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Integrierte Berichterstattung

Die Zukunft der Unternehmensberichterstattung

Die Unternehmenslandschaft verändert sich, und integrierte Berichterstattung ist ein ideales Instrument, um die Wertschöpfung in all ihren Facetten abzubilden. Diese Art der Berichterstattung – die freiwillig ist – konzentriert sich darauf, authentischere, umfassendere und aussagekräftigere Informationen zu allen Aspekte der Performance und Wertschöpfung eines Unternehmens zu liefern, und bietet damit Vorteile für interne wie auch externe Interessengruppen. Die integrierte Berichterstattung wird von vielen als Zukunftsmodell der Unternehmensberichterstattung betrachtet.

Es gibt zunehmend Bedenken, dass die in Bilanzen erfassten Vermögenswerte ein stetig rückläufiges Element des Shareholder Value darstellen. 2015 wurde in einer Studie* festgestellt, dass die Nettovermögenswerte der S&P-500-Unternehmen nur noch 16% ihrer Marktkapitalisierung entsprachen, gegenüber 83% im Jahr 1975. Anders ausgedrückt haben sich immaterielle Faktoren wie Vertrauen, Reputation und langfristige Lebensfähigkeit des Geschäftsmodells, die nicht unbedingt in den Bilanzen erfasst werden, zu zentralen Faktoren für die Wertschöpfung entwickelt. Berücksichtigt man ausserdem, dass derzeitige Bilanzen den Wert von Zuflüssen aus natürlichem Kapital und anderen Kapitalformen als Finanzkapital oder die Abhängigkeit davon nicht hinreichend abbilden, ist der Boden für neue Ideen bereitet. Integrierte Berichterstattung ist an der Spitze dieser Ideen.

*Jährliche Studie über den immateriellen Marktwert 2015, Ocean Tomo

Was ist integrierte Berichterstattung, und welche Vorteile hat sie?

Integrierte Berichterstattung führt elementare Informationen über die Strategie, die Unternehmensführung, die Performance und die Aussichten eines Unternehmens zusammen und berücksichtigt dabei den kommerziellen, gesellschaftlichen und ökologischen Kontext, in dem das Unternehmen tätig ist. Sie ermöglicht eine klare und aussagekräftige Darstellung der Wertschöpfung, die für alle Interessengruppen nützlich und relevant ist.

Bei integrierter Berichterstattung geht es allerdings um mehr als die reine Berichterstattung; sie beinhaltet auch integriertes Denken. Sie bezieht sich nicht nur darauf, wie Unternehmen ihre Geschäfte tätigen und wie sie kurz-, mittel- und langfristig Werte erwirtschaften, sondern auch darauf, wie diese Wertschöpfungsgeschichte dargestellt wird.

Die integrierte Berichterstattung bietet eine Vielzahl von Vorteilen, sowohl aus Unternehmens- wie auch aus externer Perspektive betrachtet:

  • Ihr Unternehmen wird zu integriertem Denken ermutigt.
  • Strategie und Geschäftsmodell werden klarer formuliert.
  • Sie erhalten einen einzigen Bericht, der klar, aussagekräftig und leicht abzurufen ist.
  • Die Wertschöpfung für alle Interessengruppen steigt durch die Abbildung und Messung der nichtfinanziellen Faktoren.
  • Die nichtfinanzielle Performance wird direkt mit dem Geschäft in Zusammenhang gesetzt.
  • Risiken und Chancen sind besser zu identifizieren.
  • Interne Prozesse werden verbessert, machen das Business nachvollziehbarer und verbessern die Entscheidungsfindung.

"Bei der integrierten Berichterstattung geht es nicht nur um das Endprodukt – sie demonstriert auch integriertes Denken."

"Die Fähigkeit, die unternehmerische Wertschöpfung in all ihren Facetten aussagekräftig abbilden zu können, wird in Zukunft ein massgeblicher Wettbewerbsvorteil sein."

Paul Druckman, CEO, IIRC
 

Hören Sie im Film unten einen kurzen Auszug aus seinem Gespräch mit Deloitte, in dem Paul Druckman, früherer CEO des International Integrated Reporting Council (IIRC), sich zur integrierten Berichterstattung äussert.

In fünf Jahren können enorme Veränderungen geschehen. Paul Druckman ist kürzlich von seinem Posten als Chief Executive des International Integrated Reporting Council zurückgetreten. In diesem Interview erläutert er, was in dieser Zeit unter seiner Leitung erreicht worden ist.

Vollständiges Interview ansehen.
 

Richard Howitt umreisst seine Vision für integrierte Berichterstattung in den kommenden Jahren und beschreibt, wie Unternehmen integrierte Berichterstattung für Management und Wertschöpfung nutzen können.

Richard Howitt hat kürzlich seine Position als Chief Executive des International Integrated Reporting Council angetreten. In diesem Video spricht er mit Robert Bruce darüber, wie das Tempo beibehalten, mehr globaler Schwung aufgebaut, integrierte Berichterstattung weltweit in den Mittelpunkt der Unternehmensführung gestellt und das Konzept des inklusiven Kapitalismus beeinflusst werden kann.

Vollständiges Interview ansehen.
 

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