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Mehr Planungssicherheit für österreichische Unternehmen

Die steuerlichen Neuerungen für 2019 versprechen erhöhte Rechtssicherheit und Transparenz

Für Unternehmen mit Sitz in Österreich startet das Jahr 2019 positiv: Mit Jahresbeginn treten einige steuerliche Neuerungen in Kraft, die für eine erhöhte Rechtssicherheit und mehr Transparenz sorgen. Der Grund dafür liegt vor allem bei zwei konkreten Maßnahmen, die im Jahressteuergesetz verankert sind: Die Ausweitung des Auskunftsbescheids sowie die Einführung von Horizontal Monitoring.

Ausweitung des Auskunftsbescheids

Bisher waren Rechtsanfragen an das zuständige Finanzamt nur in Zusammenhang mit Umgründungen, Unternehmensgruppen und Verrechnungspreisen möglich. Ab Jänner 2019 können verbindliche Rechtsauskünfte zusätzlich für die Bereiche Missbrauchsfälle und internationales Steuerrecht beantragt werden. Dazu zählen auch Fragen zum Thema Verrechnungspreise. Ab 1. Jänner 2020 werden die kostenpflichtigen Auskunftsbescheide dann auf das Umsatzsteuerrecht ausgedehnt. Durch diese Ausweitung des Advance Rulings bekommen Unternehmen mehr Klarheit und Rechtssicherheit, was in weiterer Folge die Planungssicherheit stärkt. Die Auskünfte sind jedoch kostenpflichtig: Der Verwaltungskostenbeitrag reicht von 1.500,- bis 20.000,- Euro und ist von den Umsatzerlösen des Antragstellers abhängig. Zukünftig sollen die Auskunftsbescheide bereits innerhalb von zwei Monaten nach Antragsstellung erlassen werden.

Einführung von Horizontal Monitoring

Besonders große Unternehmen profitieren von einer weiteren Maßnahme des Jahressteuergesetzes, das die Erhöhung der Transparenz zum Ziel hat. Es wurde eine gesetzliche Grundlage für das bislang als Pilotprojekt durchgeführte „Horizontal Monitoring“ geschaffen. Diese begleitende Kontrolle steht ab 2019 für Großunternehmen zur Verfügung und stellt eine Alternative zur steuerlichen Außenprüfung dar. Das bringt auch mehr Pflichten mit sich, wie zum Beispiel eine erweiterte Offenlegungspflicht gegenüber dem Finanzamt. Zudem gibt es die Verpflichtung, ein Steuerkontrollsystem einzurichten und darüber eine Bestätigung durch einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater einzuholen.

Im Rahmen der vierteljährlichen Besprechungen mit Vertretern des zuständigen Finanzamts können offene abgabenrechtliche Fragen, aktuelle Entwicklungen im Unternehmen sowie Entwürfe von Abgabenerklärungen besprochen werden. Durch diese Maßnahme steigt zwar der administrative Aufwand für Unternehmen, im Gegenzug erhalten sie durch die Auskunftserteilung der Abgabenbehörde aber auch mehr Rechtssicherheit.

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