Was ist zum 30.09. alles zu beachten?

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Was ist zum 30.09. alles zu beachten?

Der 30.09. ist im Bereich Steuern und Rechnungswesen ein bedeutender Stichtag. Dieser Artikel soll einen Überblick über die wichtigsten Themen geben, die bis dahin erledigt sein müssen. Mit den zahlreichen coronabedingten Gesetzesänderungen wurden teilweise auch Fristen (einmalig) verlängert, sodass sich speziell für das Jahr 2021 untenstehende Situation ergibt.

Herabsetzung von Einkommensteuer- und Körperschaftsteuervorauszahlungen

Bis 30.09.2021 können noch Anträge auf Herabsetzung der Einkommensteuer- bzw. Körperschaftsteuervorauszahlungen für 2021 beim Finanzamt eingebracht werden, falls die aktuellen Vorauszahlungen, im Vergleich zum voraussichtlichen steuerlichen Ergebnis des laufenden Jahres, zu hoch sind. Der Antrag muss entsprechend begründet werden (zB durch Beilage einer Zwischenbilanz, einer Prognoserechnung oder einer Planungsrechnung für das heurige Jahr). Wird der Antrag nach dem 30.9. eingebracht, so darf das Finanzamt die Vorauszahlungen erst für das nächste Kalenderjahr neu festsetzen.

Anspruchszinsen bei Steuernachzahlungen

Noch nicht veranlagte Nachzahlungen an Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer für ein Kalenderjahr unterliegen grundsätzlich ab 1.10. des Folgejahres der sogenannten Anspruchsverzinsung. Gemäß § 323 Abs14 Z 2 BAO haben die Finanzämter von der Vorschreibung von Anspruchszinsen für den Veranlagungszeitraum 2019 und 2020 abzusehen.

Zur Vermeidung von Anspruchszinsen besteht daher wie im Vorjahr ausnahmsweise kein Erfordernis, bis Ende September eine Abschlagszahlung für Einkommensteuer- und Körperschaftsteuernachzahlungen 2020 zu leisten.

Offenlegung des Jahresabschlusses mit Stichtagen bis 31.12.2020 – Verlängerung Offenlegungsfrist von 9 auf 12 Monate

Wie wir Sie bereits in unserem Praxistipps Newsletter Nr 04/2021 informieren durften, wurde die Frist zur Offenlegung beim Firmenbuch für sämtliche Jahresabschlüsse, deren Abschlussstichtag vor dem 01.01.2021 liegt, auf 12 Monate verlängert. Daher ist beispielsweise die Frist für die Offenlegung des Jahresabschlusses zum 31.12.2020 der 31.12.2021.

Umgründungen

Umgründungen (Einbringungen, Spaltungen, Verschmelzungen, etc.) können rückwirkend bis zu 9 Monate auf den letzten Bilanzstichtag vorgenommen werden. Hier kam es bislang zu keiner Verlängerung aufgrund der Corona-Krise. Die Anmeldung einer Umgründung mit Stichtag 31.12.2021 beim Firmenbuch bzw Finanzamt muss daher bis spätestens 30.9.2021 erfolgen.

Rückerstattung ausländischer Vorsteuer aus EU-Staaten

Sind im Jahr 2020 ausländische Vorsteuern (zB anlässlich von Dienstreisen, Messebesuchen, etc.) angefallen, so müssen diese bis spätestens 30.9. des Folgejahres zur Rückerstattung beantragt werden. Achtung: Es handelt sich um eine Fallfrist. Ein Fristversäumnis ist nicht sanierbar und führt zum Verlust der rückerstattbaren Vorsteuern. Der Antrag auf Rückerstattung ist zwingend über FinanzOnline einzubringen.

Investitionsprämie

nicht verlängerbare Frist von 3 Monaten. Diese Frist beginnt nach Bezahlung und Inbetriebnahme der letzten im jeweiligen Antrag befindlichen, durchgeführten Investition.

Ausnahme: Abrechnungen, die bis zum 30.09.2021 via aws Fördermanager eingebracht werden, sind von der 3-monatigen Abrechnungsfrist ausgenommen. Das bedeutet, dass für Anträge deren Investitionen beispielsweise im Februar bereits vollständig bezahlt und in Betrieb genommen wurden, eine Abrechnung bis 30.09.2021 unbeschadet der 3-Monats-Frist möglich ist.

Prüfen Sie daher rechtzeitig die Investitionen gemäß Ihrem Fördervertrag auf ihre Bezahlung und Inbetriebnahme. Sofern die letzte im Antrag befindliche Investition im Juni oder davor in Betrieb genommen und bezahlt wurde, kann eine Abrechnung ab 01.10.2021 nicht mehr fristwahrend eingebracht werden.

Fazit

Zum 30.09. ergibt sich in vielen Bereichen Handlungsbedarf. Durch die zahlreichen coronabedingten Gesetzesänderungen wurden zwar einige Fristen verlängert, wir empfehlen aber trotzdem eine rechtzeitige Planung bzw. Erledigung der offenen Punkte – aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben.

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