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Analysen

Analyse der Zukunftstrends

Am Puls: Deloitte Unternehmensmonitor 2019

Industrie 4.0, Internet of Things und digitale Transformation sind die Schlagworte für zukünftige Wachstumstreiber. Die Voraussetzungen dafür sind eine moderne digitale Infrastruktur und entsprechende digitale Kompetenzen – in diesen Bereichen liegt Österreich allerdings international bestenfalls nur im Mittelfeld. Andere Aspekte der Umfeldinfrastruktur gelten international hingegen als vorbildlich – insbesondere der Straßen-, Schienen- und Energiebereich. Jedoch kündigen sich im Bereich der Umfeldfaktoren Veränderungen an.

Die Klimadebatte nimmt an Fahrt auf und verweist auf bevorstehende Änderungen im Energiebereich, die gerade für Unternehmen in energieintensiven Branchen relevant sein werden. Weitere Zukunftsherausforderungen entstehen durch die demografische Alterung, durch Urbanisierung und Abwanderung aus dem ländlichen Raum sowie durch die zunehmende globale Migration.

Der Deloitte Unternehmensmonitor 2019 unterscheidet zwischen innerbetrieblichen Herausforderungen, Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung sowie weiteren Umfeldfaktoren demografischer, und ökologischer Natur.

Innerbetriebliche Herausforderungen

Zu den innerbetrieblichen Herausforderungen zählen jene Entwicklungsfaktoren, die unternehmensintern gelöst werden müssen oder für deren positive Bewältigung die Verantwortung überwiegend beim Betrieb liegt.

Bei allen innerbetrieblichen Angelegenheiten überwiegt die Zuversicht: Rund zwei Drittel der Unternehmen blicken der Zukunft positiv entgegen. Das ist im Vergleich zu den anderen Zukunftstrends ein sehr hoher Wert.

Digitalisierung

Auch der Digitalisierungsbereich wird von den Unternehmen überwiegend positiv bewertet. Obwohl hier große Umwälzungen im Gange sind, ist Digitalisierung für die Unternehmen kein Angstthema. Bei der zunehmenden Verschmelzung von Arbeit und Freizeit – einer direkten Folge zunehmend digitalisierter Arbeitswelten – ist die Ambivalenz der Unternehmen noch am höchsten, doch insgesamt überwiegt auch hier die Zuversicht.

Umfeldfaktoren

Umfeldfaktoren sind eine wichtige Nahtstelle zwischen Unternehmen und Gesellschaft: Unternehmen brauchen ein gedeihliches Umfeld, um prosperieren zu können. Sie können dieses Umfeld aber nur partiell beeinflussen und sind dementsprechend in diesem Bereich überwiegend auf gesamtgesellschaftliche Lösungen angewiesen, die zumeist öffentlich zu finanzieren sind. Dazu zählen etwa die Zu- und Abwanderung, das Bildungssystem oder die Energieversorgung. Umfeldfaktoren sind die klaren Sorgenkinder der Unternehmen. Sie lassen sich in zwei grobe Bereiche unterteilen: Im ersten Bereich geht es um das Thema Energie, der zweite Bereich umfasst das Thema Bevölkerungsentwicklung.

Fazit

In den Bereichen Klima und Bevölkerungsentwicklung kündigen sich eine Reihe unternehmensrelevanter Veränderungen an.

Die Auswirkungen des Klimawandels auf den Energiebereich werden für energieintensive Branchen zunehmend spürbar. Das Hauptproblem ist die Öl- und Kohlenutzung, deren negative externe Effekte in den Erzeugungskosten derzeit nicht abgebildet sind. Die Allgemeinheit trägt derzeit Kosten, die von den Konsumentinnen und Konsumenten energieintensiver Produkte verursacht werden. Die „Fridays for Future“-Generation fordert diesbezüglich bereits lautstark ihre Rechte ein. Dementsprechend ist jedes zweite Unternehmen über die Auswirkungen des Klimawandels besorgt, jedes dritte sieht problematische Entwicklungen im Bereich der sichereren und leistbaren Energieversorgung und 39 % befürchten Konjunktureinbrüche aufgrund internationaler politischer Konflikte – ein mit der Erdölversorgung eng verknüpftes Thema.

Künftige Herausforderungen im Bereich der Bevölkerungsentwicklung werden ebenfalls ernst genommen. 40 % der Unternehmen sind wegen ihrer alternden Belegschaften besorgt, fast jedes zweite Unternehmen spürt die Auswirkungen regionaler Abwanderung und bei den bereits betroffenen Unternehmen herrschen überwiegend Sorge und Ratlosigkeit. In diesen Fällen geraten Arbeitsmärkte aufgrund von Abwanderung aus dem Gleichgewicht, weil die Unternehmen in der Region keine hinreichend attraktiven Arbeitsbedingungen mehr bieten können. Der dadurch entstehende „Fachkräftemangel“ ist somit oft ein allgemeiner Arbeitskräftemangel, auf den neben bildungspolitischen Maßnahmen mit regionaler Entwicklung reagiert werden muss.

Trotz all der bevorstehenden, teils schwer lösbaren Themen bleiben die Unternehmen in Österreich insgesamt optimistisch: Innerbetrieblichen Angelegenheiten wie der Umsatz- und Gewinnentwicklung und der Digitalisierung wird zuversichtlich entgegengesehen. Nur die zunehmende Verschmelzung von Arbeit und Freizeit – eine Folge digitalisierter Arbeitswelten – wird ambivalenter wahrgenommen.

Infografik zu den Zukunftstrends

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