Geopolitische Entwicklungen – Herausforderung und Chance zugleich

swissVR Monitor – Umfrage von Verwaltungsräten in der Schweiz

Sind Sie Verwaltungsratsmitglied und an der Teilnahme unserer Board-Umfrage interessiert?

Zusammenfassung

Fast alle Verwaltungsratsmitglieder (VR) sehen für ihr Unternehmen Herausforderungen, die mit geopolitischen Risiken verbunden sind. Gleichzeitig nimmt eine deutliche Mehrheit für ihr Unternehmen auch Chancen aufgrund geopolitischer Entwicklungen wahr. Am meisten genannt werden Produkt- und Dienstleistungsinnovationen sowie höhere Kosten- und Prozesseffizienz. Trotz hoher Betroffenheit durch geopolitische Entwicklungen, ergreifen die meisten Verwaltungsräte nur wenige Massnahmen, um geopolitische Risiken und ihre Folgewirkungen festzustellen, zu beurteilen und zu bewältigen. Somit fallen überdurchschnittlich viele VR-Mitglieder in die Kategorie der geopolitischen Hasardeure.

Über die Umfrage

Kernstück des swissVR Monitors ist eine Umfrage, die die Vereinigung swissVR zusammen mit Deloitte und mit der Hochschule Luzern durchführt. Sie zielt darauf ab, halbjährlich die Meinungen von Schweizer Verwaltungsratsmitgliedern zu den Konjunktur-, Branchen- und Geschäftsaussichten sowie zu aktuellen Verwaltungsratsthemen zu ermitteln. Zudem wird jeweils ein Fokusthema speziell beleuchtet und Expertenmeinungen werden durch Interviews eingeholt. Mit 420 Umfrageteilnehmern in der aktuellen Ausgabe gibt der swissVR Monitor ein gutes Abbild der aktuellen Einschätzungen und Herausforderungen von Schweizer Verwaltungsräten.

Die wichtigsten Ergebnisse

Laut den Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten zeichnet sich bei den Konjunktur-, Branchen- und Geschäftsaussichten eine spürbare Verschlechterung ab. Die Mehrheit der Befragten rechnet für die nächsten 12 Monate mit einem negativen konjunkturellen Szenario. Mögliche Treiber für diese Entwicklung sind unter anderem der Ukraine-Krieg, die restriktive Covid-Politik in einzelnen Regionen Asiens und die stark steigende Inflation.

59% der Umfrageteilnehmer schätzen die geopolitischen Risiken für das eigene Unternehmen in den nächsten 12 Monaten als hoch oder sogar sehr hoch ein. Die Mehrheit der verbleibenden Befragten gehen in der nahen Zukunft für ihr Unternehmen von einer tiefen und nur 4% gehen von einer sehr niedrigen Betroffenheit aus. Die Betroffenheit steht in direktem Zusammenhang mit der Unternehmensgrösse. In Bezug auf die verschiedenen Branchen sehen VR-Mitglieder aus dem Bereich der Unternehmensdienstleistungen für ihre Organisation eine unterdurchschnittlich starke Betroffenheit von geopolitischen Entwicklungen. Dies ist möglicherweise dadurch zu erklären, dass diese Branche stark auf das Inland fokussiert ist und ihre Dienstleistungen auch in Krisenzeiten gefragt sind.

Praktisch alle Befragten geben an, dass ihr Verwaltungsratsgremium Massnahmen ergreift, um geopolitische Risiken und ihre Folgewirkungen festzustellen, zu beurteilen und zu bewältigen. Die Befragten von grösseren Unternehmen ergreifen mehrere Massnahmen bezüglich geopolitischer Risiken als die von mittelgrossen und kleinen Unternehmen.

Durch das Kombinieren der Betroffenheit geopolitischer Risiken mit der Anzahl an VR-Massnahmen ist es möglich Verwaltungsräte einzuordnen. Dabei lassen sich vier Typen von VR-Gremien unterscheiden: Geopolitische Hasardeure, Geopolitisch Unbeteiligte, Geopolitische Vorsorger und Geopolitische Performer.

Beinahe die Hälfte der Befragten geben an, dass der Krieg und seine Folgen Auswirkungen auf das eigene Geschäft haben. Die verbleidenden 52% sehen hingegen kaum Konsequenzen für ihr Unternehmen. Ebenfalls gleichmässig geteilt ist das Bild bei der Frage, ob der Krieg in der Ukraine dazu geführt hat, dass sich Verwaltungsräte vermehrt auch mit geopolitischen Risiken in anderen Regionen beschäftigen. Etwas mehr als jedes zweite VR-Gremium analysiert die Entwicklungen in der Ukraine laufend und diskutiert mögliche Szenarien sowie deren Folgen für das Unternehmen.

Laut den Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten zeichnet sich bei den Konjunktur-, Branchen- und Geschäftsaussichten eine spürbare Verschlechterung ab. Die Mehrheit der Befragten rechnet für die nächsten 12 Monate mit einem negativen konjunkturellen Szenario. Mögliche Treiber für diese Entwicklung sind unter anderem der Ukraine-Krieg, die restriktive Covid-Politik in einzelnen Regionen Asiens und die stark steigende Inflation.

