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Quality Culture

Erhöhung des Mitarbeiterstrebens hin zu einer Null-Fehler-Produktion

Um sich als Qualitätsführer am Markt etablieren zu können, müssen OEMs ihre Unternehmenskultur mehr in Richtung Qualität ausrichten. Dadurch können Fehler in den Produktionsprozessen sowie in der Organisation konsequent vermieden und innerhalb des gesamten Unternehmens eine Null-Fehler-Kultur ausgebildet werden.

Für viele OEMs waren die letzten drei Jahre durch immer steigende Verkaufszahlen geprägt. Jedoch ist dies nur die eine Seite der Medaille, das Jahr 2014 war ein Rekordjahr in Sachen Rückrufaktionen der Automobilhersteller. Dabei sind Rückrufaktionen nicht nur ein wichtiges Thema für Massenhersteller, wie General Motors oder Toyota, sondern treffen auch Premiumhersteller wie BMW oder Porsche.

Schaut man auf die Haupttrends der Automobilbranche, war das Emporschnellen der Rückrufe eine logische Konsequenz. Die Industrie fokussierte sich in den letzten Jahren vorwiegend auf Baukastenstrategien, Erweiterung des angeboten Produktspektrums sowie Modelle und kürzere Produktlebenszyklen. Alle diese Änderungen führten schließlich zu steigenden Rückrufaktionen, da sich z.B. ein fehlerhaftes Bauteil innerhalb eines Baukastens auf viele weitere Modelle und Derivate auswirkt, folglich verursacht ein fehlerhaftes Bauteil einen um ein Vielfaches höheren Rückruf, als in der Vergangenheit. Um diese Herausforderungen dauerhaft in den Griff zu bekommen, ist es notwendig, dass Unternehmen ihre Qualitätsorganisation sowie die damit verbundenen Strategien umstrukturieren und umdenken. Derzeit sind bereits viele Unternehmen dabei ihre Qualitätsorganisation gezielt umzuformen, indem sie die gesamte Value Chain integrieren. Außerdem eröffnen sogenannte „Emerging Technologies“, wie Data Analytics neue Möglichkeiten Muster zu analysieren, um dadurch zukünftige Probleme frühzeitig vorherzusagen.

Um diesen Herausforderungen in Zukunft entgegenzuwirken und dauerhaft qualitativ hochwertige Produkte herzustellen, müssen OEMs in ihrer Unternehmenskultur mehr den Fokus auf Qualität legen.

Den kompletten Report finden Sie nebenstehend zum Download.
 

Qualitätskultur & Null-Fehler-Gedanke

Um eine Qualitätskultur und einen damit einhergehenden Null-Fehler-Gedanken im Unternehmen zu säen und wachsen zu lassen, hat Deloitte vier fundamentale Dimensionen identifiziert:

  • Basis: Management Commitment & Verständnis der Kundenbedürfnisse bilden die Basis jeden Change-Prozesses.
  • Leadership: Die Führungskräfte müssen akzeptieren und verstehen, dass Fehler passieren können und lernen diese nicht als Schwachstelle, sondern als Chance zur Qualitätsoptimierung sowie Prozessverbesserung zu sehen. Zudem ist es essentiell, dass Führungskräfte mit gutem Beispiel beim Thema Qualität vorangehen.
  • Employees: Alle Mitarbeiter kennen die wichtigen Qualitätsstandards. Im Zuge dessen ist ein entsprechendes Schulungskonzept zum Training der Mitarbeiter aufzusetzen. Zudem ist ein Anreiz für die Mitarbeiter zu schaffen, Verbesserungspotentiale aufzudecken und sich dadurch verantwortlich für die eigene Arbeit zu fühlen.
  • Organisation: Die Organisationsstruktur muss so gestaltet sein, einen Qualitäts-Gedanken zur kontinuierlichen Qualitätsoptimierung zu ermöglichen sowie einen freien und transparenten Kommunikationsfluss.

Implementierung

Zur Implementierung einer umfassenden Qualitätskultur bietet Deloitte vier Schritte als Vorgehensweise an:

  • Bewertung der aktuellen Qualitätskultur innerhalb der Organisation
  • Auswahl der passenden Qualitätsdimensionen und Maßnahmen
  • Ausrollen der identifizierten Maßnahmen zur Implementierung einer nachhaltigen Qualitätskultur, regelmäßige Messung der Qualitätskultur-Reife
  • Requalifizierung

Die Implementierung einer nachhaltigen Qualitätskultur über das gesamte Unternehmen hilft das Qualitätsniveau der Endprodukte zu erhöhen und die Sensibilität für Qualität bei jedem einzelnen Mitarbeiter zu schärfen.

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