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Ein Blick hinter die Kulissen des Transfer Pricing Teams

Interview mit Raphael Holzinger

Was macht die Arbeit mit Verrechnungspreisen für dich so spannend?

Das spannendste an Verrechnungspreisen ist aus meiner Sicht die Vielschichtigkeit des Themenbereichs. Dies drückt sich beispielsweise aus fachlicher Perspektive dadurch aus, dass man sich bei Verrechnungspreisprojekten in der Regel gleichzeitig mit juristischen, steuerlichen, betriebswirtschaftlichen, buchhalterischen und teilweise auch volkswirtschaftlichen Fragestellungen befasst.

Genau diese Vielseitigkeit des Themas macht die tägliche Arbeit aus. Es kann sein, dass man sich an einem Tag mit Details der Kostenrechnung für Zwecke einer fremdüblichen, kostenbasierten Verrechnung von Konzerndienstleistungen befasst und am nächsten Tag seine Klienten bei der Bewertung von Markenrechten für Zwecke einer Lizenzierung oder Übertragung unterstützt. Kurz darauf kann es sein, dass man sich im Detail mit der Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen auseinandersetzt, um festzustellen, ob gewisse Änderungen von Musterabkommen, Musterkommentaren oder sonstigen Auslegungsmaterialien für die Klienten anwendbar sind.

Zudem ist die Arbeit im Verrechnungspreisbereich auch wahnsinnig interaktiv; man ist hierbei laufend mit Klienten in Kontakt, telefoniert, führt Interviews, bespricht Vorgehensweisen und kann aktiv bei der Gestaltung von Unternehmen unterstützen. In den letzten Jahren habe ich außerdem beobachtet, dass das Thema der Einführung von robusten Verrechnungspreissystemen immer weiter nach oben auf der Agenda von Unternehmen gerückt ist. Insofern handelt es sich hier um ein Thema, das unternehmensseitig nicht mehr stiefmütterlich behandelt wird; vielmehr ist es mittlerweile eines der Hot Topics und wird häufig direkt auf Vorstandsebene diskutiert.

Je größer und komplexer Unternehmen sind, desto höher sind auch die Anforderungen an die Erstellung, Implementierung, Kontrolle, Dokumentation und Verteidigung von Verrechnungspreisen. Gerade diese Komplexität und auch die Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Teilen einer Unternehmensgruppe sorgen dafür, dass die Arbeit im Verrechnungspreisbereich jeden Tag wieder neue und spannende Aufgaben mit sich bringt.

Mit welchen Herausforderungen bist du in deinem Arbeitsalltag konfrontiert?

In der Verrechnungspreiswelt hat man es meist mit komplexen und vielschichtigen Aufgabenstellungen zu tun. Wenn man sich mit einem Sachverhalt nur aus einem einzigen Blickwinkel befasst, läuft man Gefahr, dass das Ergebnis am Ende des Tages nicht ganz „rund“ ist.

Es ist also aus meiner Sicht entscheidend, dass man Verrechnungspreisfragen immer auch aus dem Blickwinkel anderer Materien, wie bspw der Bilanzierung, der Umsatzsteuer, dem internationalen Steuerrecht oder dem allgemeinen Ertragsteuerrecht, in Bezug auf etwaige Wechselwirkungen durchdenken kann. Aus diesem Grund ist es sicher begrüßenswert, wenn man ein breites Basisverständnis in unterschiedlichen Bereichen mitbringt, damit man ein Verrechnungspreisprojekt aus einer möglichst ganzheitlichen Perspektive betrachten und betreuen kann.

Wie hält man sich in so einem komplexen Bereich up-to-date?

Der Verrechnungspreisbereich ist nicht zuletzt auch deshalb spannend, weil es sich hier eben um eine sehr schnelllebige Materie handelt. Durch laufende Änderungen auf internationaler oder nationaler Ebene wird einem in diesem Gebiet sicher nie langweilig. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass man sich mit den Neuerungen laufend beschäftigen muss, um up-to-date zu bleiben.

Den Grundstein stellt hierbei sicher das laufende Lesen und Durchdenken von unterschiedlichen Veröffentlichungen der OECD im Verrechnungspreisbereich dar. Zudem finden sich in nationalen und internationalen Fachzeitschriften auch immer spannende Beiträge, die sich mit „ausgerissenen“ Auslegungsfragen oder spannenden Fällen befassen. Aus meiner Sicht hilft es einem auch wenn man selbst öfter versucht in Fachzeitschriften zu publizieren, da man gewisse Themen dann erfahrungsgemäß sehr intensiv durchdringt und somit auch für die tägliche Arbeit einen Mehrwert schafft.

Zudem werden in den letzten Jahren immer mehr Konferenzen, Workshops und Symposien im Verrechnungspreisbereich abgehalten, bei denen man sich über Entwicklungen in anderen Ländern oder Regionen austauschen kann und dadurch auch das eigene Repertoire an möglichen Lösungsansätzen für spannende Fälle entsprechend erweitert werden kann.

Was ist so besonders am TP-Team von Deloitte Wien?

Für mich sind hier zwei wesentliche Punkte zu nennen, nämlich Team und Know-How. In Bezug auf das Team ist zu sagen, dass Verrechnungspreisarbeit Projektarbeit ist und diese meist in Teams unterschiedlicher Zusammensetzung durchgeführt wird. Aus diesem Grund ist es einfach entscheidend, dass ein gutes Klima herrscht und dass alle im Team an einem Strang ziehen; das ist bei uns definitiv der Fall!

In Bezug auf Know-How ist unser Team durch die unterschiedlichen Backgrounds sehr vielschichtig aufgestellt; TP Themen werden aus juristischer, betriebswirtschaftlicher, volkswirtschaftlicher oder auch technischer Perspektive behandelt. Jeder im Team bring seine Stärken ein und profitiert zudem vom vorhandenen Erfahrungsschatz aus der langjährigen Betreuung von namhaften Unternehmensgruppen.

Raphael Holzinger
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