59% der Umfrageteilnehmer schätzen die geopolitischen Risiken für das eigene Unternehmen in den nächsten 12 Monaten als hoch oder sogar sehr hoch ein. Die Mehrheit der verbleibenden Befragten gehen in der nahen Zukunft für ihr Unternehmen von einer tiefen und nur 4% gehen von einer sehr niedrigen Betroffenheit aus. Die Betroffenheit steht in direktem Zusammenhang mit der Unternehmensgrösse. In Bezug auf die verschiedenen Branchen sehen VR-Mitglieder aus dem Bereich der Unternehmensdienstleistungen für ihre Organisation eine unterdurchschnittlich starke Betroffenheit von geopolitischen Entwicklungen. Dies ist möglicherweise dadurch zu erklären, dass diese Branche stark auf das Inland fokussiert ist und ihre Dienstleistungen auch in Krisenzeiten gefragt sind.

Praktisch alle Befragten geben an, dass ihr Verwaltungsratsgremium Massnahmen ergreift, um geopolitische Risiken und ihre Folgewirkungen festzustellen, zu beurteilen und zu bewältigen. Die Befragten von grösseren Unternehmen ergreifen mehrere Massnahmen bezüglich geopolitischer Risiken als die von mittelgrossen und kleinen Unternehmen.

Durch das Kombinieren der Betroffenheit geopolitischer Risiken mit der Anzahl an VR-Massnahmen ist es möglich Verwaltungsräte einzuordnen. Dabei lassen sich vier Typen von VR-Gremien unterscheiden: Geopolitische Hasardeure, Geopolitisch Unbeteiligte, Geopolitische Vorsorger und Geopolitische Performer.

Beinahe die Hälfte der Befragten geben an, dass der Krieg und seine Folgen Auswirkungen auf das eigene Geschäft haben. Die verbleidenden 52% sehen hingegen kaum Konsequenzen für ihr Unternehmen. Ebenfalls gleichmässig geteilt ist das Bild bei der Frage, ob der Krieg in der Ukraine dazu geführt hat, dass sich Verwaltungsräte vermehrt auch mit geopolitischen Risiken in anderen Regionen beschäftigen. Etwas mehr als jedes zweite VR-Gremium analysiert die Entwicklungen in der Ukraine laufend und diskutiert mögliche Szenarien sowie deren Folgen für das Unternehmen.

Top-10-Themen des Verwaltungsrats

Insbesondere die Erarbeitung einer neuen Unternehmensstrategie rückt als Top-Thema in den Fokus auf der Verwaltungsratsagenda. Das Thema steht vermutlich im Zusammenhang mit einer strategischen Neuausrichtung im Verlauf der Corona-Pandemie – beispielsweise in Bezug auf das eigene Geschäftsmodell beziehungsweise im Hinblick auf die Digitalisierung, die an dritter Stelle im Ranking steht, zusammen mit Robotik und der Automatisierung. An zweiter Stelle steht Talentmanagement, welches aufgrund des akuten Personalmangels weiter an Bedeutung gewinnt und in den nächsten 12 Monaten sicher relevant bleiben wird.

Rankings

2021 2020 Issues
1 3 Erarbeitung einer neuen Unternehmensstrategie
2 2 Talent (einschliesslich Recruiting, Retention etc.)
3 1 Digitalisierung / Robotik / Automatisierung
4 4 Effizienzsteigerung / Optimierung interner Prozesse
4 4 Reaktion auf Marktentwicklung / Wettbewerbsverhalten
6 4 Risikomanagement
7 9 Go-to-Market (Markt-und Absatzstrategie)
8 - Nachhaltigkeit / gesellschaftliche Verantwortung
8 9 Compliance (Einhaltung von Gesetzen und internen Verhaltensrichtlinien)
10 - Unternehmenskultur

Interview

Verwaltungsratsmitglied bei UBS Schweiz, Synlab, Implenia und Deutsche Börse

Barbara Lambert

«Durch die Schnelligkeit, Unvorhersehbarkeit und weit reichenden Konsequenzen geopolitischer Entwicklungen, die in den nächsten Jahren nicht abnehmen werden, besteht die Notwendigkeit, dass der Verwaltungsrat sowohl taktische als auch strategisch weitreichende Entscheidungen treffen muss.»

Verwaltungsratsmitglied bei skyguide und Swiss Innovation Forces

Aldo Schellenberg

«Der Verwaltungsrat ist als strategisches Führungsorgan in der Verantwortung, geopolitische Entwicklungen aktiv zu verfolgen und die daraus entstehenden Chancen und Risiken für die eigene Branche und das Unternehmen aufzuzeigen sowie Konsequenzen für das eigene Handeln daraus abzuleiten.»

Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik

Thomas Greminger

«Angesichts der neuen Gegebenheiten hat die die Schweizer Wirtschaft die Wahl zwischen zwei verschiedenen Ansätzen: Entweder sie konzentriert sich auf sichere und geopolitisch nahe gelegene Wirtschaftspartner wie die Europäische Union (die bereits ihr wichtigster Wirtschaftspartner ist) oder sie erweitert die Anzahl und die Herkunft der Partner: Diversifizierung ist ein entscheidender Vorteil, wenn die Auswirkungen eines Schocks begrenzt werden sollen.»

Kontakte

Reto Savoia

CEO
Boardroom Programme Co-Chair

rsavoia@deloitte.ch +41 58 279 6357 Profil anzeigen

Michael Grampp

Research Director & Chefökonom

mgrampp@deloitte.ch +41 58 279 6817 Profil anzeigen

Daniel Laude

Assistant Manager

dlaude@deloitte.ch +41 58 279 6435 Profil anzeigen

Anfrage für eine Offerte

Kontaktieren Sie uns