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Brexit – Ein Ausblick für Österreichs Autobranche

Österreichs Automobilbranche könnte bis zu 480 Mio. € weniger Umsatz machen

Ein harter Brexit würde die europäischen Automobilhersteller besonders hart treffen, wobei für den größten Automobil-Exporteur Deutschland im Jahr 2019 mit einem Umsatzrückgang im Vereinten Königreich von 31% (-6,7 Mrd. €) zu rechnen wäre. Für die übrigen Staaten der EU-27, exklusive Deutschland, ist die zu erwartende Entwicklung sogar noch problematischer, so droht hierbei ein Umsatzrückgang von 36% (-8,3 Mrd. €).

Österreichs Automobilbranche bekäme die Folgen eines harten Brexit sowohl direkt über einen Rückgang der Automobilabsätze, als auch indirekt durch eine Reduktion der abgesetzten Autoteile, zu spüren. Das Vereinigte Königreich stellt mit 8% bzw. 295 Mio. € den zweitgrößten Abnehmer österreichischer Automobilproduktionen in Höhe von 3,7 Mrd. € dar. Der prognostizierte 36%-ige Umsatzrückgang im Falle eines harten Brexit würde demnach knapp 106 Mio. € betragen.

Zusätzlich dazu sind aber auch indirekte Effekte durch die Abhängigkeit von Lieferung an ausländischer Automobilhersteller zu berücksichtigen. Hierbei zeigt sich, dass die 6,7 Mrd. € deutsche Umsatzeinbuße sich auf den österreichischen Markt überleiten lassen (s. Grafik). Der negative Effekt für Österreichs Automobilbranche würde sich in etwa auf 210 Mio. € belaufen.


Über die Exportquoten österreichischer Autoteile
nach Deutschland (50%) und den Rest der Europäischen Union (knapp 40%) lässt sich der Rückschluss ziehen, dass die potenziellen Umsatzeinbußen durch indirekte Umsatzeffekte deutscher sowie anderer europäischer Automobilhersteller zusammen ca. 375 Mio. € ausmachen würden.

Insgesamt wäre im Falle eines harten Brexit somit mit einem Umsatzrückgang der österreichischen Automobilbranche in Höhe von ca. 480 Mio. € zu rechnen, wobei sowohl die Effekte direkter Exporte in das Vereinigte Königreich, als auch indirekte Effekte aufgrund von Umsatzrückgängen anderer belieferter europäischer Automobilhersteller, berücksichtigt sind. Bei einer Branchengröße von etwa 43 Mrd. € stellt solch eine Reduktion einen knapp 1,5%-igen Rückgang des Volumens der Automobilbranche dar.

Für das Szenario eines harten Brexit wurden die Annahmen von WTO-Zöllen sowie eines 10-prozentigen Wertrückgangs des Pfunds für 2019 unterstellt.

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