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Deloitte Umfrage: Integration durch Arbeitsplätze - die Richtung stimmt

Laut Deloitte Umfrage beschäftigen ein Drittel der  befragten österreichischen Unternehmen anerkannte Flüchtlinge

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt die aktuelle Deloitte Umfrage zum Thema Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt: bereits rund ein Drittel der befragten Unternehmen beschäftigt anerkannte Flüchtlinge. Die größte Hürde stellen verbesserungswürdige Deutschkenntnisse dar, aber auch Vereinfachungen seitens des Gesetzgebers würden Anstellungen erleichtern.

Noch im Sommer 2016 waren zwei Drittel der heimischen Unternehmen zwar bereit Flüchtlinge einzustellen, doch hatte erst 1 % diesen Vorsatz umgesetzt. Nur eineinhalb Jahre später zeigt sich, dass die Unternehmen ihren Worten Taten folgen ließen. 31 % der befragten österreichischen Unternehmen beschäftigt mittlerweile anerkannte Flüchtlinge, 91 % planen zudem weitere Geflüchtete einzustellen.

„Die österreichischen Unternehmen nehmen ihre Verantwortung ernst: Ein Drittel der Befragten leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt“, zeigt sich Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich, erfreut. „Das ist besonders wichtig, denn nur mit einer aktiven Teilnahme am Arbeitsleben kann Integration gelingen.“

Deloitte Umfrage: Integration von geflüchteten am Arbeitsmarkt
Deloitte Umfrage Grafik: Integration von geflüchteten am Arbeitsmarkt

Gefunden: Praktikanten, Lehrlinge, Fachkräfte

74 % der Unternehmen, die Personen mit Fluchthintergrund beschäftigen, haben zumindest eine geflüchtete Person als Hilfskraft, Praktikant, Lehrling oder Trainee angestellt. Bei 46 % sind anerkannte Flüchtlinge als Fachkräfte tätig. Aktuell beschäftigt allerdings noch keines der Unternehmen eine geflüchtete Person in leitender Position.

Gesucht: hochwertige Deutschkurse, rechtliche Vereinfachungen

Auf die Frage, ob die derzeit beschäftigten geflüchteten Personen über ausreichend fachliche Qualifikationen besitzen, antworten 56 % positiv – sie sind mit den Fachkenntnissen zum Zeitpunkt der Einstellung zufrieden. Im Vergleich dazu berichten 44 % von mangelnden fachlichen Qualifikationen.

Die Hälfte der Befragten gibt zudem einen Verbesserungsbedarf bei den Deutschkenntnissen an. Die fehlenden Sprachkenntnisse werden auch als eine der größten Hürden bei der Anstellung von geflüchteten Personen genannt.

„Aus eigener Erfahrung wissen wir: Viele Geflüchtete verfügen zwar über gute Fachkenntnisse, müssen aber am Anfang der Anstellung erst die Sprachbarriere überwinden“, betont Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Entscheidend sind qualitativ hochwertige Deutschkurse. Hier herrscht noch Verbesserungsbedarf.“

Zudem werden von den Unternehmen rechtliche Vereinfachungen für die Anstellung von geflüchteten Menschen gefordert. Gemäß Umfrage betrachtet die Mehrheit der Unternehmen es als ihre Aufgabe, einen Beitrag zur erfolgreichen Integration von Geflüchteten zu leisten. Sie erwarten sich dabei jedoch Hilfe seitens Staat und Gesetzgeber in Form von Abbau bürokratischer Hürden, unterstützender Beratung und Vereinfachung der rechtlichen Regelungen.

Future Fund: wir investieren in die Zukunft

Wie die Mehrheit der befragten Unternehmen auch, sehen wir als Deloitte Österreich es als unsere gesellschaftliche Verantwortung einen Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen zu leisten. Aus diesem Grund schaffen wir im Rahmen des Deloitte Future Fund durch Bildungsangebote und Arbeitsplätze Perspektiven für anerkannte Flüchtlinge.

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