The Global Chief Procurement Officer Survey 2018

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To Dos und Trends im Beschaffungswesen

Der Deloitte CPO Survey 2018 zeigt mangelnde Transparenz bei Lieferketten

Im Rahmen des Deloitte CPO Survey 2018 hatten rund 500 Einkaufsleiter aus 39 Ländern die Möglichkeit, ihre Einschätzungen zum Beschaffungsmarkt zu teilen. Die Auswertung weist an einigen Stellen auf Verbesserungsbedarf im Einkauf hin, lässt aber auch neue Möglichkeiten und Ziele erkennen.

Möglichkeiten und Ziele:

  • Optimierungsbedarf in Sachen Transparenz
    Bei zwei Drittel der Befragten fehlt bereits abseits der Direktlieferanten der Überblick über die Supply Chain.
  • Innovation als Top-Strategieziel
    Neben Kostenreduzierung und Risikomanagement steht vor allem das Thema Innovation auf der Agenda.
  • Digitale Strategie und Mitarbeiterqualifikation
    Hier herrscht klarer Aufholbedarf: aktuelle Digitalisierungsstrategien sind noch nicht ausreichend überzeugend, Mitarbeiter sind nicht im ausreichendem Maß ausgebildet, um das Potenzial der Digitalisierung voll zu nutzen.
The Deloitte Global CPO Survey 2018

Mehr Transparenz für weniger Risiko

Der Deloitte CPO Survey 2018 zeigt, dass die Transparenz der Lieferkette abseits der Direktlieferanten verbesserungswürdig ist. Lediglich 6 % der befragten Einkaufsleiter geben an, die gesamte Supply Chain vollständig erfasst zu haben. Dem gegenüber stehen 65 %, die begrenzten bis gar keinen Überblick über die Lieferkette jenseits ihrer Direktlieferanten haben. Die Wichtigkeit der Nachvollziehbarkeit sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Sie ist nicht nur für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern auch für die Risikoplanung von grundlegender Bedeutung.

„Ein lückenhafter Überblick über die Lieferkette kann ein großes Geschäftsrisiko darstellen. In den letzten Jahren ist die Einbindung von Lieferanten in die Produktentwicklung in vielen Industrien zurückgegangen. Beziehungen gehen meist nicht mehr über den Tier 1 hinaus“, erklärt Alexander Kainer, Partner bei Deloitte Österreich. „Um Risiken zu verringern, sollten Unternehmen die Kontakte zu Lieferanten auf allen Ebenen wieder stärken und einen Fokus auf Zulieferer in unsicheren Regionen legen.“

Top-Strategieziel Innovation

Obwohl die Themen Kosten und Risiken nach wie vor wesentliche Punkte im Bereich des Beschaffungswesens darstellen, erlaubt die aktuelle Weltwirtschaftslage auch den Blick in Richtung Innovation durch Markt- und Produktentwicklung. Für 58 % der CPOs haben die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen sowie die Erschließung neuer Märkte Priorität. 20 % der Befragten planen außerdem eine Expansion durch Akquisitionen.

Acht von zehn Einkaufsleitern sehen das Thema Kostenreduktion als wichtige Aufgabe, mehr als die Hälfte konzentriert sich auf das Risikomanagement. Vor allem die Ungewissheit in Bezug auf Brexit- und NAFTA-Verhandlungen wird vom einem Drittel der CPO als Unsicherheitsfaktor genannt.

„Unter den österreichischen Einkaufsleitern führen vor allem eine potenzielle Schwächung der Eurozone und zu geringe Kreditrahmen für Unternehmen zu Verunsicherung“, ergänzt Alexander Kainer.

Aufholbedarf: Digitale Strategie und Mitarbeiterschulungen

Das Thema Digitalisierung macht auch vor dem Beschaffungsbereich nicht halt. Die Einführung digitaler Tools und Anwendungen gestaltet sich jedoch langsam. 17 % der Einkaufsleiter haben noch keine Strategie für das digitale Beschaffungswesen erarbeitet. Von jenen, die eine Digitalisierungsstrategie verfolgen, sind weniger als ein Drittel davon überzeugt, dass sich diese auch zielführend und wertsteigernd auswirkt.

„Gerade im Logistikbereich gewinnt die Digitalisierung und hier vor allem die Blockchain-Technologie an Bedeutung. Ein Viertel der CPOs erwartet sich auch durch robotergesteuerte Prozessautomatisierung erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft“, so Kainer. „Die österreichischen Studienteilnehmer sehen den größten Einfluss der Digitalisierung in der Optimierung der Einkaufsprozesse und im Berichtswesen.“

Ein deutliches Defizit ist in Sachen Mitarbeiterqualifikation festzustellen. Nur 3 % der befragten CPOs glauben, dass ihre Mitarbeiter jene Fähigkeiten besitzen, die nötig sind um das Potenzial der Digitalisierung voll auszuschöpfen. Trotz dieser Feststellung, sinken die Investitionen in Mitarbeiterschulungen. Lediglich 15 % der CPOs setzen ihren Fokus auf die Verbesserung der digitalen Kompetenzen ihrer Teams.

Bei Ihren Fragen zum Einkauf stehen wir gerne zur Verfügung. Selbstverständlich aber auch zu weiteren Möglichkeiten der Wertsteigerung in der Supply Chain Ihres Unternehmens. Wir entwickeln Lösungen von der Konzeptionierung mit internationalen Experten bis zur digitalen Umsetzung in Ihrem System.

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