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Neuregelung beim Sachbezug für Dienst­fahrzeuge

Steuerreform 2015/16

19.06.2015

Im Zuge des Steuerreformpakets soll es ebenso zu einer (erneuten) Änderung im Zusammenhang mit PKW-Sachbezügen kommen. Vor dem Hintergrund einer Ökologisierung des Steuerrechts soll dieser bei einer privaten Nutzung durch den Arbeitnehmer künftig auf Basis der Schadstoffbelastung berechnet werden.

Bisherige Regelung

Besteht für den Arbeitnehmer die Möglichkeit, ein arbeitgebereigenes Kraftfahrzeug für nichtberuflich veranlasste Fahrten einschließlich Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sowie Familienheimfahrten zu benützen, so ist ein dementsprechender Ansatz eines Sachbezuges im Rahmen der Personalabrechnung vorgesehen. Nach derzeitiger Rechtslage ist entweder der volle Sachbezug idHv 1,5% der Anschaffungskosten (max EUR 720 pro Monat) oder – bei nachgewiesenen nichtberuflichen Fahrten von nicht mehr als 500 Kilometer im Monat – der halbe Sachbezug idHv 0,75% der Anschaffungskosten (max EUR 360 pro Monat) zu berücksichtigen. Voraussetzung für die Geltendmachung eines halben Sachbezuges im Rahmen der Lohnabrechnung ist eine dementsprechende Dokumentation in Form eines lückenlos geführten Fahrtenbuches.

Ökologisierung des Sachbezuges für Dienstfahrzeuge

Die Steuerbelastung der privaten Nutzung eines Dienstfahrzeuges soll künftig vom Schadstoffausstoß des KFZ abhängig sein. Dabei sieht die novellierte Verordnung über die Bewertung bestimmter Sachbezüge (sog Sachbezugswerte-Verordnung) einen erhöhten Sachbezugswert für schadstoffreiche Fahrzeuge vor. Nach der geänderten Sachbezugswerte-Verordnung bildet der Schadstoffausstoß des KFZ die Grundlage für die Berechnung des lohnsteuerpflichtigen Sachbezuges. Für die Privatnutzung von Dienstfahrzeugen mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 120 Gramm (bzw nach letzter Diskussion möglicherweise 130 Gramm) pro Kilometer, erhöht sich der Sachbezug auf 2% der Anschaffungskosten pro Monat. Bei schadstoffarmen Fahrzeugen, die einen CO2-Ausstoß von maximal 120 Gramm pro Kilometer aufweisen, kommen nach wie vor 1,5% der Anschaffungskosten als lohnsteuerpflichtiger Sachbezug zum Ansatz. Der CO2-Ausstoß soll für KFZ-Neuanschaffungen jährlich angepasst werden, als dieser jährlich um 4 Gramm pro Kilometer zwischen 2016 und 2020 abgesenkt wird. Mit dieser Regelung soll dem technologischen Fortschritt Rechnung getragen werden.

Erhöhte Obergrenze und steuerfreie Elektroautos

Zudem wird der Höchstbetrag des Sachbezugswertes von EUR 720 auf EUR 960 erhöht. Eine Steuerbegünstigung ist in den Änderungsbestimmungen für emissionsfreie Kraftfahrzeuge (Elektroautos) vorgesehen. Die private Verwendung eines Dienstautos, das von einem Elektromotor angetrieben wird, soll bis 2020 von der Besteuerung ausgenommen werden; es kommt somit hier kein steuerpflichtiger Sachbezug zum Ansatz.

Fazit

Mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf wird der Zweck einer Reduktion der Schadstoffbelastung auf Grund der Benutzung von firmeneigenen KFZ verfolgt. Die Begünstigung schadstoffarmer KFZ iVm einer Steuerbefreiung elektrisch angetriebener Fahrzeuge soll einen Anreiz zur Nutzung umweltfreundlicher Firmen-PKWs schaffen und somit zu einer Ökologisierung des Steuerrechts beitragen.

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