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Digital Consumer Trends 2020

Mobilfunknetz 5G spaltet die Meinung der österreichischen Bevölkerung

Laut den Digital Consumer Trends 2020 gehen die Meinungen der Österreicherinnen und Österreicher zum neuen Mobilfunknetz 5G auseinander. Zwar befürwortet die Hälfte der Befragten die neue Technologie, ein Drittel befürchtet aber negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Ein Vorteil des neuen Netzes: Smart-Home- sowie Connected-Car-Systeme werden damit für die breite Masse zugänglicher. Die Umfrage bestätigt auch: Der Smartphone-Konsum der Österreicherinnen und Österreicher wird sich zukünftig ändern.

Die globale Deloitte-Studie „Digital Consumer Trends 2020“ analysiert die Nutzungsgewohnheiten sowie Einstellungen von Konsumentinnen und Konsumenten gegenüber Entwicklungen im Mobilfunksektor. Insgesamt wurden mehr als 36.000 Personen in 23 Ländern, darunter 1.000 in Österreich, befragt. Das Ergebnis: Beim neuen Mobilfunknetz 5G gehen die Meinungen der Österreicherinnen und Österreich auseinander. Während 52 % der Befragten glauben, mit 5G eine bessere mobile Konnektivität zu haben, befürchten 36 % Gesundheitsrisiken durch das neue Netz.

Digital Consumer Trends 2020

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Die Key Findings der Studie

  • Viel Skepsis: 36 % der Österreicherinnen und Österreicher verbinden neues 5G-Mobilfunknetz mit Gesundheitsrisiken 
  • Geringe Zahlungsbereitschaft: 53 % wollen nicht mehr für neue Technologie ausgeben
  • Wichtiger Datenschutz: Mehr als die Hälfte der Befragten lehnt Location Tracking und einsehbare Gesundheitsdaten am Smartphone ab
  • Bedenklicher Konsum: 54 % denken, ihr Smartphone zu häufig zu benutzen

Der Prozentsatz der 5G-Gegnerinnen und -Gegner ist hierzulande erstaunlich hoch: Über ein Drittel der Befragten sorgt sich, dass mit dem neuen Netz gesundheitliche Probleme in der Bevölkerung auftreten werden. Es braucht dringend mehr Aufklärungsarbeit, um den Österreicherinnen und Österreichern die nach wissenschaftlichen Maßstäben unbegründete Angst zu nehmen.

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass 5G in anderen Ländern weitaus weniger Unbehagen verursacht: So glauben im Nachbarland Deutschland nur 20 % der Befragten, dass das neue Mobilfunknetz gesundheitliche Probleme hervorruft. In Großbritannien wird 5G lediglich von 14 % mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht, in China tun dies nur 13 %.

Die Österreicherinnen und Österreicher beschäftigen jedoch nicht nur die Gesundheitsrisiken, sondern auch die mit 5G verbundenen Kosten. Der Großteil der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer will für die neue Technologie nicht tiefer in die Tasche greifen. Die Hälfte der Befragten hat es nicht eilig, zum neuen Mobilfunknetz zu wechseln. Lediglich 5 % verwenden 5G bereits. Es ist daher keine Überraschung, dass 53 % der Österreicherinnen und Österreicher nicht bereit sind, für höhere Bandbreiten und niedrigere Reaktionszeiten mehr zu bezahlen.

Smarte Alltagslösungen werden massentauglich

Aller Skepsis zum Trotz bringt die neue 5G-Technologie neben starken Leistungsverbesserungen auch eine höhere Gerätevielfalt, verbesserte Standorterkennung sowie eine viel schnellere und bessere Datenübertragung. Dadurch könnten zukünftig Smart-Home- und Connected-Car-Systeme der breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Die Vorteile von 5G für private Nutzerinnen und Nutzer finden sich vor allem im Bereich der Smart-Home-Systeme und des digitalen Entertainments. Das neue Mobilfunknetz wird die Entwicklung dieses Sektors zukünftig positiv beeinflussen. Damit wird die Technologie auch erstmals für viele österreichische Konsumentinnen und Konsumenten spürbar.

Datenschutz steht an erster Stelle

Laut Studie überwiegt bei den Österreicherinnen und Österreichern auch bei einem weiteren Thema die Skepsis: Überwachungsmaßnahmen auf privaten Geräten kommen bei der Mehrheit der heimischen Befragten nicht gut an. So lehnen rund 52 % Location-Tracking auf dem eigenen Smartphone gänzlich ab, 58 % sind gegen das Einsehen persönlicher Gesundheitsdaten durch den Staat – auch wenn dies zur Bekämpfung der COVID-19-Krise helfen würde.

Die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der eigenen Daten spiegeln sich beispielsweise auch in der niedrigen Nutzerzahl der Stopp-Corona-App wider. Datenschutz hat bei den heimischen Konsumentinnen und Konsumenten nach wie vor einen besonders hohen Stellenwert. Unternehmen müssen hier sehr behutsam agieren.

Österreich ist mit dieser Skepsis nicht alleine. Auch Befragte aus Polen (49 %) und Deutschland (40 %) lehnen Location-Tracking auf privaten Geräten zum Großteil ab. In Großbritannien (25 %) ist man im Vergleich dazu deutlich lockerer. Kaum Bedenken äußern die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer aus China: Lediglich 9 % sprechen sich hier gegen diese Überwachungsmaßnahme aus.

Österreicherinnen und Österreicher überdenken Smartphone-Konsum

Während Fitness-Tracker und Virtual-Reality-Brillen sich noch nicht auf dem österreichischen Massenmarkt etabliert haben, sind Smartphones nicht mehr aus dem täglichen Gebrauch wegzudenken. Allerdings haben rund 54 % der Befragten das Gefühl, zu viel Zeit vor dem Smartphone-Bildschirm zu verbringen.

Laut Studie ist dabei ein Unterschied zwischen den Geschlechtern zu erkennen: Weibliche Befragte haben eher das Gefühl, ihr Mobiltelefon zu oft zu verwenden. Der männliche Anteil der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer ist da weniger kritisch. Auch bei den Altersgruppen variieren die Einschätzungen. So sind drei Viertel der Befragten zwischen 18 und 24 Jahren davon überzeugt, ihr Smartphone zu intensiv zu nutzen. Bei den 65- bis 75-Jährigen sind nur rund 11 % dieser Ansicht.

Mobiltelefone werden für den Alltag der Österreicherinnen und Österreicher zwar immer wichtiger. Allerdings kann anhand der Studienergebnisse ein Trend prognostiziert werden: Vor allem junge Konsumentinnen und Konsumenten wollen ihren Smartphone-Gebrauch in den nächsten Jahren reduzieren: Ob das in der immer stärker digitalisierten Welt gelingt, bleibt allerdings abzuwarten.

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