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Diversität im Team bringt die Geschäftsperformance aufs nächste Level

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Längst ist bekannt, dass immer mehr Frauen Führungsverantwortung übernehmen. Ändert sich damit auch das Verständnis darüber, was gute Führung auszeichnet? Ein Interview mit Sarah Kane, Partnerin bei Deloitte Consulting über Diversität im Team.

Längst ist bekannt, dass immer mehr Frauen Führungsverantwortung übernehmen. Ändert sich damit auch das Verständnis darüber, was gute Führung auszeichnet? Und was bedeutet es, wenn immer mehr Frauen in Kaderpositionen tätig sind?

Organisationen und Unternehmen, die Wachstum, Innovation und Differenzierung in ihren Märkten anstreben, profitieren auf allen Ebenen von mehr Frauen, insbesondere auch in den höheren Levels. «Kürzlich versammelte ein Unternehmen, mit dem ich zusammenarbeite, ihre Top 300 Global Leaders, um über die Zukunft zu debattieren», erwähnt Sarah Kane, Deloitte Partnerin, in diesem Zusammenhang. Die Homogenität der Gruppe habe sie erstaunt. «Die Konversation hat sich einzig mit den Themen Wachstum in neuen Märkten und Produktinnovation beschäftigt.» Sie sei überzeugt, dass eine besser durchmischte Gruppe von Talenten mit mehr als nur einem marginalen Frauenanteil auf andere, vielleicht anspruchsvollere Ideen für die Strategiesetzung der Firma gekommen wäre, sagt Kane. Diverse Teams würden dank ihrer zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Meinungen mehr erreichen, basierend auf unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Denkarten sowie den zahlreichen, unterschiedlichen Entscheidungsprozessen.

Frauen profitieren stark

Sarah Kane verweist darauf, dass sich die Art unserer Arbeit verändert. Lang gehegte Überzeugungen, wie, wo und wann wir arbeiten, würden sich im Eiltempo verschieben. «Wir leben in einem Zeitalter der technischen Revolution, die für diese Verschiebungen als Katalysator wirkt.» Es entstehen Netzwerke, die Talente in der ganzen Welt mit jenen Organisationen verknüpfen, die deren Fähigkeiten brauchen. Von der laufenden Verschiebung in der Arbeitswelt profitierten die Frauen enorm stark, sagt Kane. «Sie erhalten neuen Zugang zu bisher blockierten Arbeitsbereichen.» Beispielsweise könnten IT-Beraterinnen aus dem Nahen Osten für US-Unternehmen Computer-Lösungen entwickeln. Aus dem sicheren und komfortablen Home-Office heraus. «Dadurch erhalten Frauen, die bisher häufig von der Arbeitswelt ausgeschlossen wurden, neue ökonomische Macht.» Es lasse sich eindeutig feststellen, dass neue Technologien die Position von Frauen in der Arbeitswelt verbessern.

Frauen sind strenger

Für die Arbeitswelt von heute ist es wichtig, die unterschiedlichen Blickwinkel und Herangehensweise von Frauen zu erkennen. Die Untersuchungen von Deloitte zeigen beispielsweise, dass Männer und Frauen unterschiedlich an einen Kauf herangehen, sagt Kane. Die Forschung legt den Schluss nahe, dass sich diese Unterschiede auch dort manifestieren, wo Frauen mit Zulieferern arbeiten. «Frauen wollen mehr wissen, sie sind strenger und sie stimmen häufig Details eines Abkommens durch einen Einkaufsprozess ab.»

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Arbeitswelt in den letzten 20 Jahren stark verändert hat. Heute erlebt das Deloitte Consulting Team in seiner täglichen Arbeit mit Kunden immer mehr Frauen in hohen Positionen, die grosse Budgets kontrollieren und viel Entscheidungsmacht haben. Kane sagt: «Wir hoffen, dass dieser Trend zu mehr Gleichberechtigung und Diversität in der Arbeitswelt – auch in der Schweiz – weitergeht. Es gibt allerdings noch viel zu tun!»
 

CHRISTIAN LANZ

Sarah Kane ist Partnerin bei Deloitte Consulting. Sie leitet das Human-Capital-Team in der Schweiz und berät Führungskräfte zu Themen wie Change Management, organisatorisches Design und HR-Strategien.

Artikel im Tagesanzeiger, Herbst 2014