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Neuerungen in der Personalverrechnung

Welche Änderungen auf Sie zutreffen, welche Stolpersteine es gibt und wo Sie einsparen können.

Mit Anfang des Jahres 2017 traten verschiedene Neuerungen im Bereich der Personalverrechnung in Kraft, die für Unternehmen von Bedeutung sind. So können sich neben der Abschaffung der täglichen Geringfügigkeitsgrenze auch die Änderung bei Aushilfenbezügen und die Senkung der Lohnnebenkosten positiv auswirken. Beim Bonus-Malus-System für ältere Dienstnehmer und den Beiträgen zur „Abfertigung neu“ sollten Unternehmen aufmerksam sein, hier ist Vorsicht geboten.

Vereinfacht: Tägliche Geringfügigkeitsgrenze entfällt
Durch den Wegfall der täglichen Geringfügigkeitsgrenze müssen Unternehmen nur noch mittels der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze in Höhe von EUR 425,70 beurteilen, ob eine Beschäftigung im Rahmen eines (freien) Dienstverhältnisses geringfügig oder vollversichert ist.
Durch die Neuregelungen in der Personalverrechnung wird nun bei fallweise Beschäftigten jeder Arbeitstag als ein eigenständiges Dienstverhältnis gewertet. Bernhard Geiger, Experte für Personalverrechnung, erkennt darin ein großes Einsparungspotenzial für Unternehmen, die oft mit fallweise Beschäftigten agieren.

Attraktiv: Änderungen bei Aushilfenbezügen
Durch das EU-Abgabenänderungsgesetzes 2016 wurden Aushilfstätigkeiten für Personen, die bereits vollversichert erwerbstätig sind, attraktiver gestaltet. Seit 2017 können Bezüge, die an Aushilfen bezahlt werden, unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei abgerechnet werden.

Erfreulich: Senkung von Verzugszinsen und Lohnnebenkosten
Die Verzugszinsen für die nicht rechtzeitige Zahlung von SV-Beträgen wurden um stattliche 50% gesenkt. Verzugszinsen in der Sozialversicherung betragen nun 3,38 % pro Jahr. Die Lohnnebenkosten wurden schrittweise gesenkt. Konkret wurde der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG) von 4,5 % auf 4,1 % reduziert. Eine Senkung um weitere 0,2 Prozentpunkte erfolgte im Jahr 2018.

Anreizend: Bonus-Malus-System für ältere Arbeitnehmer
Das neue Bonus-Malus-System ist für Unternehmen mit mehr als 25 vollversicherten Dienstnehmern (inklusive freien Dienstnehmern, aber ohne Lehrlinge) relevant. Erreichen diese bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer einen bestimmten Branchendurchschnitt oder liegen darüber, erhalten die Unternehmen einen Bonus in Form einer zusätzlichen Senkung der Lohnnebenkosten in Höhe von 0,1 % des Dienstgeberbeitrages zum FLAG. Seit 2018 beträgt der Dienstgeberbeitrag für diese Unternehmen 3,8 %. „Ziel dieses Anreizes ist es, die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer ab 55 Jahren anzuheben. Unternehmen, die unter diesem Branchendurchschnitt liegen, müssen bei Beendigung von Dienstverhältnissen die doppelte Auflösungsabgabe bezahlen“, erläutert Bernhard Geiger.

Vorsorglich: Beiträge zur betrieblichen Vorsorge für „Abfertigung Neu“ für fallweise Beschäftigte und Ferialpraktikanten
Wenn ein Arbeitnehmer innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten ab dem Ende eines Dienstverhältnisses mit demselben Arbeitgeber eine neue Beschäftigung eingeht, setzt die Beitragspflicht mit dem ersten Arbeitstag ein, wobei die Regelung unabhängig von der Dauer der Dienstverhältnisse gilt. Auch fallweise Beschäftigte sind hiervon betroffen. Deloitte-Experte Geiger warnt: „Das kann zu einer Kostenmehrbelastung für den Dienstgeber führen – da ist Vorsicht geboten“.
 

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