Pressemeldungen

Deloitte zur Steuer­reform

Licht und Schatten aus Standort­sicht

Steuerreform: Positiv beurteilt Deloitte die Erhöhung der Forschungsprämie von 10 % auf 12 %. Dies bedeutet einen wesentlichen Impuls für die Innovationskraft der österreichischen Volkswirtschaft. Kritisch ist laut Deloitte die Anhebung des Spitzensteuersatzes von 50 % auf 55 % ab einem Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro zu sehen. Da der Spitzensteuersatz ein wichtiges Auswahlkriterium im Standortwettbewerb darstellt, ist dadurch eine Abnahme der Direktinvestitionen zu befürchten.

Positiv aus Sicht von Deloitte:

Erhöhung der Forschungsprämie von 10 % auf 12 % und Zuzugsbegünstigung für Forscher

Die Forschungsprämie ist ein wesentlicher Impuls für die Steigerung der Innovationskraft der österreichischen Volkswirtschaft. Da innovative Unternehmen meist hohe Exportquoten erzielen, wird dadurch die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes deutlich gestärkt. Dies wiederum wirkt sich auch positiv auf das Budget und den Arbeitsmarkt aus. Eine Zuzugsbegünstigung für Wissenschaftler und Forscher stärkt das Bekenntnis der Regierung zum Forschungsstandort Österreich.

Förderung der Elektromobilität

In Bezug auf privat genutzte Dienstfahrzeuge kann – im Gegensatz zu PKWs mit Verbrennungsmotoren – zukünftig die Vorsteuer abgezogen werden und es kommt zu keinem Sachbezug. Dadurch werden nicht nur positive Lenkungseffekte im Sinne einer Ökologisierung des Steuersystems gesetzt, sondern es wird auch die Position Österreichs als Testmarkt und als innovative Volkswirtschaft gestärkt. Dies ist vor allem auch deshalb sehr positiv, da es in Österreich zahlreiche Unternehmen gibt, die als Pioniere der Elektromobilität gelten.

Negativ aus Sicht von Deloitte:

Anpassung der steuerlichen Vorschriften zur Einlagenrückgewähr

Im Gegensatz zur geltenden Rechtslage soll die Rückzahlung von Eigenkapital, das seitens der Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) zugeführt wurde, erst dann steuerneutral ohne Zahlung der Kapitalertragssteuer an die Gesellschafter zurückgeführt werden können, wenn davor alle in der Gesellschaft erwirtschafteten Gewinne ausgeschüttet und mit der Kapitalertragssteuer besteuert wurden.

Dadurch werden letztendlich Unternehmer davon abgehalten, das Eigenkapital ihrer Firmen aufzustocken, da eine Einlagenrückzahlung zukünftig nur unter restriktiven Bedingungen erfolgen und der Unternehmer dies nicht mehr selbst entscheiden kann. Vor dem Hintergrund des chronischen Eigenkapitalmangels der österreichischen Wirtschaft und der damit verbundenen Wachstumshindernisse handelt es sich bei dieser Gesetzesänderung ganz klar um eine Fehlmaßnahme.

Neue Bürokratismen überwiegen

Obwohl in sämtlichen Empfehlungen aller Expertenrunden – auch der Steuerreform-kommission – dringend eine Vereinfachung des Steuerrechts empfohlen wurde, wird die Steuerreform zu einer weiteren Verwaltungsbelastung der Unternehmen führen. Allein das umfangreiche Paket zur Betrugsbekämpfung wird in fast allen Branchen Umstellungsaufwand (Registrierkassenlösungen, Änderungen bei Gebäude-abschreibungen etc.), einen erhöhten Kommunikationsaufwand mit den Finanzbehörden (Bankkontenauskünfte auch für Nachfragen aus Betriebsprüfungen bei Kunden und Lieferanten) und Administrationsaufwand (z.B. das neue Evidenzkonto) nach sich ziehen. Dieser Zusatzaufwand wird durch die wenigen Vereinfachungen bei der Lohnverrechnung bei weitem nicht kompensiert.

Image des Standortes wird leiden

Durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes, der Immobilien- und der Kapitalertragssteuer, der Umsatzsteuer im Tourismusbereich sowie der Grunderwerbsteuer wird es für den Standort im internationalen Wettbewerb noch schwieriger. „Unbestritten ist, dass Österreich in den Bereichen Lebensqualität, Kultur und Tourismus Top-Werte in den Umfragen erzielt. Aufgrund der steuerlichen Rahmenbedingungen werden in- und ausländische Investoren sich trotz dieser Vorteile in vielen Fällen für einen anderen Standort entscheiden“, ist Kovar überzeugt.

Foto Herbert Kovar Credit APA/Hinterramskogler

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