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Das Firmen-Kfz bei Gesellschafter-Geschäftsführern ab 2018

Nützt ein Gesellschafter-Geschäftsführer ein Firmen-Kfz auch privat, muss für diesen Vorteil ein Sachbezugswert berechnet werden. Eine Neuregelung ermöglicht erstmals ab dem Kalenderjahr 2018 ein Wahlrecht zwischen zwei Berechnungsmethoden.

Benützt ein Gesellschafter-Geschäftsführer ein Firmen-Kfz nicht nur für betriebliche, sondern auch für private Fahrten, hat dieser hieraus einen Vorteil, da sämtliche Kfz-Kosten (Treibstoff, Versicherung, Service, etc.) von der Gesellschaft getragen werden. Im April 2018 hat der Finanzminister eine neue Verordnung erlassen, welche für Gesellschafter-Geschäftsführer, mit einer Beteiligung von mehr als 25 % an der Gesellschaft gilt. Diese sieht ein Wahlrecht zwischen zwei Methoden vor, um diesen Vorteil auszugleichen:

  • Auf der einen Seite kann für die Berechnung der Sachbezugswert (wie bei Dienstnehmern) herangezogen werden: Dieser bemisst sich je nach Emissionswert des Fahrzeuges mit 1,5% (CO2-Grenzwert unter 124 g) bzw. 2% des Anschaffungswertes. Die monatlichen Höchstgrenzen betragen EUR 720 bzw. EUR 960. Werden nachweislich (Fahrtenbuch) weniger als 500 km pro Monat (bzw. 6.000 km pro Jahr) für private Fahrten nachgewiesen, halbiert sich dieser Sachbezugswert. Für den Fall, dass das Firmen-Kfz nur in geringfügigem Ausmaß für Privatfahrten verwendet und ein lückenloses Fahrtenbuch geführt wird, kann pro privat gefahrenem Kilometer ein Betrag von EUR 0,50 bzw. EUR 0,67 angesetzt werden. Der anzusetzende „Mini-Sachbezug“ darf maximal EUR 180 bzw. EUR 240 betragen. Bei der Benützung eines reinen Elektrofahrzeuges ist kein Sachbezugswert anzusetzen.
  • Andererseits ist es möglich, bei Führung eines Fahrtenbuches eine Aufteilung der gesamt angefallenen Kosten anhand privater und betrieblich gefahrener Kilometer vorzunehmen. Werden zum Beispiel pro Jahr gesamt 30.000 km gefahren (20.000 km betrieblich und 10.000 km privat) und sind EUR 12.000 an Kfz-Kosten angefallen, werden 1/3 der Kosten, somit EUR 4.000 beim Gesellschafter-Geschäftsführer als Einkünfte hinzugerechnet. Die Kosten, welche auf die Strecke zwischen Wohnsitz und Betriebsort entfallen, können allerdings als Betriebsausgabe beim Gesellschafter-Geschäftsführer berücksichtigt werden.

Zu beachten ist, dass diese Hinzurechnung, unabhängig von der Methode den Lohnnebenkosten (DB, DZ, Kommunalsteuer) unterliegt und die gewählte Methode beibehalten werden muss. Wird kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt, sollte der Sachbezugswert nach der ersten Methode angesetzt werden.

Auf den Punkt gebracht: Ein Vergleich der beiden Berechnungsmethoden kann sich somit durchaus lohnen und wahres Geld sparen. Ihr Deloitte Experte unterstützt Sie dabei gerne.

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