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Inter­view mit Matthias Reisinger

Co-founder des Impact Hub Vienna

"Durch found! werden nicht nur die besten Start-up Ideen dabei unterstützt so schnell wie möglich 100 Arbeitsplätze zu schaffen, es sollen auch durch die Vorbildwirkung zahlreiche Menschen dazu inspiriert werden, ihre eigenen Start-up Ideen zu realisieren."

found! ist eines der Projekte des Deloitte Future Fund. Es wird zusammen mit dem Impact Hub Vienna realisiert. Was genau kann man sich unter found! vorstellen?

Um eine funktionierende Integration von anerkannten Flüchtlingen sicherzustellen, ist der Zugang zum Arbeitsmarkt einer der wichtigsten aber auch einer der herausforderndsten Bausteine. In Zeiten von Rekordarbeitslosigkeit müssen wir neue Wege finden, um geflüchteten Menschen die Möglichkeit zu geben ihre Talente am Arbeitsmarkt einzubringen. So können sie einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.

Deloitte Österreich und Impact Hub Vienna sehen zahlreiche innovative Konzepte, die es sich zum Ziel gemacht haben, Arbeitsplätze für anerkannte Flüchtlinge zu schaffen.

Gemeinsam werden wir im Rahmen von found! die sechs besten Konzepte auswählen und mit Expertenberatung, Vernetzung und finanziellen Mitteln bei der Umsetzung unterstützen. Das sechsmonatige Impact Hub Incubation Program begleitet die Personen dabei vom Start bis zur Realisierung, um eine rasche Schaffung von Arbeitsplätzen sicherzustellen.

Wie kam es zur Partnerschaft zwischen Deloitte Österreich und dem Impact Hub Vienna?

Auf Grund der zahlreichen gemeinsamen Interessen, wie Social Entrepreneurship, Unternehmertum, und gesellschaftliche Veränderung, gab es schon lange einen guten Austausch zwischen Deloitte Österreich und Impact Hub Vienna. Als Deloitte die mutige Entscheidung getroffen hat, die CSR Strategie zu erneuern und auf ein konkretes Thema zu fokussieren, wurde der Impact Hub eingeladen ein konkretes Projekt vorzustellen. Ziel war es, die vorhandenen Kernkompetenzen von Deloitte dazu zu nutzen, um ein relevantes gesellschaftliches Problem zu lösen. Durch ein gemeinsames Weiterentwickeln dieser Projektideen entstand found!.

Was soll mit found! erreicht werden? Welches Ergebnis soll am Ende des Projektes stehen?

Durch found! werden nicht nur die besten Start-up Ideen dabei unterstützt so schnell wie möglich 100 Arbeitsplätze zu schaffen, es sollen auch durch die Vorbildwirkung zahlreiche Menschen dazu inspiriert werden, ihre eigenen Start-up Ideen zu realisieren.

Wer wird durch das Projekt angesprochen? Wer soll sich bewerben und bei found! mitmachen?

Jeder Mensch, der eine spannende neue Idee hat, wie Talente von geflüchteten Menschen gefördert werden können und dabei neue Arbeitsplätze schafft, ist zur Bewerbung bei found! eingeladen.

Wie läuft das Programm genau ab?

Bis zum Bewerbungsschluss am 4. September können die Ideen eingereicht werden. Eine Jury wählt die sechs vielversprechendsten Konzepte aus, die Zugang zu einem sechsmonatigen Impact Hub Unterstützungsprogramm bekommen. Das speziell für found! angepasste Incubation Program bietet Zugang zu Beratung, Workshops, Arbeitsraum im Impact Hub sowie aktiver Vernetzung - kurz gesagt alles, was zur Umsetzung einer Idee benötigt wird. Am Ende des Programmes werden  gesondert jene Konzepte mit insgesamt EUR 15.000,- ausgezeichnet, die sowohl den größten Fortschritt vorweisen, als auch durch ihr zukünftiges Potenzial am meisten überzeugen konnten.

Warum sind solche Projekte wichtig für Österreich?

Momentan ist es sehr schwierig, für anerkannte Flüchtlinge einen Arbeitsplatz zu finden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Rekordarbeitslosigkeit, stagnierendes Wirtschaftswachstum, Sprachbarrieren und fehlende bzw. nicht kompatible Ausbildungen. found! nutzt das kreative Potenzial von unternehmerisch denkenden Menschen, die es schaffen durch neue Konzepte neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ein Beispiel für ein solches, bereits etabliertes Projekt mit Vorbildwirkung ist Magdas Hotel. Dort wurden dutzende Arbeitsplätze für geflüchtete Menschen geschaffen und diesen damit der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht.

Wie wichtig sind Social Entrepreneurs – für die österreichische Wirtschaft im Allgemeinen und für anerkannte Flüchtlinge im Speziellen?

Wir sehen zahlreiche gesellschaftliche Herausforderungen, die bisher nicht oder nicht ausreichend adressiert werden.  Social Entrepreneurs entwickeln Lösungen für diese Herausforderungen und setzen diese auf unternehmerische Weise um. Initiativen wie Chancen:Reich, die erste Berufsmesse für geflüchtete Menschen, oder Refugees Work, eine Job-Plattform zur Vernetzung von geflüchteten Menschen mit Arbeitgebern, beweisen, wieviel Potenzial in Social Entrepreneurs steckt. Dieses Potenzial kann genutzt werden, um komplexe, relevante Herausforderungen zu adressieren und nachhaltig zu lösen. 

Pressefoto (Credits Matthias Brandstetter) downloaden

Mehr Informationen zu unserem Projekt found!

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