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Abgabenbegünstigte Teuerungsprämien

Mit einem umfangreichen Teuerungsentlastungspaket der Bundesregierung soll gegen die Auswirkungen der Teuerungswelle in Österreich angekämpft werden. Zahlreiche zT kurzzeitig wirksame Maßnahmen sollen dabei helfen, die Bevölkerung als auch Unternehmen zu entlasten, wobei der besondere Fokus auf Familien und Geringverdiener:innen gelegt wird. So wurde neben der Einführung eines einmaligen Teuerungsabsetzbetrages, der vorgezogenen Erhöhung des Familienbonus Plus und des Teuerungsausgleichs für Geringverdiener:innen auch die Option einer steuerbefreiten Teuerungsprämie für Arbeitnehmer:innen geschaffen.

Teuerungsprämien für Arbeitnehmer:innen

Aufgrund der gestiegenen Preise haben Arbeitgeber:innen die Möglichkeit, den Arbeitnehmer:innen zusätzliche Gehalts- bzw. Lohnzahlungen beispielsweise in Form von Zulagen oder Bonuszahlungen zu gewähren. Diese sind bis zu einem Betrag von EUR 3.000 pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Außerdem fallen für die sogenannten Teuerungsprämien keine weiteren Lohnnebenkosten an.

Damit die Zahlungen jedoch lohngabenfrei sind, müssen diese in den Jahren 2022 und 2023 gewährt werden. Voraussetzung ist außerdem, dass es sich dabei um zusätzliche Zahlungen handeln, die bisher den Arbeitnehmer:innen üblicherweise nicht gewährt wurden. Prämien, die aufgrund von Leistungsvereinbarungen gezahlt werden, sind daher von den Begünstigungen nicht erfasst.

Während für die Lohnabgabenbefreiung bis EUR 2.000 keine weitere Voraussetzung erfüllt sein muss und somit einzelnen Arbeitnehmer:innen individuell gewährt werden kann, ist die Auszahlung der restlichen EUR 1.000,00 an das Vorliegen einer entsprechenden Regelung in einer lohngestaltenden Vorschrift (zB Kollektivvertrag oder Betriebsvereinbarung) gebunden.
Die Teuerungsprämien erhöhen nicht das Jahressechstel und werden nicht auf das Jahressechstel angerechnet.

Verhältnis zur Mitarbeitergewinnbeteiligung

Wird in den Kalenderjahren 2022 und 2023 neben der Teuerungsprämie auch eine steuerfreie Mitarbeitergewinnbeteiligung ausbezahlt, dann ist hinsichtlich der Steuerbefreiung zu beachten, dass die beiden Zahlungen gemeinsam den Betrag von insgesamt EUR 3.000 pro Jahr nicht übersteigen dürfen. Wird daher eine lohnabgabenfreie Teuerungsprämie gewährt, so darf eine allfällige Mitarbeitergewinnbeteiligung nur mehr in dem Ausmaß steuerfrei ausbezahlt werden, als sie den Betrag von EUR 3.000 in diesem Kalenderjahr nicht übersteigt. Umgekehrt gilt dies ebenfalls für die Teuerungsprämie, wenn zuvor schon eine steuerfreie Mitarbeitergewinnbeteiligung zuerkannt wurde.

Wurde Mitarbeiter:innen im Jahr 2022 bereits eine Mitarbeitergewinnbeteiligung gewährt, kann diese rückwirkend in eine Teuerungsprämie umgewandelt werden, um neben der Lohnsteuerbefreiung auch von der Befreiung an Sozialversicherungsbeiträgen und der Lohnnebenkosten zu profitieren.

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