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US-Steuerreform „Tax Cuts and Job Act“

Das bringt die Reform für österreichische Unternehmen

Mit Anfang 2018 ist die tiefgreifendste US-Steuerreform seit mehr als 30 Jahren, der „Tax Cuts and Job Act“, in Kraft getreten. Unsere Experten haben für Sie zusammengefasst, was das für österreichische Unternehmen mit US-Bezug bedeutet.

Ziel der US-Steuerreform ist es, Unternehmen und Bürger der Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten zehn Jahre um mehrere Billionen US-Dollar zu entlasten. Dadurch soll der Wirtschaftsstandort USA international wettbewerbsfähiger und das Wirtschaftswachstum angekurbelt werden. Die Steuerreform hat jedoch nicht nur erhebliche Auswirkungen für US-Unternehmen, sie kann auch heimische Betriebe betreffen.

„Maßnahmen wie die Absenkung der Körperschaftsteuer, Investitionsbegünstigungen oder die grundlegende Neugestaltung des internationalen Steuerrechts bringen für alle Unternehmen mit US-Bezug neue Regeln mit sich. Diese werden umfassende Änderungen der Konzernstrukturen auslösen,“ betont Peter Grau, Partner bei Deloitte Österreich und zuvor als Steuerberater in New York tätig.

Steuervorteile durch Entlastungen bei
…Körperschaftssteuer

Mit 1. Jänner 2018 wird die Körperschaftsteuer in den USA signifikant gesenkt. Anstelle des bislang geltenden Steuersatzes von 35 % greift seit Jahreswechsel ein KÖSt-Satz von 21 % auf US-Bundesebene, der somit jetzt unter dem österreichischen Satz von 25% liegt. Manche US-Bundesstaaten erheben daneben eine zusätzliche Körperschaftsteuer.

…Investitionen
Auch die Abzugsfähigkeit von Investitionen wird den Unternehmen erleichtert. Prinzipiell werden Investitionen in Anlagevermögen über die Abschreibungsdauer verteilt abgesetzt. Laut dem Reformgesetz sind bestimmte Wirtschaftsgüter, die zwischen 27. September 2017 und 31. Dezember 2022 angeschafft werden, sofort abzugsfähig. Für 2023 bis 2026 neu angeschaffte Güter wird die Abzugsfähigkeit dann stufenweise um jeweils 20 % abgesenkt.

„Gerade für US-Tochtergesellschaften österreichischer Unternehmen ergeben sich wesentliche steuerliche Vorteile bei Investitionen und beim Ausbau der Aktivitäten in den USA“, so Peter Grau.

Neues Konzept „Verrechnungspreissteuer“
Eine weitere Neuerung stellt die Einführung der „Verrechnungspreissteuer“ oder „Base Erosion Avoidance Tax“ (BEAT) dar. Neben der Berechnung der „regulären“ Steuerschuld muss eine US-Gesellschaft für ein nach dem 31. Dezember 2017 beginnendes Wirtschaftsjahr eine Alternativrechnung erstellen, wenn sie Leistungen von ausländischen Konzerngesellschaften mit einer Beteiligungsquote von mindestens 25 % erhält. Im Rahmen der Alternativrechnung werden Zahlungen für immaterielle Leistungen wie Dienstleistungen, Lizenzen, Zinsen oder Abschreibungen auf erworbene Wirtschaftsgüter dem steuerpflichtigen Einkommen hinzugerechnet.

Voraussetzung dafür: Der Umsatz der US-Gesellschaft muss im Durchschnitt der letzten drei Jahre den Betrag von 500 Mio. US-Dollar überschreiten. Die „schädlichen Aufwendungen“ oder „Base Erosion Payments (BEPs)“ müssen außerdem zumindest 3 % der Kosten der US-Gesellschaft betragen. Aufgrund der relativ hohen Umsatzschwelle wird dies vor allem österreichische Gesellschaften in größeren US-Konzernen betreffen. Manche US-Konzerne werden erwägen, ihre Finanzierungs- oder Lizenzierungsstrukturen neu zu ordnen und Funktionen aus niedrigbesteuerten Ländern in die USA zurückzuholen.

Territorialitäts- statt Welteinkommensprinzip:
Neuregelung der Gewinnbesteuerung

Bisher galt bei in Tochtergesellschaften außerhalb der USA erwirtschafteten Gewinnen das Welteinkommensprinzip. Sie wurden bei „Import“ in die USA unter Anrechnung der ausländischen Steuer besteuert. Das Welteinkommensprinzip wurde nun aufgegeben und das Territorialitätsprinzip eingeführt. Danach werden lediglich im Inland erwirtschaftete Gewinne besteuert. Aus dem Ausland empfangene Dividenden bleiben hingegen steuerfrei, sofern eine Mindestbeteiligung von 10% gegeben ist. Dies kann dazu führen, dass viele US-Unternehmen künftig vermehrt Gewinnausschüttungen ihrer österreichischen Töchter veranlassen werden, was zu einem starken Abzug von Kapital aus Österreich führen kann.

Inwieweit die Neuregelung des US-Steuersystems im Einklang mit bestehenden internationalen Abkommen steht, wird derzeit analysiert. Österreichische Unternehmen mit US-Bezug sollten jedenfalls bereits jetzt mögliche Auswirkungen der Steuerreform und Gestaltungsmöglichkeiten prüfen, um böse Überraschungen zu vermeiden und steuerliche Vorteile optimal zu nutzen.

Webcast mit Deloitte Experten zur US-Steuerreform
Anmeldung und Einwahl zum Webcast, 17.1.2018, 13.00 - 14.00 Uhr
Der Webcast wird aufgezeichnet und kann auch später bei Bedarf abgerufen werden.

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