Investitionsstaus beantwortet und etwaige nicht betriebsnotwendige Geschäftsvorfälle identifiziert. Bei der Commercial Due Diligence Prüfung geht es insbesondere um die Beantwortung des Marktpotenzials bzw. der Marktfähigkeit des primären Geschäftsmodells bzw. Produkts des zu kaufenden Unternehmens. Zusätzlich sollten im Rahmen der Tax Due Diligence bestehende Steuerrisiken aufgedeckt und bewertet werden.

Welche Vorteile bietet eine Unternehmensanalyse beim Verkauf bzw. Kauf eines Unternehmens?

Eine umfassende und genaue Unternehmensanalyse im Vorfeld einer Unternehmenstransaktion führt zu einem Ausgleich der vorhandenen Informationsassymetrien zugunsten des Unternehmenskäufers. Dadurch soll der potenzielle Käufer in der Lage sein, gut informiert einen vertretbaren Kaufpreis verhandeln zu können. Verzichtet man auf diese Unternehmensanalyse, kauft man sprichwörtlich die Katze im Sack. In ausgewählten Fällen kann es auch für den Unternehmensverkäufer sinnvoll sein, vor Beginn eines M&A-Prozesses sein Unternehmen genau zu analysieren und etwaige Stolpersteine proaktiv zu entfernen. Dadurch kann die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Unternehmenstransaktion deutlich gehoben werden.

Wo sehen Sie die derzeit größten Herausforderungen bei M&A Transaktionen?

Jede M&A-Transaktion ist ein individueller Prozess, der seine eigenen Herausforderungen birgt. Dennoch gibt es vergleichbare Herausforderungen, die in fast jedem M&A-Prozess anzutreffen sind. Dazu zählen zum Beispiel die Auswahl der richtigen steuerlichen und gesellschaftsrechtlichen Transaktionsstruktur, eine angemessene Finanzierung sowie die Auswahl und Ansprache der passenden Käufer- oder Verkäufergruppen.

Daneben gibt es Herausforderungen, die meiner Meinung nach bisher zu wenig Beachtung gefunden haben. Dazu zählt insbesondere, dass vor dem Erwerb von Unternehmen bereits klare Vorstellungen hinsichtlich der optimalen Integration des gekauften Unternehmens in etwaige bestehende Strukturen des Käufers anzustellen sind. Erst eine richtige Post-Merger-Integration entscheidet darüber, ob ein Deal letztlich geglückt ist oder nicht bzw. ob der bezahlte Preis dem tatsächlichen Wert des Unternehmens entspricht.

Unter welchen Rahmenbedingungen kann es für Unternehmen sinnvoll sein, Interim Manager einzusetzen? Wie kann Deloitte dabei unterstützen?

Wir haben in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten haben, zeitnah hoch qualifiziertes Personal für ihre Finanzabteilungen am Markt zu bekommen. Solche Situationen können eintreten, wenn es unerwartet zu Abgängen im Unternehmen kommt oder Spitzenauslastungen eintreten.

Am Standort in Graz wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen ein eigens dafür spezialisiertes und übergreifendes Team, bestehend aus Expertinnen und Experten für Buchhaltung, Bilanzierung, Kostenrechnung und Controlling sowie auch erfahrene Manager für die Gesamtleitung des Finanzbereichs, aufgebaut, das bei Bedarf direkt vor Ort im Unternehmen unserer Klientinnen und Klienten Aufgaben übernehmen kann. Diese Fachkräfte verfügen über fundierte Branchenerfahrung und übernehmen von heute auf morgen Schlüsselaufgaben in Unternehmen. Wichtig ist dabei, dass gleichzeitig ein Recruiting Prozess gestartet wird, damit die Finanzabteilung zeitnahe wieder in den personellen Regelbetrieb übergehen kann.

Unlängst wurde am Standort in Graz ein neues Beratungsfeld eröffnet, das sogenannte Controlling Advisory. Worum handelt es sich dabei?

Im Rahmen unserer Interim Management Mandate wurden wir häufig mit der Tatsache konfrontiert, dass zahlreiche Unternehmen, sowohl im Projekt-, Produktions- als auch Dienstleistungsbereich, große Verbesserungspotenziale im Bereich Controlling aufweisen.

Ein effizientes, transparentes und nachvollziehbares Controlling entscheidet häufig über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg einzelner Projekte oder Produkte und schließlich auch über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg des gesamten Unternehmens. Am Standort in Graz wurde daher kürzlich im Team von Karin Eckhart der Bereich Controlling Advisory gestartet, bei dem umfassende Controlling Konzepte erstellt werden und bei Bedarf diese auch direkt im Unternehmen implementiert und umgesetzt werden.

Wie wird sich der Interim Markt in den nächsten Jahren in Österreich entwickeln? Mit welchen Veränderungen müssen Österreichs Unternehmen rechnen?

Der Interim Management Markt wird meines Erachtens an Relevanz zunehmen und für immer mehr Unternehmen interessant sein. Zum einen flaut die Konjunktur zunehmend ab und es wird in einigen Unternehmen zu wirtschaftlichen Schieflagen kommen. Hier können zeitlich befristet hochqualifizierte Manager mit Erfahrung im Restrukturierungsbereich zu einem nachhaltigen Turn-around beitragen.

Zum anderen beobachten wir, dass insbesondere die junge Generation am Arbeitsmarkt flexibel ist und die freiwillige Fluktuation steigt. Für kurzfristige Ausfälle, sei es durch Fluktuationen oder Karenz, sowie in Spitzenzeiten kann es sinnvoll sein diese Übergangsphasen mit erfahrenen Personen, welche schnell einsetzbar sind, zu kompensieren.

Christian Buchsteiner
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