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Integrated Reporting

Im Zentrum des vom International Integrated Reporting Council (IIRC) veröffentlichten prinzipienbasierten Rahmenwerkes steht die Idee des „Integrierten Denkens“.

Integrated Reporting Framework

So gilt es die Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Faktoren, die einen wesentlichen Einfluss auf die kurz-, mittel- und langfristige Wertschöpfung des Unternehmens haben, strategisch zu berücksichtigen und gegenüber den Stakeholdern im integrierten Bericht darzustellen. Außerdem gilt es der Tatsache Rechnung zu tragen, dass ökonomischer Wert nicht ausschließlich durch das Unternehmen beziehungsweise im Unternehmen selbst generiert wird; vielmehr wird davon ausgegangen, dass die Wertschöpfung

  • durch das externe Umfeld beeinflusst (z. B. ökonomische Rahmenbedingungen, technologischer Wandel, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen) sowie
  • durch die Beziehungen mit Anderen generiert (wie Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner)

wird und damit von der Verfügbarkeit, Leistbarkeit, Qualität und Handhabung einer Vielzahl von Ressourcen abhängt.

Diese Ressourcen und Beziehungen bezeichnet das Framework des IIRC als Kapitalien (Capitals), die als Teil des Wertschöpfungsprozesses vom Unternehmen eingesetzt werden (Inputs), im Kontext des Geschäftsmodells beeinflusst werden (Outputs), um abschließend wieder an das externe Umfeld abgegeben zu werden (Outcomes).

Das Integrated Reporting Framework unterscheidet folgende Kapitalien:

  • Finanzkapital
  • produziertes Kapital
  • intellektuelles Kapital
  • menschliches Kapital
  • Kapital aus gesellschaftlichen Strukturen und Beziehungen
  • sowie ökologisches Kapital.

Jedes dieser Kapitalien stellt einen „Wertspeicher“ dar. Der Wert jedes dieser Kapitalien kann durch das Handeln eines Unternehmens (auch vor- und nachgelagerte Aktivitäten sind dabei zu berücksichtigen) erhöht, verringert oder umgewandelt werden. Beispielsweise erhöht sich durch Schulungsmaßnahmen die Qualität des menschlichen Kapitals - die Kosten der Schulungsmaßnahmen führen aber zu einer Verminderung des Finanzkapitals.

Die Leitlinien des Interated Reporting Frameworks beruhen auf folgenden Prinzipien zur Darstellung der Informationen:

  • Strategische Ausrichtung und Zukunftsorientierung
  • Konnektivität
  • Stakeholderbeziehungen
  • Materialität
  • Prägnanz bei gleichzeitiger Verlässlichkeit und Vollständigkeit
  • Konsistenz und Vergleichbarkeit

Durch die definierten Leitlinien soll eine ausreichende Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Berichten erzielt werden, ohne den berichtenden Unternehmen die Flexibilität zu nehmen, auf ihre spezifischen Umstände einzugehen. Dabei ist der integrierte Bericht als eigenständiger Bericht zu sehen, der durch andere Berichtsformen (z. B. Geschäftsbericht oder Nachhaltigkeitsbericht) detailliert wird.

Inhaltlich soll den Adressaten des Integrated Reporting ein Überblick zu folgenden Themenfeldern geboten werden:

  • Organisationsüberblick und externes Umfeld
  • Governance
  • Geschäftsmodell
  • Chancen und Risiken
  • Strategie und Ressourcenallokation
  • Wertschöpfung
  • Ausblick
  • Darstellung des Berichtprozesses

Durch die Offenlegung auch externer Effekte soll es Kapitalgebern ermöglicht werden, sich ein Bild darüber zu machen, welchen Einfluss diese externen Effekte auf die Fähigkeit des Unternehmens haben, kurz-, mittel- und langfristigen Wert zu generieren.

Als Berichtsadressaten werden vom IIRC vorrangig Kapitalgeber gesehen, denen der integrierte Bericht als Unterstützung bei ihrer Investitionsentscheidung dienen soll. Das IIRC geht davon aus, dass auch die übrigen Stakeholder (Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Geschäftspartner, lokale Gemeinden, Gesetzgeber, Regulatoren, etc.), von einem integrierten Bericht profitieren.

In umfangreichen Konsultationsprozessen und durch die Anwendung bei ersten Pilotunternehmen wurde das Rahmenwerk das IIRC entwickelt, wie es aktuell auf der Website vorliegt. Ein offizieller Veröffentlichungstermin ist für das erste Quartal 2014 geplant. Im Folgenden wird die Herausforderung für Unternehmen in der internen Umsetzung einer integrierten Denk- und Arbeitsweise, sowie in der Anwendung des flexiblen, prinzipien-basierten Ansatzes bestehen.

Hannes Senft

Hannes Senft

Senior Manager Wirtschaftsprüfung

Hannes Senft leitet das Referat für Umwelt und Nachhaltigkeit für Deloitte in Wien. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Nachhaltigkeitsberichterstattung und Prüfung von Vertragspartner.Er ist... Mehr

Mag. Ulrich Dollinger

Mag. Ulrich Dollinger

Partner Wirtschaftsprüfung

Ulrich Dollinger ist Partner in der Wirtschaftsprüfung bei Deloitte in Oberösterreich. Als geprüfter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater kümmert er sich um die Prüfung von internationalen und national... Mehr

Mag. Martin Feige

Mag. Martin Feige

Partner Wirtschaftsprüfung

Martin Feige ist Partner in der Wirtschaftsprüfung bei Deloitte in Wien. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist er in der Prüfung von Industrie- und Handelsunternehmen und Konzerne tätig.... Mehr

Mag. Gunnar Frei

Mag. Gunnar Frei

Partner Steuerberatung Wirtschaftsprüfung Tirol

Gunnar Frei ist Steuerberater, Wirtschaftsprüfer sowie Geschäftsführer und Partner bei Deloitte. Sein Hauptaufgabengebiet ist die Leitung von Abschlussprüfungen von mittelständischen und großen Untern... Mehr